Skifahren bei den Benzeck-Liften Reit im Winkl mit den Kindern

Unsere beiden Kinder sind inzwischen fortgeschrittene Ski-Anfänger. Die meisten Skilifte für Kinder im Chiemgau haben wir inzwischen schon ausprobiert. Die Benzeck-Lifte in Reit im Winkl gingen uns noch ab. Und tatsächlich saßen nach einem idealen Vormittag auf der Piste am Ende zwei glückliche Kinder und zwei erleichterte Erwachsene im Auto. Doch bis dahin hat es mal wieder ganz schön gekracht.

Wir hatten uns mit unseren Freunden und deren Kindern, die ebenfalls noch Ski-Anfänger beziehungsweise erfahrene Anfänger sind, für 10 Uhr am Benzeck verabredet. Punkt zehn Uhr waren die anderen schon da, die von Traunstein aus die Route über Unterwössen gewählt hatten. Unsere Familie stand seit einer halben Stunde im Stau vor dem Seegatterl. Anfängerfehler. Etwas belustigt schauten wir den Urlaubern und Münchener Tagestouristen dabei zu, wie sie ungläubig das Hinweisschild, der Hauptparkplatz Seegatterl sei voll, ignorierten und anschließend spektakulär im Straßengraben parkten oder umdrehen mussten. Mit leichter Megaverspätung kamen wir also in Benzeck an. Wie immer verwandelten sich unsere Kinder ab da in Kleinkinder und hatten das eigenständige Skischuhe anziehen ebenso verlernt wie den sachgemäßen Transport eines Paar Skis zum Lift. Die Stimmung hätte kaum schlechter sein können, dachte ich. Da hatte ich noch nicht die Preise am Benzeck angeschaut. Wir waren die familienfreundlichen Preise für Kurz-Skifahrer von Inzell und Ruhpolding gewöhnt. Hier am Benzeck gab es nur Halbtageskarten. Und selbst unser Kleiner, der zwischen meinen Beinen Lift fährt, musste etwas zahlen. So erreichten wir stolze 41 Euro für noch verbleibende zweieinhalb Pistenstunden.

Mit Grabesmine stellten wir uns in die recht lange Schlange an. Inzwischen hatten wir die andere Familie entdeckt. Dort war die Stimmung ähnlich grandios, da sich eines der Kinder dafür entschieden hatte, die Skikarriere an den Nagel zu hängen und künftig Snowtuber zu werden. Als wir am Lift an die Reihe kamen, fürchtete ich das allerschlimmste. Beim letzten Mal lagen meine Kinder mehr auf dem Boden als auf dem Tellerlift. Diesmal klappte es relativ gut und wir kamen alle ohne größere Verzögerungen oben an. Die Schneeverhältnisse, die Piste und die tolle Aussicht auf die Reit im Winkler Berge stimmten mich etwas milder und beinahe hätte ich kurz gelächelt. Aber da stand uns die erste Abfahrt mit den Kindern bevor. Die schalteten erneut in den Baby-Modus um und rutschten lamentierend, jammernd und teils auf dem Hosenboden Richtung Tal.

Als es bei der zweiten Lift-Runde zu größeren Diskussionen gab, wer mit dem Papa fahren dürfe und wer mit der Mama fahren müsse, platzte der Mama oben angekommen der Kragen. Sie ließ alle Männer der Reihe nach aufstellen und erteilte ihnen eine gewaschene Standpauke. Offiziell war die Schimpfe an die beiden Kinder gerichtet. Aber der daneben stehende Papa, also ich, wusste genau, dass die Schimpfkanonade insgeheim ihm galt. Denn ohne den unermüdlichen Einsatz der Mama würden die Kinder bis heute weder Schwimmen noch Skifahren können.

Es gab nur noch eine Rettung des miserabel gestarteten Ski-Tages. Die Familien mussten aufgeteilt werden. Also fuhren die Mamas mit den großen Kindern rüber zum Schlepplift auf die Fortgeschrittenen Piste. Die Papas blieben mit den Kleinen auf dem Anfänger-Berg zurück. Und einigten sich rasch, nachdem auch das zweite Kind sein Veto einlegte, auf die Snowtube-Piste zu wechseln.

Auf zwei Reifen ging es für uns dort erst gemächlich den Hang hinauf. Der Plan, dass wir uns dort oben treffen, um gemeinsam runterzufahren, scheiterte schon daran, dass es oben keinen Ausstieg gab. Nein, die Reifen landeten in einen Kanal, fuhren erst gemächlich um die Kurve und landeten sofort in immer schnellerer Beschleunigung auf der Piste und rasten nach unten. Aus dem Blick des Kleinen war sämtliche selbstsichere Überlegenheit gewichen. In einer Mischung aus leichter Todesangst und Faszination starrte er mich an und kurz dachte ich, er verzeiht es mir nie, dass ich ihm diese rasante Fahrt erlaubt hatte. Unten angekommen, schrie er aber sofort: „Nochmal!“

Auch die anderen kamen hochzufrieden von ihrem Trip zur nur 150 Meter entfernten etwas steileren Benzeck Abfahrt zurück. Dort standen kaum Skifahrer an und sie konnten in Ruhe mehrere Abfahrten genießen.

 

Als Fazit waren wir uns einig, dass Benzeck durchaus ein empfehlenswertes Skigebiet für die Kleinen ist und auch die Eltern auf ihre Kosten kommen. Einzige Einschränkung ist der Preis. Benzeck rentiert sich nur, wenn man wirklich einen halben oder ganzen Tag auf der Piste verbringen möchte. Ansonsten gibt es im Chiemgau mit Kessellift Inzell und dem Ruhpoldinger Unternberg gute Alternativen. Vorteil Benzeck sind die sehr guten Schneeverhältnisse und die tolle Aussicht. Wenn es künftig beim Wirt auch noch Apfelschorle gibt, sind wir vollends zufrieden!

Das ideale Geschenk für alle Eltern und die, die es (lieber nicht) werden wollen:

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