Eingewöhnung Kinderkrippe: abgeschlossen!

Seit gestern ist unser Dreikäsehoch kein gewöhnliches Söhnchen mehr, sondern offizielles Kinderkrippenkind. Meine eigene Hospitation im Kindergarten ist somit ebenfalls abgeschlossen und seit Tagen sinniere ich darüber, was ich Euch Lesern zu diesem weiterhin hoch emotionalen Thema mitteilen kann. Zwei Aussagen spuken in meinem Kopf: Eine kolportierte von Alois Glück aus den achtziger Jahren und ein Artikel aus der Zeit über heutige französische Mütter: 

Der bayerische CSU Politiker soll damals einen sorgenvollen Brief an die kommunalen Bürgermeister gerichtet haben, in denen er an sie appellierte, sich Gedanken zu machen, wie es gelingen könnte, die bayerische Hausfrau zu Hause bei ihren Kindern zu halten. Dreißig Jahre später hat sich die CSU zur Einführung des Betreuungsgeldes durchgerungen. In Frankreich wiederum ist es kein Thema, dass Mütter ihre Kinder bereits früh abgeben. In der „Zeit“ beklagten sich allerdings französische Mütter, dass man dort, anders als in Bayern, schief angeschaut wird, wenn man seine Kinder nicht gleich in die Krippe geht und nicht wieder arbeiten möchte.

Unser Kleiner hat einige bemitleidende Blicke bekommen, als wir erzählten, dass er jetzt in die Krippe geht. Mit 15 Monaten ist er tatsächlich der Kleinste und, obwohl er rechtzeitig zur Krippe noch schnell das Laufen gelernt hat, ist es ein seltsamer Anblick, den wandelnden halben Meter samt gepackten Krippenranzen in den Kindergarten stelzen zu sehen. „Muss deine Frau denn so früh wieder in die Arbeit?“, wurden wir oft gefragt. „Und dann auch noch 19,5 Stunden? So viel?“

Meine Mutter konnte nach ihrer Elternzeit nie wieder beruflich Fuß fassen. Es ist wundervoll, dass wir heute die Entscheidung haben, ab wann und wie lange man sein Kind in die Krippe geben möchte. Die Eingewöhnung ist reibungslos verlaufen, der Kleine war zwei Wochen der Sonnenschein unter den Moosflitzern. Und klar, während der Zeit, die ich oben im Kindergarten saß und manches Kind stundenlang weinen hörte, habe ich mich gefragt, was gewesen wäre, wenn es ihm in der Krippe nicht gefallen hätte. Dann wäre ich es gewesen, der Stunden zurückgefahren hätte und auf Telearbeit angewiesen gewesen wäre, aber es hätte nichts daran geändert, dass sie für 19,5 Stunden in die Arbeit gegangen wäre. Abschließend noch eine kleine Anekdote einer Freundin, die immer eine große Gegnerin von früher Krippenbetreuung war. Sie musste ihren Kleinen doch in die Krippe geben und ihm gefällt es dort so gut, dass sie ihn jetzt, da ihr zweites geboren ist, trotzdem in der Krippe lässt, weil sie, wie sie sagt, ihm sonst etwas für ihn Tolles wegnehmen würde…

BRIGITTE MOM BLOGS

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