Die Strasser zu Niederalm und Söllheim

Das Ergebnis einer Ahnenforschung über die ersten Straßer mit Bezug zu Kirchanschöring und Rupertiwinkl

Kirchanschöring
Kirchanschöring

 

Stammen die heutigen Straßer aus Kirchanschöring einem adeligen Geschlecht ab?

Befasst man sich mit den spätmittelalterlichen Verbindungen eines alten Adelsgeschlechtes namens Strasser, das bereits im 15. Jahrhundert Güter zu Kirchanschöring besessen hat, lassen sich erstaunliche Persönlichkeiten mit engen Verbindungen in den Rupertiwinkl erforschen. Und vielleicht war ein Nachkomme der alten von Strazzer sogar der Urahn der bis heute in Kirchanschöring lebenden Straßer.

Der älteste Bezug eines Strassers nach Kirchanschöring lässt sich aus einer Urkunde des Jahres 1472 herstellen. Die über ein halbes Jahrtausend alte Urkunde berichtet von einem Tausch zwischen dem Konvent von St. Zeno in Reichenhall und einem Ritter Hanns Strasser zu Alben. Getauscht werden die Zehnteinkünfte vom Pfarrhof in Reichersdorf (zwischen Petting und Kirchanschöring gelegen) gegen die Zehnteinkünfte des Stifts von mehreren Gütern, unter anderem in Kirchanschöring.

 

Forscht man weiter nach diesem Ritter Hanns Strasser zu Alben, stößt man auf die Geschichte einer aus Gastein stammenden Familie der Strasser. Alten Aufzeichnungen zufolge kamen sie ursprünglich aus Kärnten und wurden zu „Koryphäen des gesegneten Bergbaues an der Tauernkette in Gastein und Rauris“. Die Bergbau-Familie hatte ihre Hauptschmelze an der Badbrücke und auf der Kötschau. Während sich ein Teil der Familie Strasser erfolgreich dem Bergbau widmete, taten sich immer wieder Familienmitglieder der Strasser im Dienste des Erzbischofs von Salzburg hervor. 

Die Strasser zu Alben

Die erste schillernde Persönlichkeit mit nachweislichem Bezug zum Rupertiwinkel war Anfang des 15. Jahrhunderts Ulrich Strasser, der sich in älteren Dokumenten noch „Strazzer“ schrieb. Bereits 1404 taucht er in den Archiven als Hofmarschall im Dienste vom Salzburger Erzherzog Eberhard III. von Neuhaus auf. Auch in Laufen an der Salzach ist Ulrich Strasser bekannt: Im Jahr 1410 ließ er eine ewige Heilige Messe zahlen, die jährlich am 4. Dezember zu halten ist.

Ulrich Strasser erwarb von den Haunspergern im Jahr 1409 eine Hube zu Straß bei Weildorf.

 

Im Jahr 1412 ist Ulrich Strasser „derzeit“ Pfleger zu Neuhaus. Neuhaus, am Kapuzinerberg bei Gign in Salzburg gelegen, ist der Sitz des dortigen Pfleggericht. Ab 1416 taucht er wieder als Salzburgischer Hofmarschall auf.

Der Kirchhof in Niederalm. Foto: Ralf Roletschek
Der Kirchhof in Niederalm. Foto: Ralf Roletschek

Ein Indiz, dass Ulrich ein Vorfahr des bereits erwähnten Hanns Strasser zu Alben ist , stellt der Kauf eines ehemaligen Kirchhofes 1418 in Niederalm (Nider-Alben) im Gericht Glanegg unweit von Salzburg dar. Der Kirchhof wird später zu einem Schloss, dem heutigen Schloss Lasseregg umfunktioniert, das hundert Jahre später in den Besitz der namensgebenden Familie Lasser übergeht. Da die Adligen der damaligen Zeit sich nach ihrem Adelssitz benennen, ist Ulrich Strasser die erste Verbindung der Strasser „von Niederalm“ oder „von der Albm“ und“, auch „von Alben“ geschrieben, wie sie fortan heißen.

