Die Kleinstadtrebellen in Schrobenhausen

Kunstverein Schrobenhausen
Mathias Petry und Lena Köthe auf der Schaufensterbühne

Schrobenhausen ist eine kleine, aber feine Keimzelle für Kunst und  Literatur. Zahlreiche Bücher sind im, oder inspiriert vom Schrobenhausener Umland entstanden und die Maler Schrobenhausens sind ohnehin überregional berühmt. Auch die Kleinstadtrebellen, ein unterhaltsames Buch, man könnte es einen Jugendroman für junge Erwachsene nennen, ist in der Schrobenhausener jungen Szene entstanden. Auf der Einweihungsfeier der neuen Räumlichkeiten des Kunstvereins las der Autor Bernhard Straßer aus seinem Buch. 

Wie die Kleinstadtrebellen nach Schrobenhausen kamen

Autor Bernhard Straßer Ladenbergen

Das Buch um Peter, der nicht erwachsen werden will und sich vom jungen, wilden Kleinstadtrebellen Justin neu für das Leben begeistern lässt, ist im Umfeld der Literarischen Sommerakademie Schrobenhausen entstanden. Bernhard Straßer hat an den von Arwed Vogel organisierten Kursen teilgenommen und sich von vielen Schrobenhausener Kleinstadtgeschichten inspirieren lassen. 

Das Buch, das zurzeit vor allem im Chiemgau, der Heimat des Autoren, erfolgreich vertrieben wird, wurde nun ein erstes Mal in seiner heimlichen Wahlheimat Schrobenhausen vorgestellt.Der Weg dorthin verlief, wie auch der heitere Roman selbst, recht kurios und nicht gerade zielstrebig: Einer Bitte, das Buch doch in ihrem Laden anzubieten, lehnte die Buchhandlung am Turm ab, verwies aber auf die Lokalzeitung. 

Mathias Petry von der Schrobenhausener Zeitung seinerseits sagte eine Kooperation sofort zu und schrieb einen Artikel über die Schrobenhausener Wurzeln des Buches. Auch der Trend Shop Schrobenhausen, als hipper Klamottenladen der ideale Ort, die Zielgruppe, junge Erwachsene Leser mit Interesse für Popkultur, zu erreichen, bot Unterstützung an. 

Was noch fehlte, war eine öffentliche Lesung. Der Kunstverein lud Bernhard Straßer schließlich ein, zur Eröffnung der neuen Räumlichkeiten, auf der Schaufensterbühne zu lesen. 

Neben regionaler Musik, unter anderem von der Aresinger Songwriterin Lena Köthe, trat Bernhard Straßer als Gast-Autor auf. Knapp 60 Zuhörer lauschten den wilden Geschichten von Peter, Justin und den Riederern. Ob die Kleinstadtrebellen nun Einzug in die Salons der Schrobenhausener Hochkultur halten? "Nein", meinte Straßer schmunzelnd. "Die Dame vom Literaturkreis hat das bereits ausgeschlossen. Aber immerhin: Sie hat das Buch gekauft", erzählt er und fügt grinsend hinzu: "Meine Leser sind ohnehin wohl eher an Orten wie Sigs Kneipe zu finden, als beim Kunstverein, auch wenn der Sig ja ebenfalls ein großartiger Maler ist... Aber Spaß gemacht hat es auf alle Fälle!"