Florenz mit Kindern – Erfahrungen & Tipps für 2 Tage

Florenz mit Kindern – das klingt nach Kulturschock in beide Richtungen. Die Stadt ist zu groß, zu heiß, zu überwältigend. Und die Kinder? Die wollen eigentlich an den Pool. Wir haben es trotzdem gewagt: zwei Tage Florenz auf unserer Italienischen Reise, mit Dom, Uffizien, Accademia, Piazzale Michelangelo – und all den Fehlern, die man machen kann, wenn man zu viel will und zu wenig Zeit hat. Was davon wirklich funktioniert hat, was nicht, und warum das Museo Galileo der heimliche Held unseres Florenz-Besuchs war: hier ist unser ehrlicher Familienbericht.

Nach dem aufregenden Start unserer Italienischen Reise ging es für uns in der Toskana weiter. Wir besuchten die vielleicht bedeutendste Kulturstadt der Welt, die wunderschöne Stadt Florenz. Wie kann man diese historische Stadt in nur 2 Tagen mit Kindern optimal erleben? Gar nicht! Jedenfalls nicht so, wie wir Florenz besuchten. Deshalb berichte ich, welche Florenz-Fehler wir gemacht haben, aber auch, was gut mit den Kindern klappte, damit Ihr beste Voraussetzungen habt, selbst Florenz mit Eurer Familie mehr genießen zu können als wir. Viel Spaß beim nachlesen unserer nächsten Station der Italienischen Reise: Familienurlaub in der Stadt der Renaissance!

Florenz mit Kindern – zu viel, zu heiß, zu großartig

Florenz. Die Stadt ist überwältigend, zu großartig und intensiv für kulturliebende Menschen wie mich. Zumindest für nur einen Besuch. Florenz ist die Hauptstadt der Toskana, die Hauptstadt der Renaissance, vielleicht sogar die Hauptstadt der Kultur an sich. Wie ein Kind im Süßwarenladen hat mich die Stadt am ersten Tag schier verrückt gemacht. Jemand wie ich hält es kaum aus, wenn er all die großartigen Kulturschätze nur wenige Minuten entfernt weiß und dennoch nicht alles auf einmal anschauen kann. Zum Leidwesen meiner Familie. Sie hatten ihre Mühe, mich in meiner Florenz-Begeisterung einzubremsen und den Fokus auf das wirkliche Florenz abseits der Touristensensationen zu lenken. Denn das echte Florenz, das ist vielleicht die Tasse Espresso oder das Cornetto zum Frühstück. Das wahre Florenz erlebt man vielleicht früh am Morgen, wenn auf den Plätzen nur ein einzelner Mensch steht, der gerade fegt. Oder am Abend, wenn man über den Dächern auf der Piazza Michelangelo steht und den Sonnenuntergang anschaut. All das möchte ich einmal erleben, wenn ich noch einmal nach Florenz zurückkehre. Denn jetzt, bei meinem ersten Mal in Florenz, stürzte ich mich wie ein Besessener auf die altbekannten Wahrzeichen.

Tag 1: Dom, Markthalle und ein Museum, das keiner wollte

Wir spazierten vom Bahnhof zielstrebig Richtung Dom. Oder doch lieber zu den Uffizien? Oder zur Accademia? Oder... es war schrecklich mit mir. Dann standen wir vor dem Dom. Und natürlich war er eindrucksvoll, riesig, voller manieristischer Eigenarten. Aber wir waren nicht allein. Wir zwängten uns durch Dutzende Selfiefotografen und verließen den Domplatz rasch durch eine Seitengasse. Dort, wo kaum Menschen waren, war es aber auch nicht mehr so schön. Dafür war es schattig. Das Thermometer zeigte längst über 30 Grad, und wir flanierten zielstrebig abseits aller Sehenswürdigkeiten Richtung Fluss. Links von uns tauchte auf einmal das Museo Galileo, das Wissenschaftsmuseum, auf. Und ehe ich protestieren konnte, dass das Museum nur auf Platz 32 meiner Prioritätenliste lag, hatten wir schon Eintritt bezahlt. Das Museum war klimatisiert – Argument genug für die Familie, es anzuschauen. Außerdem gab es keine Schlange, kein Skip-the-Line-Ticket, das man zu einem horrenden Preis eine Woche vorher buchen musste. Dafür gab es eine herrlich unfreundliche, sprich authentische toskanische Ticketverkäuferin.