Eine kleine, sogar in den Geschichtsbüchern auftauchende Rolle hat Ulrich Strasser im großen bayerischen Krieg 1420-1422 gespielt. Als Diplomat im Namen des Salzburgischen Erzbischofs handelte er einen Waffenstillstand zwischen den Kriegsparteien Ludwig dem Älteren und dem Kurfürst Friedrich von Brandenburg aus.

 

Nach 1424, letzte Nennung als Siegler und Hofmarschall in Salzburg, verliert sich die Spur des Ulrich Strasser. Allerdings ist sein Begräbnisort bekannt: Die Stiftskirche in Laufen. Maximilian Prokop von Freyberg schreibt in seiner „Historischen Sammlung von Schriften und Urkunden“ über die Gräber der Strasser, dass in der Stiftskirche Laufen einige Gräber von reichen Bergleuten und Gewerken sind, die nicht aus der Gegend stammen. Darunter der Ulrich Strasser.

Ritter Hanns Strasser zu Alben

Arabella von Frauenhoven
Arabella von Frauenhoven

Dreißig Jahre später erlangt Ritter Hanns Strasser zu (Nieder) Alben Berühmtheit. Name und Herkunft deuten darauf hin, dass es sich um einen Nachkommen, vielleicht einen Enkel Ulrichs handelt.

Nicht zu verwechseln darf man ihn mit Hans von Albm, der in Laufen in Triebenbach residierte. Ritter Hans Strasser zu Albm entstammt laut den Chroniken der Gasteiner Familie der Strasser und er ist, wie Ulrich, in Laufen begraben. Ein Grabrelief für seine Frau Arabella von Frauenhoven ist noch heute im Kreuzgang der Stiftskirche zu sehen.

Im Jahr 1453 wird Ritter Hanns Strasser von Alben als „Pfleger von Halmberg“ geführt. Halmberg war neben Tettelham eines der Gerichte in der Gegend um den Waging am See.

1461 heiratet er Arabella von Frauenhoven, die nur sieben Jahre später stirbt. Sie hinterlässt einen Sohn namens Christoph.

Hanns Strasser zu Alben hatte zahlreiche Besitzungen im Rupertiwinkel. Nicht nur ein Gut in Kirchanschöring, sondern auch die Mühle in Unverzug bei Petting sowie Zehnteinkünfte vom Pfarrhof in Reichersdorf. (Die er mit dem Konvent St. Zeno gegen die Zehnteinkünfte von zwei Gütern in Kirchanschöring tauscht)

Hans Strasser zählt zu den Vertretern des Ritterstandes in der Salzburger Land-Mannschaft. Zusammen mit dem Adeligen Wolfhart Überacker von Sieghartstein bekommt er vom Erzbischof 1473 den Auftrag, den Befehl zu verbreiten, Vorkehrungen gegen den Türkeneinfall vorzunehmen.

Ritter Hanns von Strasser stirbt 1482. Sein Sohn und Erbe Christoph Strasser verzichtet auf das Lehen einiger Güter seines Vaters aus gesundheitlichen Gründen.

Christoph, der anfangs noch den Titel „Nydern Alben“ trägt, lässt sich später in Strass bei Weildorf nieder. Da er seinen Adelssitz dorthin verlegt, heißt er fortan „Christof Strasser zu Strass“.

War aufgrund der älteren Urkunden anzunehmen, dass er gesundheitlich angeschlagen ist, scheint es ihm später besser zu gehen: Er heiratet 1506 standesgemäß eine Tochter aus sehr gutem Hause: Ursula Ueberacker, die Tochter des Ritters Wolfahrt Ueberacker im Sieghartstein. Genau jener Ueberacker, der zusammen mit Hanns Strasser zu Alben Vertreter der Ritterschaft war.

Das junge Ehepaar ist jedoch nicht von Glück gesegnet. 1509 stirbt Ursula nach nur drei Jahren Ehe. 1513 stirbt die einzige Tochter Hedwig. Eine Urkunde belegt, dass für Ursula 1513 vier Jahrestage in der „Sankt Margarethskapelle in Nonntal Salzburg, wo sie auch begraben ist“ zu halten befohlen wurden.

