Kommissar Brand und die Sache mit der Hormonbombe

Der beste Chiemgau-Krimi aller Zeiten!

Der Finstermann von Kirchanschöring

Was man als normaler Kunde nicht gewusst hat war, dass die Alina mehr war als der Shooting Star im Puff. Sie hat drüber hinaus auch noch gut kochen können und hat auch die grauseligsten Sachen eigenhändig weggeputzt. Dergleichen ist natürlich nicht selbstverständlich. Aber wenn man ein Mädchen wie die Alina hat, dann ist das natürlich doppelt Gold wert. Wer nicht in die Materie vertieft ist, der weiß verständlicherweise auch nicht, dass die Mäderl nicht nur zur Befriedigung weltlicher Freuden angestellt sind, sondern auch zum Putzen. Denn welcher Kleinstadtzuhälter kann sich heutzutage bei den Lohnnebenkosten noch eine eigene Putzfrau leisten? Weil, ebenfalls verständlich, es in der Regel je nach Größe des Freudenhauses genügt, wenn eine putzt, kann man sich vorstellen, dass dadurch Hierarchiegerangel gefördert wird. Ist ja auch ganz logisch. Der Chef denkt wirtschaftlich und sagt: Keine Putzfrau, das macht ihr. Gleichzeitig gesteht er seinen Angesteltinnen aber auch soziale Kompetenz ein und überlässt es ihnen, wer die Drecksarbeit erledigt.

 

So schauen sie halt mal aus, die modernen Unternehmen: Der Chef ist nicht nur Anschaffer, diesmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes, sondern er bezieht die Mitarbeiter in den Zielfindungsprozess mit ein. Jetzt, kurz nachgedacht, dann Bedenken gehabt: In so einem Bordell ist ja Devise: Zeit ist Geld. Und keine Zeit für längere Teamsitzungen und Betriebsrat auch Fehlanzeige. Deshalb: Die in der untersten Hierarchieskala muss putzen. Kann sein: Die Altersjüngste, die Dienstjüngste. Da alle natürlich in echt unter Achtzehn, laut Ausweis aber frisch Achtzehn geworden natürlich alle gleich alt. Also keine Chance. Läufts also auf einen Popularitätswettbewerb raus. Wer vom Kunden am meisten verlangt wird: Putzen vergessen. Das Mauerblümchen: Mehr Putzfrau als Freudenfrau. Natürlich auch weniger Geld, noch weniger Ansehen, ist ja klar. Also: Keine so recht Bock, die Putze zu sein, lieber Nutte, da mehr Ansehen. Aber davon verstehen der Außenstehende natürlich nur ganz wenig. Kommt also die Alina, sofort Außenseiter, da kein Polnisch, sondern bayerisch. Bei den Kunden aber sofort Star, da Flexibel und bildhübsch, natürlich gerade erst 18 geworden. Und: Zuhören hat sie auch noch gekonnt. Im roten Gewerbe muss man nämlich nicht nur Liebesdienste erweisen und Putzfrau sein, sondern auch noch Sozialpsychologisches Studium, da viele Kunden weniger Sex, aber viel Anerkennung und Mitgefühl wollen. Dann aber, wenn anerkannt und mitgefühlt, doch zur Feier des Tages noch eine Runde Sex. So ist das halt. Die Alina also Dienstleistungen aller Art: Horizontal und Vertikal. Für Höhepunkte und Unterbewusstsein bestens geeignet, sofort der Publikumsmagnet vom Puff. Hierarchierakete schließlich sofort nach oben geschossen, aber: Die Alina hat trotzdem weiter geputzt. Ganz fleißig und außerordentlich reinlich. Dadurch auch bei den polnischen Kolleginnen plötzlich beliebt.

Alina heute: fünfzehn Zentimeter Durchmesser Loch im Bauch. Eingeweide übers ganze Bett verstreut. Bettlaken roter als die Beleuchtung. Und die Tote auch noch mit Putzen dran. Saubere Bescherung.

 

