Ein Wochenende am Kinderfasching und beim Skifahren

 

Fasching und Skifahren. Die schönste Zeit des Jahres hat wieder begonnen. Jedenfalls die schönste Zeit für die Kinder. Ob das für die Eltern jedesmal so ein Riesenspass ist, sei dahingestellt. Jedenfalls zeichnet es den guten Papa und die Supermama aus, wenn sie die Gaudi mitmachen. 

Die letzten Jahre war es mir stets gelungen, die Faschingsgaudi in der Surberger Turnhalle auszulassen. Heuer gab es keine Ausreden mehr. Ich war also dabei beim super-lauten irrwitzigen Fasching der Lauterer Kindergartenkinder

Ninjas in Kostümen von Stattyoga waren dieses Jahr im Trend
Ninjas in Kostümen von Stattyoga waren dieses Jahr im Trend

Wie stellt man sich also als Papa, der seit Jahren auf keinem Faschingsball mehr gewesen ist, einen Kinderfasching vor?

Eine Halle voller schreiender Kinder, alle als SWAT-Polizisten verkleidet, die sich gegenseitig mit Maschinengewehren in die Köpfe schießen. Tonnenweise Muffins und Schokokuchen. Dazu Limo bis zum Umfallen, bis die ersten Kinder im Zuckerrausch kreischend Polonaise tanzen. Daneben liebevoll verkleidete Mamas die mit ihren Kindern tanzen und vereinzelt völlig verunsicherte Papas, die mit Perücken auf dem Kopf verdattert am Tisch sitzen und den Wahnsinn beobachten. Ja, so habe ich es mir vorgestellt.

Wie es wirklich war? Genau so!
Die Kostümvielfalt war - wie übrigens schon zu meiner Kindheit - relativ überschaubar und gegendert: Bei den Jungs waren dieses Jahr neben Ninjas vor allem schwer bewaffnete Spezial-Einsatzkräfte angesagt. Bei den Mädels scheint der Elsa-Trend langsam nachzulassen, was nicht heißt, dass weniger Prinzessinnen anzutreffen gewesen wären. 

Einige Highlights gab es natürlich auch: Tanzeinlagen der hiesigen Tanzgruppe, weitere von der Kammerer Faschingsgarde und Flamenco-Tänze. Und überhaupt die Musik. Die war so laut und so faschingsmäßig zwischen Andreas Gabalier und DJ Ötzi angesiedelt, dass man sich nicht ansatzweise niveauvoll unterhalten konnte. So hielten sich die meisten Papas noch eine Weile anstandsvoll zurück und warteten bis ca. 14:05 Uhr, bis sie sich das erste Bier holten. Damit die Väter dennoch nicht zu viel tranken, hatten sich die Veranstalter etwas ganz witziges einfallen lassen und nur die Damen-Toiletten aufgeschlossen.

Eine Weile gab ich mich der Fantasie hin, dass überraschend die Omas und Opas auftauchten, um ALLE Kinder abzuholen und wir überraschten Erwachsenen allein auf dem Faschingsfest übrig blieben. Es wäre wohl die Party des Jahrhunderts geworden. Denn obwohl es ein Kinderfest war, konnte man die Sehnsucht nach einer ausgelassenen Faschingsfeier doch im Auge des einen oder anderen Elternteils aufblitzen sehen.

Punkt 16:30 Uhr war die Feier wie angekündigt überstürzt beendet. Da erfahrungsgemäß jeder, der um 17:00 Uhr noch da war, beim Aufräumen helfen musste. An dieser Stelle vielen Dank an alle, die um 17:00 Uhr stellvertretend noch da waren.

Das tapfere Ski-Kind
Das tapfere Ski-Kind

Wer nun denkt, dass wir am Abend selige Kinder zu Hause hatten, müde aber glücklich und voller Dankbarkeit, dass die Eltern diesen tollen Tag ermöglichten, der hat sich geschnitten. Abends gab es noch zahlloses Lamentieren und Geschimpfe und zur Strafe mussten die Kinder am nächsten Tag trotz Schneesturm zum Skifahren gehen. Ja, wir sind schon sehr strenge Eltern!

Jedenfalls probten wir am Kessellift in Inzell, ob Bastian das in der Skischule beim Bobo Erlernte noch umsetzen konnte. Und es klappte: Sogar das erste Mal Tellerlift fahren haute hin. Was nicht klappte, waren die Skikünste des Papas. Der wollte mit dem Loni zwischen den Beinen die ersten Fahrten machen. Allerdings kam er im Pappschnee kaum vorwärts. Mann sollte die Ski halt doch alle fünfzehn Jahre mal waxeln lassen. Dann haute es ihn drei Mal aus dem Kinderlift raus. Einmal sogar ohne Kind, deshalb kann Loni nicht als Entschuldigung herhalten. Der Kleine hatte aufgrund der Peinlichkeit des Papas bald die Schnauze voll und wollte zum Wirt. "I hob Hunger". Das Blöde war nur, dass man zum Wirt rauf noch einmal mit dem Lift fahren musste. Und das wollte Loni auf keinen Fall. Also postierte er sich zwischen den Beinen vom Papa und deutete nach oben: "Auffi fahren!" Als der Papa ihm glaubhaft versicherte, dass man zwar auf Ski den Berg runter, aber eher schlecht rauf fahren könne, entschied er sich, zu Fuß zum Wirt zu stapfen. 

Auch der Bastian war zwar trotz Schneesturm ein tapferer Skifahrer, hatte aber auf der letzten Fahrt noch einen Wunsch: "Nächstes Mal fahren wir bitte im Sommer, wenn es nicht so schneit!".

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