 

Seinerseits stiftet Christof 1518 zu seinem eigenen „Jahrtag“ das Gut zu Strass, vermutlich vererbt er Strass nach seinem Tod.

Jakob Strasser von Söllheim

Erzbischof Matthäus Lang - Gemälde aus der Residenzgalerie
Erzbischof Matthäus Lang - Gemälde aus der Residenzgalerie

Mit dem Tod von Christoph scheint die direkte Linie der Strasser von Alben verloschen zu sein. Keine zehn Jahre später taucht im Jahr 1523 ein anderer Nachkomme der Strasser von Alben auf: Jacob Strasser – den genauen Verwandtschaftsgrad konnte ich bisher nicht feststellen. In einer Erbauseinandersetzung wird Jacob Strasser „früher zu Leuberstorff, jetzt zu Teisendorf ansäßig“ genannt. Vermutlich war er zuvor in Leobersdorf tätig, das damals noch zum Stift Salzburg zugehörig war. Jedenfalls lebt Jacob Strasser nun in Teisendorf, nicht weit weg von Strass, wo Christoph Strasser gestorben und Laufen, wo er beerdigt ist.

Es ist eine unruhige Zeit. Martin Luthers Thesen versetzen auch im Salzburger Erzbistum die Bauernschaft in Aufruhr. Sie forderten ein Ende des Frondienstes und zweifelten die Legitimierung der Herrschaft des Erzbischofs an. Eine Rolle spielten bei der Entstehung des Aufstandes auch die gut organisierten Gewerken des Bergbaus in Gastein und Rauris. Unter anderem tat sich Martin Strasser zu Neidegg – einer Nebenlinie der von Albm - darin hervor. Im Mai 1525 eroberten die aufständischen Bauern Hallein und die Burg Hohenwerfen. Sie besetzten unter der Führung von Michael Gruber auch die Stadt Salzburg. Allerdings konnte sich Erzbischof Matthäus Lang auf die Festung Hohensalzburg flüchten und trotzte der Belagerung drei Monate lang.

Truppen des Schwäbischen Bundes eilten schließlich Matthäus Lang zu Hilfe und beendeten die Belagerung. Es folgte ein Friedensvertrag mit den Aufständischen, den der Erzbischof allerdings sofort wieder brach. Im März 1526 brach eine diplomatische Delegation sowohl zum Erzherzog von Österreich auf, als auch zum Erzherzog von Bayern, um im Namen der Bevölkerung des Landes Salzburgs um Verzeihung für den Aufstand zu bitten. Dieser Delegation gehörte auch Jakob Strasser an, der somit in die Fußstapfen seines Vorfahren Ulrich Strasser trat. Obwohl die diplomatische Mission überaus erfolgreich war, gingen die Aufstände weiter. Unter der Führung von Michael Gaismair, dem Tiroler Bauernführer, errangen die Aufständischen zunächst einige Erfolge, ehe sie im Juli 1526 mit dem Ende der Belagerung von Radstadt endgültig unterlagen.

Finanziell war der Aufstand für Matthäus Lang eine Katastrophe. 1528 müssen die Vertreter der Landschaft des Stifts Salzburgs die hohe Verschuldung bei den Herzögen Wilhelm IV und Ludwig X von Bayern bestätigen. Zeuge ist auch Jacob Strasser zu Teisendorf.

Ähnlich wie sein Vorfahr Ulrich macht nun auch Jakob Karriere im Dienst des Salzburger Erzbischofes. Matthäus Lang ernannte ihn 1531 zum Urbarrichter in der Domprobstei.

Jakob Strasser ist mit Brigitte Munich (Munichin) verheiratet und hatte drei Kinder: Mattheus, Philipp und Tecla.

1533 verleiht ihm der Erzbischof gleich mehrere Grundstücke, Zehnten und Lehen. Es taucht in der Liste unter anderem ein „Gut zu Antschering im Tittmoninger Gericht“ auf, das er dem Wilhalm Schonbuecher abgekauft hat. Es ist die zweitälteste Verbindung der Strasser nach Kirchanschöring.

