Die Traunsteiner Musikszene Anfang 2000

Eastside Express 2003 im Schnitzlbaumer
Eastside Express 2003 im Schnitzlbaumer

Anfang der Nullerjahre ist in der Chiemgauer Musikszene ein Umbruch zu spüren. Die großen Clubs, die jahrelang die Szene dominiert haben, darunter der legendäre Roots Club und die Panzerhalle, gibt es nicht mehr und die nächste Generation junger Musiker sammelt erste Erfahrungen mit ihren Bands: Im Eastside Express, der auf dem Höhepunkt des wiederaufgeflammten Blues-Brother Hypes mitschwimmt, fällt unter den elf gestandenen Musikern ein wilder Mundharmonikanist auf. Steve Allums nennt er sich. Man begegnet ihm auch auf Zivilehrgängen im fernen Spiegelau, fernab der gefühlten Zivilisation. Schon damals ist er als Gitarre spielender Bluesmusiker eine Attraktion. Bald wird er als Bayerns bekanntester Bulldogfahrer auf den großen Bühnen und Bierzelten des Landes spielen. 

Bradleys H und eine berühmte Trompete 2005 in Kirchanschöring
Bradleys H und eine berühmte Trompete 2005 in Kirchanschöring

In Übersee schicken sich sieben Jungs an, das Erbe des verstorbenen Sublime-Frontmannes Bradley Nowell unter dem Bandnamen „Bradleys H“ anzutreten. Einer von ihnen ist ein schmächtiger, zurückhaltender Trompeter namens Stefan Dettl: Tief verwurzelt in der oberbayerischen Traditions- und Trachtenkultur, wird er im Laufe der kommenden Jahre mit der Ska-Band Rockstarqualitäten entwickeln. Zur selben Zeit hat auch sein Mitschüler aus FOS-Tagen eine Band gegründet: Florian Starflinger erhält für sein Projekt „Luftmentschn“ zahllose Preise und wird mit Lob überschüttet. Die Luftmentschn stehen für musikalische Hochkultur.

Günter Wimmer und Die Springer
Günter Wimmer und Die Springer
Dunkle Gestalten der Chiemgauer Furtgehszene Anfang 2000
Dunkle Gestalten der Chiemgauer Furtgehszene Anfang 2000

Es brodelt im Chiemgau. Die jungen Wilden machen sich auf, die Musikszene zu erobern. Exemplarisch dafür stehen die Anfänge des „Festival im Grünen“ in Kirchanschöring. Die Jugendgruppe von Günter Wimmer, dessen Popstarhoffnungen sich nicht erfüllten und der deshalb als Jugendreferent im Brotjob tätig ist, organisiert als Projekt ein kleines Liebhaberfestival. Inspiriert von den Bands, die hauptsächlich auf dem Radiosender „FM4“ gespielt werden, setzen sich die Jungs und Mädels des „Im Grünen Team“ nur ein Ziel: Das genaue Gegenteil der Maschinenhütten- und Brauereibierbügel-Partys zu organisieren, was im ländlichen Raum ansonsten geboten wird. Aus dem Jugendprojekt wird ein wichtiges Sprungbrett für die Chiemgauer Nachwuchsbands und ein überregional beachtetes Festival, das im Sommer 2015 sein zehnjähriges Jubiläum feiern wird. Headliner bei der ersten Ausgabe ist Bradleys H. Stefan Dettl wird zwei Jahre später erneut auf der Bühne stehen, allerdings mit einer ganz anderen Band…

Die Entstehung der Chiemgauer Bands Hier klicken

Teil 1: Sportfreunde Stiller in der Mole Hier klicken

Teil 3: International Bohemia in der Festung Hier klicken

Mehr Retro Popkultur:


Die Anfänge des Festivals Im Grünen: Hier klicken

Chiemgauer Popkultur im Buch: Hier klicken

Kommentar schreiben

Kommentare: 0