Die Legende vom Süßiphos

Klassische Süßiphosarbeit

Süßiphos, auch „Süßspatz“ oder „Süßo“ genannt, war der Sohn des Dichters Brunhard und der Pädogogin Nicoletta. Er galt als der listigste aller Menschen, obwohl er erst eineinhalb Jahre alt war. Einer Überlieferung nach erzürnte er Brunhard, indem er immer, wenn Brunhard einen Moment lang nicht aufpasste, die Regale ausräumte:

In der Küche räumte er die Tupperdosen aus der Schublade, stibitzte Messer aus der Geschirrspülmaschine, klaute Gläser, die ihm auf den Boden fielen und zerbarsten. Im Wohnzimmer räumte er die DVDs und CDs aus dem Schrank, öffnete sie, nahm die Silberscheiben heraus und zerknüllte oder zerriss die Cover. Im Schlafzimmer holte er aus Nicolettas Yoga-Ecke die Miniaturelefanten hervor und spielte mit dem Kopf des Buddhas, der nach einem Zwischenfall vom Rumpf abgetrennt war. Ganz zu schweigen vom Kinderzimmer, in dem das Spielzeug des Süßiphos aufbewahrt war: Nicht mal der Götterbote Hermes war schnell genug um zu verhindern, dass binnen Sekunden das Spielzeug quer durch das Zimmer auf dem Boden verstreut war: Die Pommes vom Spielzeugherd. Die Holzeisenbahn. Die Duplo Legosteine. Die Püppchen. So geschah es eines Tages, dass Süßiphos Eltern vor Erschöpfung einen Moment lang eingeschlafen waren und vergessen hatten, die Türen zuzumachen. Als die Eltern erwachten, fanden sie die Wohnung im Chaos wieder. Süßiphos, der zufrieden zwischen den Tupperdosen in der Küche lag, grinste. Die Eltern verbrachten das restliche Wochenende, die Wohnung wieder aufzuräumen.

Heute ist „Süßiphosarbeit“ ein geflügeltes Wort für eine sinnlose und dabei schwere Tätigkeit ohne absehbares Ende…

Liebe Eltern, macht mir Mut: Ab wann lernen Kinder das Aufräumen???

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