Der Brand hat die Sauerei natürlich noch sehen müssen, zwecks Spurensicherung und so. An Geschäft natürlich nicht zu denken, Bordell Chef fuchsteufelswild und stinksauer auf die Alina, der das alles inzwischen allerdings ganz schön wurscht war. Der Brand also seine Augengläser geputzt, um ja sicher zu sein, richtig zu sehn. Bisserl mit den Händen in den Bartstoppeln rumgewurschtelt, dass die Kollegen sehen konnten: Ah ja. Der Brand überlegt. Es ist Freitag, sieben Uhr morgens und er hat den Fall sicher in Nullkommanix gelöst. Aber der Brand hat überhaupt keinen Plan gehabt. Hat sich nur gedacht: Wenn mich nicht alle so anstarrn würden, würd ich jetzt zum Kotzen gehen. Hat er dann auch gemacht, aber erst, als er daheim war. Zunächst aber weiter Leiche angestarrt und mit den Fingern in den Bartstoppeln rumgewurschtelt. Zum Scherz gesagt, er tippe auf Selbstmord, wie er das immer macht. Die Kollegen kaum gelacht. Die Alina auch nicht gelacht. Nur mit offenem Mund zur Decke gestarrt. Lag nackt auf dem Bett, ohne besondere Merkmale, außer dem Loch natürlich. "Vielleicht wars a Arbeitsunfall:" hat der Brand auf den Wischmob deutend nochmal gescherzt, um die eisige Atmosphäre aufzulockern. Aber die Kollegen allen speiübel. Oder ängstlich, von einem der Mädchen wieder erkannt zu werden und sofort selbst unter Mordverdacht zu stehen. Der Brand, nach einer Weile keine Lust mehr, dir rote Alina anzuschaun, auch wenn sie schön war. Dann runter in die Empfangshalle gegangen und ein paar beiläufige Verhörs geführt. Vom Puff Pifi, so der Künstlername vom Chef, viel über Putzpflicht und Reinlichkeit erfahren, aber darüber ja bereits am Anfang berichtet. Mit einem Bar-Hocker vom "L'amour" über die Putzstreitereien der Angestellten gefachsimpelt. Der Gast zugegeben, dass schon Witze über den Putz-Puff kursierten. Große Augenauskratzereien, weil keine Putzen wollte. Dann Alina und alles wieder ruhig. Putz-Puff sauber, Nutten zufrieden, Kunden befriedigt. Alles wieder gut. Jetzt Alina Loch im Bauch, großes Chaos, Angst und Schrecken unter den Freiern, nicht gut fürs Geschäft. Dann der junge Kollege vom Brand entdeckt. Sebastian „Basti Bast hieß er, meist lebenslustiger Geselle. Hockte jetzt heulend auf der Pufftreppe, war gar nicht mehr getröstet zu kriegen. Der Brand, ganz väterlich auf die Schulter geklopft, entlockte ihm, dass Stammkunde von Alina. Tolles Mädchen, immer fröhlich. Immer zugehört und erst mütterlich getröstet, dann töchterlich gevögelt. Tolles Mädchen. Jetzt Bauch durchsichtig, Kunden todtraurig. Jammerte ständig, „Wer tut denn so was, wer tut denn so was?“ „Mörder. Mörder tun so was.“, der Brand ganz cool gesagt. Sich selber aber auch gefragt: Wer tut so was? Die Putz verweigernden Prostituierten? Kontraproduktiv, denn jetzt müssen sie erst recht putzen. Besonders das Zimmer von der Alina. Der zwielichtige Zuhälter? Sicher nicht, wer versucht schon, seine Stars und Cash Cows loszuwerden? Die einsamen Kunden? Die müssen jetzt wieder Reste-bumsen. Noch dazu in schlecht gereinigten Zimmern. Vielleicht sogar einer der notgeilen Kripo – Kumpel? Die werden sich doch ebenfalls nicht mit doppelter Arbeit belasten: Erst anstrengend Löcher in Lustobjekt stechen, anschließend Überstunden in der Arbeit. Ne,ne. Da steckt mehr dahinter, der Brand sich gedacht und erstmal Feierabend gemacht, um in Ruhe kotzen zu können.

 

Am nächsten Tag ganz große Überraschung. Ergebnis der Obduktion. Alle vollkommen ratlos. Todesursache kein zuckendes Fleischermesser von blutrünstigen Psychopathen. Alles ganz anders. Innere Verpuffung hat zu chemischer Reaktion, physischer Explosion und äußerer Verschmutzung geführt. Außerdem wurden zahlreiche chemische Substanzen und Reste eines winzigen Plastiksäckchens nachgewiesen. Wie denn, was denn, der Brand jeden der Leichenschnippler gefragt. Die immer nur mit die Achseln gezuckt: „Sind wir Chemiker, oder was?“ Nach längeren Telefonaten mit Chemieprofessoren der Brand immer noch nicht gescheiter. Was dran gelegen hat, dass er selber halt auch kein Chemiker ist. Großes Blabla am Telefon. Von Sulfiten, Glycerin, chemischen Reaktionen, raschen Verbrennungen und logischen Resultaten gelabert. Der Brand nur so viel aus dem Gespräch behalten: 1. Zutat Schwarzpulver (vermutlich in einem winzigen Plastiksäckchen). 2. Zutat körpereigene chemische Ausschüttungen. (Hormone). Dann ganz komplizierte, extrem seltene Reaktion. Ergibt: Gewaltige Explosion in der Alina drin. Bauch weg. Alina hinüber. Der Brand zwar nicht verstanden, wie das alles passiert. Immerhin sicher, dass es passiert ist.

 

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