Berufsberater und Schriftsteller

Was macht ein Schriftsteller bei der Berufsberatung? Und was haben Schriftsteller und Berufsberater wohl gemeinsam?

Berufsberater Bernhard Strasser
Berufsberater Bernhard Strasser

 

Der auch in Deutschland sehr beliebte amerikanische Psychologe John Krumboltz pflegte bei seinen Vorträgen die anwesenden Berufsberater zu fragen, wer als Schüler den Wunschberuf „Berufsberater“ hatte. Bis heute, so heißt es, hat keiner die Hand gehoben. Der Zufall, so Krumboltz` Theorie, bestimmt oft die Berufswahl.

 

So erging es auch Bernhard Straßer, als er vor sechzehn Jahren bei der Berufsberatung Traunstein vorsprach. Er wolle Schriftsteller werden, erklärte er dem Berater. Der Berater runzelte die Stirn. Innerhalb weniger Minuten hätte das Beratungsgespräch zu Ende sein können… Aber beide erarbeiteten eine Alternative, einen Kompromiss: Das Arbeitsamt suche zufällig noch Bewerber für den Studiengang Arbeitsverwaltung in Mannheim.

 

Durch diesen und andere Zufälle sitzt Bernhard Straßer inzwischen auf der anderen Seite des Schreibtisches und freut sich, wenn er seinerseits den Berufswunsch „Schriftsteller“ eines Schülers, einer Schülerin hört.

 

Denn parallel zu seinem Brotjob in der Arbeitsagentur hat Straßer weitere Zufälle genutzt, Netzwerke geknüpft, Gelegenheiten erkannt und ist inzwischen selber Autor zweier Romane und Mitbegründer der „Chiemgau-Autoren e.V.“, die auch junge Autor/innen fördern.

 

„Sterne sieht man nur bei Nacht“ heißt sein zweites, zuletzt erschienenes Buch. Es geht um nicht weniger als die großen Themen des Lebens: Liebe, Freiheit und den Tod. Der Roman handelt von einem jungen Mann Mitte Zwanzig, der nach dem Studium gerade sein neues Leben ordnet, als seine Mutter an Krebs erkrankt. Das Buch spielt in einer bayerischen Kleinstadt, in Paris und ein Kapitel sogar, als augenzwinkernde Hommage an seinen Arbeitgeber, in Nürnberg.

 

Eine Erfahrung versucht der schreibende Berufsberater seinen Ratsuchenden, die von ausgefallenen Berufen träumen, weiterzugeben: Wenn sich der Traumberuf nicht sofort realisieren lässt, kann es hilfreich sein, sich einen Beruf auszuwählen, der entweder ein erster Schritt Richtung Traumberuf sein könnte. Oder, der einem die finanzielle Sicherheit bietet, um seinen Traumberuf als Hobby in der Freizeit auszuüben. Und wer weiß, vielleicht sorgt der Zufall für den nächsten Schritt.

Auf den ersten Blick hat der Beruf „Berufsberater“ mit dem des „Autor“ wenig Berührungspunkte. Aber inzwischen wird an einer seiner Schulen sein Erstlingswerk „Kleinstadtrebellen“ als Schullektüre gelesen. Und auch der Titel des neuen Romanes wurde auf einem Beko-Methodenseminar in Iphofen ausgewählt: Anhand der „Bodenanker“ Methode und der Mithilfe der Beratungskolleg/innen entstand der griffige Titel „Sterne sieht man nur bei Nacht“

Noch bedarf es einiger Zufälle im KrumboltzschenSinne, dass „Sterne sieht man nur bei Nacht“ auch außerhalb des Chiemgau gelesen wird. Wenn Sie diesen Zufall möglich machen möchten, schauen Sie dochauf seine Webseite www.bernhardstrasser.de. Das Buch ist auf Amazon zu erwerben.

Zurück zur Startseite