Ebenfalls im Jahr 1533 verheiratet er seine Tochter Tecla mit Sigmund von Tumpberg zum Klebstain. Die urkundlich festgehaltenen Modalitäten der Hochzeit sind heute noch erhalten.

Jakob Strasser hat somit nicht nur eine glänzende Karriere hingelegt, sondern auch seine Tochter gut verheiratet. Zudem hatte er noch eine reiche Erbschaft in Aussicht: Der wohlhabende Salzburger Hans Prätzl (III), Stammsitz in Radeck, starb und Jacob übernahm die Vormundschaft von dessen Kindern Matheus, Samson und Anna. Über Jakob Strassers eigene Eltern ist wenig bekannt. Sein Vater hieß scheinbar ebenfalls Jakob. Seine Mutter Elisabeth, wird als Vorahnin der Prätzelschen Kinder genannt, was erklärt, warum die unmündigen Erben dem Jakob anvertraut werden.

Mit dem Tod seiner Mutter Elisabeth geht eine gewaltige Erbschaft an Jakob Strasser über:  1538 wird ein Teil des Prätzl-Erbes der Elisabeth und somit dem Jacob Strasser zugeteilt. Seinen Mündeln Samson und Matheus kauft er kurzerhand einen Teil des übrigen Erbes ab. Darunter das Gut Sölhaim – der künftige Stammsitz der Straßer zu Söllheim. Das kleine Schloss, etwas außerhalb von Salzburg in Anif gelegen, wurde ihm 1539 von Kardinal Matthäus Lang als Lehen übergeben.

 

1556 erhält Jakob Strasser noch einmal eine große Erbschaft. Das Schloss Neudeck (Neidegg), bisher in Familienbesitz des Gregor Münich von Münichhausen, wahrscheinlich Jakobs Schwiegervater, gehört nun dem Jakob Strasser. 

Exkurs: Die Strasser von Gastein und Golling

Die Strasser von Neidegg in der Weitmoser Kapelle in Bad Hofgastein
Die Strasser von Neidegg in der Weitmoser Kapelle in Bad Hofgastein

In den Geschichtsbüchern wird im Bezug auf den Reichtum der Strasser immer wieder auf die Bergleute in Gastein verwiesen. Allerdings steht der Bergbaus erst mit Martin Strasser von Neidegg, der etwa zeitglich mit Jakob Strasser gelebt hat, in höchster Blüte. Auch in Golling leben Angehörige der Gasteiner und Salzburger Strasser: Ab 1524 ist der Strasshof in Golling in Besitz von Konrad Strasser, der ab 1508 zwanzig Jahre lang ein Amt auf der Burg Golling innehatte. Den Strasshof übernehmen seine Söhne Wolfgang und Christoph. Die Töchter von Christoph verkaufen den Strasshof Mitte 16. Jh. an Christoph Weitmoser aus Gastein. 1541 ist Christof Strasser – nicht zu verwechseln mit dem Christof aus Strass – Marktrichter zu Golling. Der Anfang vom Ende der großen Ära des Edelmetall-Abbaus in Gastein endet mit dem Tod der beiden Brüder Martin und Wolfgang Strasser 1560 und 1561. 

Der Niedergang der Strasser

In der selben Zeit muss auch Jakob Strasser verstorben sein. Das Erbe wird unter den drei Geschwistern verteilt. Philipp ist inzwischen Pfarrer in der Gemeinde Berndorf. Mattheus hat 1565 vom Erzbischof das Amt des Pflegers zu Golling verliehen bekommen. Vom Erzbischof Michael von Salzburg bekommt die Familie noch einmal ein umfangreiches Lehen. Unter anderem Zehnten und Lehen in Teisendorf und Oberteisendorf.