Das Museo Galileo – Florenz mit Kindern bei 35 Grad

Wir waren eine knappe Stunde in Florenz, hatten, bis auf den Dom, nichts Nennenswertes gesehen und waren jetzt in einem Museum, das mich nicht interessierte. Und ich verstand es nicht. Sicher, eindrucksvoll waren sie schon, die unzähligen Wissenschaftsgeräte der Renaissance. Und wertvoll. So wertvoll, dass sie einst in den Uffizien neben den Kunstwerken ausgestellt wurden. Erst später trennte man beide Museen. Nur kurz machten wir uns die Mühe, alle Hinweisschilder online zu lesen und uns die Audiodateien anzuhören. Denn so gut die wissenschaftlichen Geräte auch erklärt waren, ich verstand das meiste nicht. Ich war in Physik nie gut und beließ es beim Staunen.

Galileis Mittelfinger und andere Highlights für Kinder

Letztendlich waren es zwei Ausstellungsstücke, die mich nachhaltig bewegten. Zum einen der Original-Mittelfinger von Galilei. Ja, der wurde tatsächlich von Fans amputiert und wird bis heute in diesem Museum aufbewahrt. Welch passendes Stück, bedenkt man, dass Galileo der Kirche mit seiner Wissenschaftsarbeit den Mittelfinger zeigte. Den zweiten beeindruckenden Moment erlebte ich, als ich vor einer Gerätschaft von Reichenbach stand. Ja, jener Reichenbach, nach dem die Pumpe in unserem Traunsteiner Salinenpark benannt ist. Reichenbachs Geräte wurden hochgepriesen. Anscheinend war er in seinem Metier ein so großes Genie, dass er es nicht nur in den Salinenpark, sondern auch ins Galileo-Museum von Florenz geschafft hat.

Loggia dei Lanzi: Unser schönster Florenz-Moment

Das Schönste am Museum aber war, dass es bereits ein Teil der Uffizien ist. Denn der Ausgang befand sich direkt am Arno, und einmal um die Ecke wandelten wir endlich durch die Arkadengänge der Uffizien. Erst jetzt spürte ich dieses Gefühl, endlich in Florenz angekommen zu sein. Endlich jagte eine Sehenswürdigkeit die nächste, und auf engstem Raum konnte ich meiner Florenz-Faszination freien Lauf lassen.

An dieser Stelle möchte ich den wertvollsten aller Reisetipps aussprechen, den ich selbst wieder einmal viel zu spät realisiert habe: Wer eine Stadt wirklich kennenlernen möchte, wer Erinnerungen kreieren möchte, wer seine Seele von dem Zauber der Stadt inspirieren lassen möchte, der wird dies nicht erreichen, indem er von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzt. Sicherlich, man wird auf Instagram und im Reisefotobuch mit tollen Selfies an den berühmtesten Orten der Welt glänzen können. Aber wird man wirklich dort gewesen sein? Wird man sich auch Jahre später noch an ein Gefühl erinnern können? Die meiste Zeit der zwei Tage in Florenz bin ich von Instagram-Spot zu Instagram-Spot gehetzt und war wie das Kind im Süßwarenladen trotzdem gehetzt und getrieben, weil dort drüben ja die nächste, noch tollere Sehenswürdigkeit war. Wann war ich also wirklich da, wann war ich wirklich in Florenz und habe etwas gefühlt? 

Es war hier, an der Loggia dei Lanzi. Wir saßen auf den Stufen und blieben einfach dort sitzen und ließen die Eindrücke des Platzes auf uns wirken. Hier hat man auf wundersame Weise gleich einige der großartigen Kulturschätze von Florenz im Blick. Ich schaute dem Treiben auf der Piazza della Signoria zu, studierte die Konturen des David, der hier als Kopie aufgestellt ist, schaute den Wasserspielen am Neptunbrunnen zu. Noch mehr bewegten mich aber die vielen Skulpturen, die hinter uns in der Loggia aufgestellt waren. Ein Meisterwerk neben dem anderen. Ich weiß bis heute nicht, wie berühmt, wichtig oder wertvoll diese ganzen Statuen sind. Ich weiß nur, dass sie tiefe Eindrücke hinterließen. Der Raub der Sabinerinnen. Die Darstellung von Patroklos und dem Leichnam von Menelaos, unter der wir saßen. Herakles und der Zentaur. Ich hätte stundenlang hier weiter sitzen können und über die Sagenfiguren sinnieren. Über die Renaissance-Künstler, die sie schufen. Und über die Medici, die sie aufstellen ließen. Aber es wurde immer heißer, die Kinder waren schon jetzt müde und wollten zurück nach Fiesole an den Pool. Der Ausflug war nur ein kleiner Florenz-Teaser. Der es mir leichter machen sollte, am nächsten Tag die Stadt etwas besser zu genießen, weil ich das Wichtigste schon gesehen hatte. Spoiler: Das sollte nicht klappen.

