Adventskalender früher und heute

"Wenn die stade Zeit vorbei ist, wirds auch wieder ruhiger", soll Karl Valentin einmal gesagt haben. Jetzt geht sie also wieder los, die stade Zeit. Samt Konsumwahnsinn, Kerzen, Karussell am Christkindlmarkt und... Adventskalender. 

Seit Tagen fragen die Kinder schon: Wie oft noch schlafen? Wie oft noch schlafen? Heute war es endlich soweit. 

Punkt sechs Uhr sind die Kinder aus den Betten gehüpft, korrigiere, aus unserem Bett gehüpft, und sind in ihre Zimmer gestürmt. Warum? Ist denn heute schon Weihnachten? Fast. Im Dezember 2017 ist nämlich in heutigen Kinderzimmern jeden Tag Weihnachten. Zumindest was die Geschenke angeht. Die sind nämlich heutzutage bereits im Adventskalender drin. Heute morgen um 6:01 Uhr spielten die Kinder bereits begeistert mit einem Playmobilpiratenboot und einer Playmobil Kuh.  Bei Euch auch? Diese waren nämlich in den Playmobil Adventskalender drin. Und während anfangs die Kuh noch im Piratenboot mitrudern dürfte, gab es um 6:05 Uhr schon wieder Geschrei: "Meins!" "Du nicht!" "Geh weg!" "Du Pupser!" "Mama, der Loni hat Pupser zu mir gesagt!" Ihr kennt das. Jedenfalls: Playmobil! Am ersten Dezember! Und wir sind nicht die einzigen mit extravaganten Adventskalender. Die anderen Kinder haben einen TipToi Adventskalender der jeden Tag eine Weihnachtsgeschichte erzählt. Oder es gibt Nützliches wie einen Radiergummi. Oder eben Playmobil und Schleichtiere.

Playmobil! Sowas hat es früher nicht mal zum Nikolaus gegeben! Höchstens am Heiligabend vom Christkind. Und heute bringt das die Oma zum ersten Dezember!

Früher. Ja früher war alles anders. Am ersten Dezember 1984 gab es im Hause Straßer auch einen Adventskalender. In dem waren Bilder drin. BILDER! Bilder von Engeln und Nikoläusen, Kerzen und braven Kindern. Wie wir es damals waren.

Wobei. Um ganz ehrlich zu sein:  Brave und bescheidene Kinder waren wir damals auch nicht. Wir haben gemeckert und gejammert, dass wir auch, wie die anderen Kinder, einen Adventskalender haben wollten mit SCHOKOLADE drin! Und nicht so blöde Bilder. Unsere Eltern meinten dann, dass in ihrer Kindheit die Kinder froh waren, wenn sie überhaupt einen Adventskalender bekamen und damals wären Kinder froh und dankbar über die Bilder gewesen.

Wir bekamen dann im nächsten Jahr trotzdem unseren Schokoladenkalender. Und den hoben wir uns noch lange auf und schmolzen nach Weihnachten die Schokoladenreste, gossen sie in die Formen des leeren Adventskalenders und nahmen ihn noch einmal her. Eine frühe Form des Recyclings sozusagen.

Das funktionierte wahlweise auch mit Wachs. Wir haben es ausprobiert. 

2017 also Playmobil. Was kommt als nächstes? Bayernlose? Parfum? Oder Schnaps im Adventskalender??? 

 

Wie bitte, gibt es schon, sagt ihr? Dann Servus, ich muss weg, dringend etwas besorgen!

Coming soon:

"Das Elterntagebuch - die ersten Jahre" ist gerade in Druck!

Sofern Ihr noch Weihnachtsgeschenke für werdende oder gestresste Eltern sucht: 

Demnächst überall wo es Bücher gibt!

 

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