Das Pesthaus in Traunstein

Das Pesthaus in Traunstein
Das Pesthaus in Traunstein

Einer der geheimnisvollsten Orte in Traunstein ist das sogenannte Pesthaus: Brandruine, Spukort und historische Stätte in einem.

Zahlreiche Legenden ranken sich um die alte Ruine, neben der Bushaltestelle Sparz gelegen. Leider widersprechen sich die im Internet zu findenden Informationen und die Texte des historischen Vereins. Deshalb würde ich mich über Kommentare zur Aufklärung des Rätsels Pesthaus sehr freuen!

 

Die Geschichte des historischen Stadtteils "Heilig Geist"

Das Pesthaus von der Sparzer Bushaltestelle aus gesehen
Das Pesthaus von der Sparzer Bushaltestelle aus gesehen

 

Das Pesthaus, historisch auch "Prantl-Keller" bezeichnet, liegt nahe des großen Kreisverkehrs unterhalb von Sparz. Dort, wo sich heute ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt befindet, lag einst der Traunsteiner Stadtteil "Heilig Geist". Anstatt des Kreisverkehrs stand damals die kleine Heilig-Geist-Kirche und das Siechen- und Leprosenhaus.

Die Kranken der Stadt wurden im 15. Jahrhundert noch außerhalb der Stadtmauern untergebracht. Ab dem 17. Jahrhundert wurde es in ein Krankenhaus umgewandelt.

Der Neubau wurde zu einem städtischen Armenhaus umgewandelt.

Die Heilig-Geist Kirche wurde 1959 wegen Baufälligkeit abgebrochen. 

Die Pest in Traunstein

Die Hinterseite des Pesthauses
Die Hinterseite des Pesthauses

Die Pest brach 1635 in Traunstein aus. Die ersten Pestkranken wurden im in der Nähe des Leprosenhaus gelegenen hölzernen "Waldmeisterhäusl" untergebracht. Ganz in der Nähe entstand ein neues Pestlazarett, das "Prechenhaus". Ebenfalls in der Nähe wurde der Pestfriedhof angelegt. 

An der Auffahrt nach Sparz erinnert der Peststein an ihn. Da dieser Peststein neben der Brandruine steht, gehen viele davon aus, dass es sich bei der Ruine um das Pesthaus handelt. Dies ist allerdings falsch.

 

 

Pesthaus oder Prantlkeller?

Pesthaus oder Prantlkeller?
Pesthaus oder Prantlkeller?

 

In Wirklichkeit ist es die Ruine des Prantlkellers: Die Prantls waren eine Bierbrauer-Familie, die das heutige Schnitzlbaumer betrieben. In der Ruine lagerten sie Bier und Eis, das im Winter aus dem nahe gelegenen Weiher geschlagen wurde. 

Noch heute soll es in der Ruine weite Gänge tief in den Berg hinein geben. Allerdings ist das Betreten streng verboten.

So haben sich der schaurige Charakter der Ruine mit dem schrecklichen Inhalt der Inschrift des Peststeines zu einer Legende vermischt und ein ehemaliger Bierkeller wurde in der Erinnerung des Internets zur Urban Legend, zum "Pesthaus". Dass es in dem alten Gemäuer - das um 2001 einem Brand zum Opfer fiel - spukt, versteht sich natürlich von selbst! 

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