Fußballtrikots, Feilschen und Uno am Pool

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof spazierten wir noch durch die engen Märkte und durch die große Markthalle. Die Kinder kauften sich Firenze-Fußballtrikots. Allerdings zu recht teuren Preisen. Der Verkäufer ließ mit sich feilschen, schimpfte aber trotzdem, dass dies Florenz sei und man hier nicht auf Schnäppchen hoffen sollte. Das Herrliche an unserer Urlaubsplanung war, dass wir nach dem anstrengenden Vormittag in Florenz den Nachmittag tatsächlich erholsam am kühlen Pool verbringen konnten. Für den Abend reservierten wir uns im Pool-Restaurant einen Platz. Das Essen war überraschend gut, die Aussicht bei Nacht noch schöner als am Tag und wir spielten Uno, bis uns die Augen zufielen.

Tag 2: Uffizien, Accademia und das große Florenz-Chaos

Tag 3 unserer Italienischen Reise: Florenz!
Tag 3 unserer Italienischen Reise: Florenz!

Unser zweiter Tag in Florenz auf unserer Italienischen Reise. Eine Stadt voller Kunstschätze, historischer Gassen und unvergesslicher Erlebnisse. Wir tauchen ein in die Wunder der Uffizien und der Accademia, kämpfen uns durch die Touristenmassen und genießen die stille Schönheit der Altstadt am frühen Morgen. Doch auch die Herausforderungen, die der Besuch dieser beliebten Attraktionen mit sich bringt, bleiben nicht unerwähnt. Lasst euch von meinen persönlichen Eindrücken und Tipps inspirieren und lernt aus unseren Fehlern für euren eigenen Besuch in dieser faszinierenden Stadt.

Tickets in Florenz: Wie wir fast das Doppelte bezahlt haben

Früher Morgen am Dom. Müde?
Früher Morgen am Dom. Müde?

Bevor ich von unserem zweiten Florenz-Tag erzähle, muss ich noch etwas über das italienische Ticket-System loswerden: Ich zahle gerne Eintritt, um die großartigsten Kunstschätze der Welt zu sehen. Auch im Voraus ein Online-Ticket zu buchen, um mir den Zugang für einen bestimmten Time-Slot zu sichern, mache ich gerne. Doch wenn dies über private Anbieter läuft, es Dutzende verschiedene Ticket-Kombinationen gibt und die Anbieter fette Zuschläge draufschlagen, empfinde ich das als Frechheit. Als ich vor Ort die eigentlichen Eintrittspreise studierte, fiel mir die Kinnlade herunter. Für die Uffizien und die Accademia hatte ich fast doppelt so viel gezahlt, wie vor Ort. Man bezahlt hier nämlich nicht nur das Ticket, sondern auch das „Skip the Line“, und zusätzlich noch einen Verwaltungsaufschlag für Kinder, die eigentlich freien Eintritt hätten. Der Andrang auf diese beiden Museen war so groß, dass wir keine andere Wahl hatten. Hätten wir uns in die lange Schlange eingereiht, hätten wir keine Garantie gehabt, tatsächlich einen Platz für einen Time-Slot zu bekommen. Für meinen nächsten Florenz-Besuch werde ich mir sehr genau überlegen, ob ich mir diesen Wahnsinn noch einmal antue.

Florenz am frühen Morgen – der beste Tipp für Familien

Das verschlafene Florenz am frühen Morgen
Das verschlafene Florenz am frühen Morgen

