Ab wann kann unser Kind Treppensteigen?

Der Mount Everest unter den Treppen: Das Treppenhaus
Der Mount Everest unter den Treppen: Das Treppenhaus

Wie schnell die Entwicklung des Treppensteigens geht, ab wann das Kind alleine die Stufen hinauf und, sogar schwieriger, wieder hinunter gehen kann, das beschäftigt alle Eltern. Erst recht, wenn die Mama mit Kind Nummer Zwei schwanger ist und Nummer Eins nicht mehr tragen kann. 

Bange fragen sich die Eltern: Wird das Kind das Treppensteigen rechtzeitig lernen?

An seinem zweiten Geburtstag, so viel sei schon mal verraten, konnte unser Bastian zwar wieselflink auf allen Vieren Treppen hinauf flitzen, am liebsten die der Oma.

Vom runter steigen konnte aber noch keine Rede sein und zwar aus einem einfachen Grund: Die Physiognomie seiner Beinchen war zu kurz, beziehungsweise die Stufen zu hoch. Praktisch aber, wenn man am Ettendorfer Berg wohnt, wo es 126 Ministufen zu bewältigen gibt. Die haben wir natürlich zum Üben intensiv genutzt. Wobei es schon ein Erfolg war, wenn der Kleine vier Stufen alleine probiert hat. 

Heute, drei Monate später, sind die Beine lang genug für die Treppensteig- Champions- League, das zweistöckige Treppenhaus. 

Rein theoretisch könnte er inzwischen Treppensteigen. Entweder an der Hand der Eltern, oder, sich am Geländer einhaltend. 

So die graue Theorie. Die Praxis sieht so aus: Schließen wir unten die Haustüre auf, muss Sebastian erst mal laut "Kikeriki!" schreien, weil es im Flur so schön hallt und damit die Nachbarn wissen, dass jetzt wieder Schluss mit Ruhe im Haus ist. 

Dann muss der Lichtschalter angemacht werden. Ja, da kommt er inzwischen auch ran. Die ersten zwei Stufen nimmt er bravourös, wie ein Großer, alleine. Dann sitzt er sich hin. "Bause machan", sagt er. Da die Pause mehrere Minuten dauert, könnte man in der Zwischenzeit schon mal hoch und die Tür aufsperren. Allerdings testet der Kleine während der Pause so schrill seine glockenhelle Stimme im Treppenhaus, dass man mit viel Zureden das Kind animiert, drei weitere Stufen zu nehmen und die Stimme auf Zimmer- bzw. Stadionlautstärke zu senken. Im ersten Stock entsinnt sich das Kind, dass ihm der Papa mal gezeigt hat,  wie man die Stufen runterrutscht und der entsetzte Vater packt das Kind bei der Hand und hilft mit dezentem Nachdruck hinauf. Auf halber Höhe will das Kind "Engelein flieg" spielen, kurz vorm Ziel muss es noch fünf Minuten beim Fenster rausschauen. Und oben angekommen "noch amal Bause machan."

Und das war jetzt die Kurzversion. 

Und um das Ganze noch auf die Spitze zu treiben: Jetzt stellt Euch den ganzen Zirkus drei Mal am Tag vor. Und stellt es Euch früh morgens um Sieben vor. Denn vor Sieben muss man ja anfangen, um das Kind bis um Acht in die Kinderkrippe zu bekommen. Unsere Nachbarn brauchen seitdem keinen Wecker mehr. Sie werden tatsächlich vom Krähen eines Hahns geweckt!

Wie geht's euren Kindern? Steigen sie schon alleine Treppen? Werdet ihr auch darauf angesprochen, dass eure Kinder so laut krähen?

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