Das Püppchen und wehe es ist nicht da!

Fluch und Segen zugleich: Das Püppchen
Fluch und Segen zugleich: Das Püppchen

Vor eineinhalb Jahren kaufen zwei junge Eltern beim dm ein Püppchen für ihr neugeborenes Kind. Sie hoffen, mit dem Stoffmännchen eine neue Möglichkeit gefunden zu haben, ihren Säugling zu beruhigen. Die bisherigen Methoden, stundenlang im Auto herumzufahren, oder die "Babywunder" App für das Iphone, die Autofahrgeräusche simuliert, haben sich ebenso abgenutzt wie das Wippen auf einem Gymnastikball.

 

Viele Eltern werden nun aufstöhnen, sich an die Anfangswochen nach der Geburt zurückerinnern und drei Kreuzzeichen machen, dass sie die Zeit ohne Folgeschäden überstanden haben.

Wir aber haben uns mit dem Püppchen auf Jahre hinaus vorprogrammierten Ärger ins Haus geholt. Was nämlich nicht absehbar war, war der Grad der Abhängigkeit, den das Püppchen ausgelöst hat: Wir haben aus unserem Sohn einen Püppchen-Junkie gemacht!

Anfangs ist es angenehm, wenn das Kind sofort beruhigt ist und auf den Schlummermodus umschaltet, sobald es sein Püppchen in den Armen hält. Aber wehe, wehe, wehe, das Püppchen ist nicht da.

Beispiel gefällig? Der Säugling von damals kann inzwischen laufen, hat ein Faible für K-Wörter wie Katze, Kerze, Kirche und schläft nachmittags tapfer in der Krippe. Kein Problem, Ihr habt es erraten, weil das Püppchen natürlich auch in der Krippe schläft. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass wir inzwischen vier identische Versionen des Püppchens gekauft haben. Eines für die Oma im Falle eines Übernachtungsbesuches. Eines als Ersatz, wenn das Püppchen gewaschen werden muss, wenn es Sebastian wieder in den Sossentopf oder die Kloschüssel geschmissen hat. Und eines für den Nachmittagsschlaf in der Krippe. Unterscheiden lassen sich die Püppchen allein anhand ihres Abnutzungsgrades. Da Püppchen #3 in der Krippe zu bleiben hat, brach also letztens die Hölle los, als Bastian das Püppchen auf dem Boden liegen sah, aber nicht mitnehmen durfte. Nach langem Zureden überzeugten ich, die Erzieherin und der Praktikant den Sebastian, dass das Püppchen müde ist und sich deshalb allein ins Bettchen legen will und der Sebastian beruhigt mit dem Papa alleine nach Hause fahren könne. Nach einem Ablenkungsmanöver, Gottseidank haben Kinder in diesem Alter offensichtlich ein Kurzzeitgedächtnis, konnte ich Sebastian vom Püppchen weglocken. Und was passiert? Wir waren schon kurz vor dem Ausgang, als der kleine Valentin aufgeregt hinterher watschelte, in seiner Hand das Püppchen schwenkend: Basti, Basti! Du hast was vergessen!

Was meint Ihr, wird Sebastian zu seiner Führerscheinprüfung immer noch das Püppchen brauchen? Wann lässt das wohl nach?

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