Wir hatten uns einen frühen Time-Slot gebucht und fuhren im Morgengrauen mit dem Auto nach Fiesole. Dort parkten wir auf einem der blau markierten Parkplätze (für Dauerparker) und warteten auf den Bus. Alles verlief so reibungslos, dass wir kurz misstrauisch waren. In Florenz erwartete uns eine menschenleere Altstadt. Die vielen Stehcafés, die Kaffee aufbrühten und Dolci verkauften, boten eine malerische Kulisse. Wir schlenderten über den Vorplatz des Doms, der anders als noch am Vortag nur von einem einzigen Straßenfeger bevölkert war. Es waren nur einheimische Italiener zu sehen, die gerade ihre Geschäfte vorbereiteten. Diese frühen Morgenstunden waren vielleicht die schönsten Momente in Florenz. Wir kauften uns Frühstück und saßen wieder auf den Stufen der Loggia, den David fest im Blick. Natürlich war dies nur eine trügerische Idylle. Je näher die Öffnung der Uffizien rückte, desto mehr füllten sich die Straßen. Eine Stunde vor Zugang holten wir unsere Tickets. Dann spazierten wir zur Ponte Vecchio und warteten, bis es soweit war. Den Kindern las ich vom Vasari-Korridor vor, und sie spannen die fantastischsten Ideen, wofür dieser alles genutzt worden sein könnte.

Uffizien mit Kindern: Botticelli, Römerköpfe und ein Nickerchen

Nach so viel Römerglump irgendwann erschöpft.
Nach so viel Römerglump irgendwann erschöpft.

Dann war es soweit. Die morgendliche Idylle war bei den Uffizien längst dem Andrang der Massen gewichen. Wir reihten uns in die Maschinerie ein und es gab kein Zurück. „Skip the Line“ bedeutet übrigens, dass man nur in einer überschaubaren Reihe warten muss. Wir wälzten uns mit der Masse von der Ticketkontrolle zur Gepäckkontrolle zur Kontrolle, ob alles kontrolliert wurde, und bald hatte ich schon gar keine Lust mehr. Als wir endlich drinnen waren, begingen wir unseren ersten Fehler: Anstatt die frühe Zeit zu nutzen und sofort zu den berühmten Kunstwerken zu eilen, blieben wir schon bei den Römerkopfskulpturen hängen. Klar, die waren ja auch irgendwie sehr cool: Augustus, Marc Aurel, Commodus, Nero – die ganzen Stars der römischen Geschichte. „Wo ist Cäsar?“ fragten die Kinder, und wir brauchten eine Weile, bis wir ihn fanden. Ich glaube, die Kinder hatten hier ihre schönsten Momente. Für die Römer interessierten sie sich aufgrund exzessiven Asterix-Konsums am meisten.

Botticelli, Primavera und was Kinder wirklich interessiert

Das Supermodel der Rennaissance
Das Supermodel der Rennaissance

Doch eigentlich waren wir wegen eines ganz besonderen Bildes da. Wir hatten uns im Vorfeld so gut es ging über Botticelli informiert und warum seine Venus ein besonderes Bild ist. Aber, wie immer, muss man davorstehen und sich seinen eigenen Eindruck machen. Das Schöne an der Venus ist, dass sie nicht ganz so gehypt ist wie die Mona Lisa. Der Raum war nicht überfüllt, wir hatten genug Raum und Muße, um uns das Gemälde in Ruhe anzuschauen. Die Venus war nie eines meiner Lieblingsbilder, aber ich muss zugeben, dass mich ihr Gesicht, ihr Gesichtsausdruck, sehr inspiriert hat.

"Bitte die Bilder nicht berühren!"
"Bitte die Bilder nicht berühren!"

Die Massen, die sich durch die langen Uffizien-Gänge schoben, die gezückten Handys, die rasch dieses und jenes weltberühmte Bild fotografierten, verdarben uns aber rasch die Freude am Museum. Letztendlich war es wesentlich lehrreicher, in die leeren Gesichter der Besucher zu blicken, die sich gestresst von Bild zu Bild schoben und mehr auf ihren Handybildschirm als auf das Originalbild schauten. Dennoch hier die wichtigsten Bilder im Schnelldurchgang: Unser Leo hat sofort erkannt, dass Botticellis „Primavera“ irgendwie noch cooler ist als die Venus. Jedenfalls hat er sich dieses Gemälde viel intensiver angeschaut. Ich lief, während die Kinder völlig erschöpft am Gang ein Nickerchen machten, noch einmal durch die halben Uffizien, weil ich den „Leonardo“ suchte. „Die Verkündigung“ von Leonardo da Vinci war gerade umgehängt, und der Name des Bildes klang wesentlich cooler, als das Bild an sich war. „Die Madonna im Grünen“ lockte auch aufgrund des prominenten Urhebers, nämlich Michelangelo, zahlreiche Smartphones und Insta-Selfie-Jäger an. Auch dieses Bild ignorierte ich und freute mich jedes Mal, wenn ich ein Gemälde von Piero della Francesca sah. Allerdings in nostalgischer Erinnerung an frühere Toskana-Urlaube, in denen ich selbst genötigt war, dessen Werke anzuschauen.

