Soll ich  meine Ausbildung abbrechen?

Chancen und Risiken eines Ausbildungsabbruches

biz Berufsinformationszentrum Traunstein
Mehr Info gibt's im BIZ!

Immer wieder kommen Jugendliche in die Beratung, die kurz vor einem Ausbildungsabbruch stehen. Gründe gibt es unterschiedliche. Viele befinden sich noch am Anfang ihrer Ausbildung, manche sogar in der zweiten Hälfte ihrer Ausbildung. Gemeinsam haben sie die Frage: Soll ich meine Ausbildung abbrechen?

Eine pauschale Antwort dazu gibt es natürlich nicht. In einem ausführlichen Beratungsgespräch kann man dieser Antwort allerdings ein Stück näher kommen. Man sollte sich also dringend an seinen Berufsberater wenden.

Hier einige allgemeine Hinweise und Informationen zum Thema Ausbildungsabbruch:

Das sagt die Statistik zum Thema Ausbildungsabbruch:

Du bist nicht allein! Rein statistisch muss sich fast jeder vierte Auszubildende mit einem Ausbildungsabbruch auseinandersetzen. Die Statistik kann nur die sogenannten „Vertragslösungen“ abbilden, also die Verträge, die vor Ausbildungsende gelöst werden. Die Zahl dieser Vertragslösungen ist seit fast zwanzig Jahren stabil bei knapp über 20%, im Jahr 2010 bei 23%. Dabei handelt es sich nicht immer um einen Ausbildungsabbruch, da viele in eine andere Ausbildung oder einen anderen Betrieb gewechselt sind. Da weder die genaue Zahl der Abbrüche, noch die Gründe statistisch erfasst werden, muss man mit diesen Datenerhebungen sehr vorsichtig umgehen. Fakt ist aber, dass die Lösungsquote in Berufen, in denen der Betrieb viel Geld in die Ausbildung investiert  (z.B. Elektroniker/in Betriebstechnik, Chemikant), sehr niedrig ist. In Berufen, in denen der Auszubildende bereits während der Ausbildung Geld erwirtschaftet, z.B. Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk, Hotelfachmann/frau, ist die Lösungsquote recht hoch.

Ist ein Ausbildungsabbruch schlecht?

Wie der Begriff „Lösungsquote“ bereits andeutet, kann ein Abbruch auch eine Lösung sein. Dies hängt immer von der individuellen Situation ab.

Alle Abbrüche haben jedoch gemeinsam, dass sie auch die Chance bieten, etwas Neues zu beginnen. Diese Chance muss aber auch genutzt werden. Vor jedem Abbruch empfehle ich aber dringend ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Berufsberater!
Dieser wird versuchen, den Grund des möglichen Abbruches zu analysieren. Dies könnte sein:

-       Betriebliche Gründe (Es läuft mit dem Chef oder den Kollegen nicht, ungünstige Arbeitszeiten)

-       Berufsbezogene Gründe (falsche Vorstellungen vom Beruf, anderer Wunschberuf)

-       Private Gründe (Gesundheit, Beziehungsprobleme, Finanzielle Gründe)

-       (Berufs)schulische Gründe (schlechte Noten, Prüfungsangst)

 

Manche dieser Gründe kann man bereits im Beratungsgespräch relativieren, oder die nötigen Schritte aufzeigen, um das Problem zu lösen. So bietet die Berufsberatung beispielsweise die Möglichkeit an, an einer ausbildungsleitenden Hilfe („abH“) teilzunehmen. Dort bekommt man Nachhilfe und Unterstützung von Experten bei vielen Problemen während der Ausbildung.

Die Fortsetzung der Ausbildung kann aus vielen Gründen die beste Lösung sein. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Beratung zum Ergebnis kommt, dass die Ausbildung beendet werden sollte.

Im Idealfall hilft der Berufsberater dabei, umgehend einen neuen Betrieb zu finden, um einen reibungslosen Wechsel zu gewährleisten.

Dies funktioniert im Sommer und Herbst relativ gut, inmitten des Ausbildungsjahres gestaltet es sich aber schwierig. Eine Kündigung, ohne einen neuen Ausbildungsbetrieb zu haben, birgt große Risiken, in erster Linie das Risiko der Arbeitslosigkeit.

Aber auch hier kann der Berufsberater Lösungsmöglichkeiten anbieten, wie z.B. die Zeit bis zum nächsten Ausbildungsstart mit einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BVB), oder einem Langzeitpraktikum (EQJ) zu überbrücken.

Viele Berufsberater haben übrigens selbst mindestens einmal etwas Begonnenes abbrechen müssen. Sei es, eine Schulklasse zu wiederholen, oder das gewünschte Studium abzubrechen, oder nach einer ersten Ausbildung etwas völlig neues zu beginnen. Jeder Bruch oder Abbruch ist die Chance, seiner eigentlichen Bestimmung einen Schritt näher zu kommen.

Nur, von alleine wird dies nicht passieren. Es ist Eigeninitiative und das Nutzen der vorhandenen Hilfsangebote vonnöten. Es liegt also an Dir selbst!

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