Traunstein - sagenumwobener Fels

Fels Traunstein
Traunstein - der namensgebende Fels

Über die Entstehung des Namens der Stadt Traunstein gibt es verschiedene Geschichten. Die interessanteste Legende rankt sich um den einst eindrucksvollen Traunstein, der auf Höhe des Sparzer Grabens einst mitten in der Traun thronte.

 

Die Sage erzählt, dass einst ein Fuhrmann mit schwerer Fracht durch eine Furt der Traun wollte. ; doch in der Mitte des Flusses war der Wagen nicht mehr weiter zu bringen, da fing er zu fluchen an: »Ich wollte, daß doch alles gleich zu Stein werde!« Da – man läutete in Haslach gerade zum Gebet – ward mit einem Mal Mann und Roß und Wagen in einen großen Stein verwandelt, dessen Überreste noch heute als Traunstein an jener Stelle zu sehen sind. (Franz Haselbeck, Traunsteiner Stadtgeschichte)

Traunstein und Sparzer Graben 1910 - Foto Grainer
Traunstein und Sparzer Graben 1910 - Foto Grainer

Jahrhundertelang stand der große Fels, der denselben Namen trug wie die Stadt – Traunstein, prominent inmitten der Traun, umspült vom Wasser des Flusses. Ein stolzer Fels aus Stein, der seit jeher die Fantasie der Menschen beflügelte und indirekt der Namensgeber von Stadt und Landkreis und somit ihr Wahrzeichen sein könnte. Denn der Wunsch des Ritters nach einer Furt in Stein ging im doppelten Sinne in Erfüllung. So haben sich auch Jahrhunderte Später die Traunsteiner Stadtplaner die Köpfe zerbrochen, wie man den immer stärker aufkommenden Verkehr um die Stadt herum leiten könne. Kurzerhand baute man die Umgehungsstraße dicht an den einst idyllisch im Fluss verweilenden Felsen und es ist fast ein Wunder, dass man den versteinerten Ritter nicht gleich ganz weggesprengt hat. Denn die "Blaue Wand Straße", wie sie genannt wird, ist viel befahren und benötigte mehr als zwei Spuren. Besonnene Köpfe retteten auch nach der letzten Straßenerweiterung zumindest halbwegs den ursprünglichen Charakter des verhinderten Wahrzeichens.

Das Chiemgauer Heimatkreuz auf dem Traunstein

Jüngst ist es der Stadt gelungen, dem Traunstein ein wenig von seiner historischen Würde wieder zurückzugeben. Allerdings war die Unternehmung verbunden mit einer politischen Posse, an der Ludwig Thoma seine helle Freude gehabt hätte: Ein erster Versuch der Traunsteiner CSU, auf dem Traunstein eines der Chiemgauer Heimatkreuze des Künstlers Rolf Wassermann auf dem Traunstein aufzustellen, scheiterte am Widerstand des Stadtrates. Was eventuell daran lag, dass Wassermann selbst CSU-Mitglied des Stadtrates ist. Gleichzeitig kann das Chiemgauer Heimatkreuz, das an sich wirklich schön anzuschauen ist, ja seinerseits nichts für die Parteizugehörigkeit seines Schöpfers. So war es letztendlich durchaus zum Vorteil Traunsteins – also des Felsens - , dass nach neuer Mächteverteilung im Stadtrat, neuem Bürgermeister und mit zusätzlicher Unterstützung von Landrat Sigi Walch – kurzerhand das Heimatkreuz doch noch dort aufgestellt wurde. Die Fraktionen, die einst noch gegen das Heimatkreuz gestimmt hatten, tobten noch eine Weile. Aber spätestens, wenn man ein erstes Mal unter dem Kreuz auf dem neu gestalteten Traunstein sitzt, muss auch der strengste Stadtpolitik-Kritiker zugeben, dass der Traunstein seit vielen Jahren nicht mehr so einladend gewesen ist, wie heute. 

Der Traunstein - Vorher und Nachher


Der Traunstein beim Hochwasser 2020

Video vom Hochwasser 2020


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