Piazzale Michelangelo mit Kindern: Aussicht gegen Familienwillen

Bester Aussichtspunkt in Florenz: Piazzale Michelangelo
Bester Aussichtspunkt in Florenz: Piazzale Michelangelo

Nach dem kräftezehrenden Besuch in den Uffizien ging es stetig bergab. Draußen hatte es wieder an die 40 Grad, und ich wollte unbedingt noch zum fantastischen Aussichtspunkt „Piazzale Michelangelo“. Der Weg dorthin stetig bergauf, teils schattig, führte durch das Parfum-Viertel und herrliche Parkanlagen. Oben erwartete uns tatsächlich eine herrliche Aussicht auf die Altstadt. Das Problem nur: Keiner meiner kleinen Reisegruppe konnte mehr. Protest von allen Seiten. Meine Mitreisenden rebellierten, und ich konnte sie auch nicht mit Pasta und Pizza dort oben besänftigen.

Auf dem Rückweg gab es noch einige schöne Aussichten
Auf dem Rückweg gab es noch einige schöne Aussichten

Auch hatte ich unterschätzt, dass der Fußweg von dort oben runter zur Accademia ziemlich lang ist. Wie Fremdenlegionäre in der Sahara hechelte meine Familie protestierend und stöhnend wieder hinunter. Keiner hatte einen Blick auf die herrliche Aussicht und das satte Grün der Parkanlagen. Nur der strahlende Papa. Als wir irgendwann wieder in die Touristenströme vor der Accademia einbogen, waren eigentlich alle so entnervt, dass keiner mehr Lust hatte, sich den David anzuschauen. Wozu auch, waren wir doch an dessen Kopie schon oft genug vorbeigelaufen.

Accademia mit Kindern: Kurz, humorlos, trotzdem sehenswert

Man ist nicht allein: Academia Florenz
Man ist nicht allein: Academia Florenz

Unser Besuch in der Accademia verlief kurz und humorlos. Während ich mir hochinteressiert die unvollendeten Skulpturen der Sklaven anschaute, döste der Rest meiner Reisegruppe im Halb-Delirium auf einer der Besucherbänke. Alles falsch gemacht. Den nächsten Florenz-Besuch werden wir wohl etwas anders organisieren. Auf dem Weg zurück nach Fiesole waren offensichtlich alle erleichtert, dass sie an das Thema Florenz einen Haken machen durften und freuten sich auf den Pool.

Unsere Tipps für Florenz mit Kindern – was wir nächstes Mal anders machen

Uffizien

  • Geschichte: Die Uffizien wurden im 16. Jahrhundert von Giorgio Vasari im Auftrag von Cosimo I. de’ Medici erbaut, ursprünglich als Verwaltungsgebäude der florentinischen Regierung.
  • Sammlung: Die Galerie beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen italienischer Renaissancekunst, darunter Werke von Botticelli, Michelangelo, Leonardo da Vinci und Raphael.
  • Besonderheiten: Zu den bekanntesten Kunstwerken zählen Botticellis "Die Geburt der Venus" und "Primavera". Die Uffizien sind auch mit dem Palazzo Pitti durch den Vasari-Korridor verbunden

Piazzale Michelangelo

  • Lage: Auf einem Hügel im Oltrarno-Viertel gelegen, bietet dieser Platz einen atemberaubenden Panoramablick über Florenz und den Arno.
  • Geschichte: Der Platz wurde 1869 von Giuseppe Poggi anlässlich der Umgestaltung der Stadt im Renaissancestil entworfen.
  • Highlights: Neben dem spektakulären Ausblick ist der Platz bekannt für seine Kopie von Michelangelos David. Es ist ein beliebter Ort für Touristen, um Sonnenauf- und -untergänge zu genießen

Accademia

  • Geschichte: Die Galleria dell’Accademia wurde 1784 von Großherzog Leopold von Lothringen gegründet, um Studenten der Kunstakademie Zugang zu bedeutenden Kunstwerken zu ermöglichen.
  • Sammlung: Das Museum ist vor allem für Michelangelos David bekannt, der dort seit 1873 ausgestellt ist. Außerdem beherbergt die Accademia weitere unvollendete Werke Michelangelos sowie eine bedeutende Sammlung von Gemälden aus dem 14. bis 16. Jahrhundert.
Eine Statue, die dort prominent platziert wurde.
Eine Statue, die dort prominent platziert wurde.