Dennoch scheint es die kommenden Jahre nicht gut für Mattheus zu laufen. Im Jahr 1570 muss er Erzbischof Jacob einen Schuldschein über 1100 rheinische Gulden aus seinem Amt ausstellen. Da die Besitzungen der Familie noch nicht geteilt sind, muss auch Bruder Philipp seinen Besitz verschreiben. Im selben Jahr müssen die beiden Brüder dem Erzbischof ihre Güter in Teisendorf wieder verkaufen. Die Kaufsumme beträgt 1500 Gulden.

Vom endgültigen Niedergang des Geschlechts der Strasser zu Sölhaim zeugt schließlich der Verkauf des Familiensitzes, des Schloss Söllheim 1576. Mattheus Strasser ist als Pfleger von Golling dem Erzbischof die hohe Summe von 2228 Gulden schuldig geblieben. Er muss zur Tilgung der Schulden das Schloss Söllheim zurückgeben. Zudem weitere Güter, unter anderem in Teisendorf. Philipp Strasser, der noch Pfarrer in Berndorf ist, stimmt der Lehensrückgabe zu.

 

Da die Güter in Kirchanschöring nicht erwähnt bleiben, ist davon auszugehen, dass sie im Besitz der Familie Strasser bleiben. Mattheus Strasser allerdings verschwindet aus den Geschichtsbüchern. Er taucht noch einmal auf. Und zwar in der Beschreibung seines Grabes. Auch er ist in der Stiftskirche in Laufen begraben. Er wird als „ein alter Salzburgischer bischöflicher Diener und Kammerer und Pfleger zu Golling“ bezeichnet. Mit ihm ist auch seine „Hausfrau, die Tochter von F. Wilhelm Brandt, derzeit Salzburgischer Hofmeister“ begraben. Dass es mit dem Geschlecht kein gutes Ende genommen hat, besagt die abschließende Inschrift: Beide sind „verdorben und gestorben, mit ihnen der Name und der Stamm abgegangen“.

Das Erbe der Strasser

Das Wappen der Strasser von Neidegg auf der Salzburger Landtafel
Das Wappen der Strasser von Neidegg auf der Salzburger Landtafel

Das Adelsgeschlecht der Strasser wird noch eine Weile von den Strassers zu Neidegg fortgeführt. Martin Strasser der Jüngere führt die Tradition der Strasserschen Pfleger in Golling fort (1588 bis 1596). Später wird er Salzburger Jägermeister unter Wolf Dietrich zu Raitenau. Da Martin Strasser nur einen Teil des väterlichen Erbes bekam, war das gesamte Strassersche Vermögen schnell zersplittert.

1601 ging Martin Strasser als Pfleger nach Moosheim in den Lungau. 1615 wurden die Besitzungen in Gastein an die Zotten und Gewerke Schott verkauft. 1620 geht Martin Strasser nach Oberkärnten, er kauft den Propst- oder Litzelhof zu Sagritz im Möllthale. Alle Strasserschen Erben im Erzstift sind um 1650 so verarmt, dass sie die landschaftliche Dezimation fortan schuldig blieben und von der Landtafel gelöscht werden.

In Gastein lebten in der Folge noch einfache Bauern mit Namen Strasser, die vermutlich Nachkommen der adeligen Strasser gewesen sind.

So nähere ich mich der Anfangsfrage meiner Recherche: Könnte es vielleicht nicht doch sein, dass die heutigen Kirchanschöringer Straßer mit dem Adelsgeschlecht verwandt sind?

 

Es bleibt die Frage: Was wurde aus den Gütern in Kirchanschöring? Um das Jahr 1650, jener Zeit also, als der Adel verarmt war, lässt sich der erste Straßer, der ein Gut in Kirchanschöring selbst bewirtschaftet hat, nachweisen. Er heißt interessanterweise Jakob Straßer. Ihm gehört das Baumanngut zu Redl in Kirchanschöring. Vielleicht ist ja der eine oder andere Spross der Adelsfamilie auf den Gütern der Familie zurückgeblieben. Der Baumannbauer Jakob Strasser jedenfalls heiratet 1644 eine Maria Schreyer. Später wird er das Schladerer-Gut in Güßhübl übernehmen, in dem sich die Familie Straßer bis heute erhalten hat. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0