  • Besonderheiten: Neben dem David sind auch Michelangelos „Gefangene“ und das Gemälde „Madonna mit Kind“ von Botticelli zu sehen

Infobox Museo Galileo:

  • Ort: Piazza dei Giudici 1, 50122 Florenz, Italien
  • Öffnungszeiten: Täglich von 9:30 bis 18:00 Uhr, dienstags geschlossen
  • Eintritt: Erwachsene 10 €, Kinder (6-18 Jahre) 6 €, unter 6 Jahren frei
  • Hauptattraktionen:
    • Original-Mittelfinger von Galileo Galilei: Symbolischer Finger, der der Kirche sprichwörtlich den Mittelfinger zeigte.
    • Geräte von Reichenbach: Bedeutende wissenschaftliche Instrumente aus der Renaissance.
  • Besonderheiten:
    • Klimatisiert: Perfekt für heiße Tage in Florenz.
    • Authentische toskanische Atmosphäre: Unfreundliche, aber charmante Ticketverkäuferin.
  • Tipps:
    • Keine langen Warteschlangen oder teure Skip-the-Line-Tickets nötig.
    • Ideal für eine 1-2 stündige Besichtigung.
    • Perfekte Ergänzung zu einem Besuch der Uffizien, da der Ausgang direkt am Arno liegt.

Häufige Fragen zu Florenz mit Kindern

Lohnt sich Florenz mit Kindern überhaupt?

Ja – aber mit realistischen Erwartungen. Florenz ist überwältigend, laut und heiß. Wer zwei Tage von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzt, wird erschöpft nach Hause fahren. Wer sich aber Zeit lässt, früh morgens aufbricht und auch mal einfach auf den Stufen der Loggia dei Lanzi sitzt, erlebt etwas Unvergessliches. Unsere Kinder haben die Römerköpfe in den Uffizien geliebt – dank exzessivem Asterix-Konsum.

Wie viele Tage braucht man für Florenz mit Kindern?

Mindestens zwei volle Tage, besser drei. Mit einem Tag schafft man kaum mehr als Dom und Uffizien – und selbst das ist mit Kindern ambitioniert. Wir waren zwei Tage und haben Dom, Museo Galileo, Uffizien, Piazzale Michelangelo und Accademia besucht. Rückblickend war das zu viel auf einmal. Ein entspannter dritter Tag für Ponte Vecchio, Markthalle und einfaches Schlendern wäre ideal gewesen.

Muss man für die Uffizien und die Accademia Tickets im Voraus buchen?

Unbedingt – und direkt über die offiziellen Websites, nicht über private Anbieter. Wir haben fast das Doppelte bezahlt, weil wir über einen Drittanbieter gebucht haben. Dieser schlägt nicht nur einen Verwaltungsaufschlag drauf, sondern berechnet auch für Kinder Gebühren, die eigentlich freien Eintritt hätten. Für die Uffizien gilt: Frühen Time-Slot buchen und als erstes zu Botticelli gehen – später ist es unerträglich voll.

Was ist das beste Museum in Florenz für Kinder?

Überraschenderweise das Museo Galileo. Keine Schlange, kein teures Skip-the-Line-Ticket, klimatisiert – und der Original-Mittelfinger von Galileo Galilei sorgt für garantierte Begeisterung bei Kindern jeden Alters. Das Museum liegt direkt am Arno und ist der perfekte Einstieg in den Florenz-Tag, bevor die Massen ankommen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für Florenz mit Kindern?

Früh morgens – das ist der beste Tipp den wir mitgenommen haben. An unserem zweiten Tag fuhren wir im Morgengrauen nach Florenz und erlebten eine fast menschenleere Altstadt. Stehcafés, Espresso, nur Einheimische – das ist das echte Florenz. Und was die Jahreszeit betrifft: Meidet Juli und August. Das Thermometer kletterte bei unserem Besuch auf fast 40 Grad, und spätestens nach den Uffizien war unsere Familie am absoluten Limit.

Wie kommt man am besten von Fiesole nach Florenz?

Mit dem Bus – und das funktioniert erstaunlich gut. Wir parkten in Fiesole auf einem der blau markierten Parkplätze und nahmen den Bus ins Zentrum. Alles verlief so reibungslos, dass wir kurz misstrauisch wurden. Deutlich stressfreier als mit dem Auto direkt nach Florenz zu fahren, wo Parken teuer und nervenaufreibend ist.

Kommt mit auf unsere ganze Italienische Reise:

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