Alexa setze "Kaputten Tesla" auf die Einkaufsliste!

Ein Amazon Echo Gerät sollte man idealerweise nicht in Geräuschweite der Kinder aufstellen. Es könnte Nerven und Ohren der Eltern extrem schonen. Leider, leider haben unsere Kinder längst herausgekriegt, was man mit der Alexa so alles anstellen kann. Nach skurrilen Musikwünschen, dem Pups-Skill haben unsere Kinder nun die Freuden der Alexa-Einkaufsliste entdeckt. 

Unsere Alexa kann jede Menge, das haben inzwischen auch die Kinder herausgekriegt. Sie weiß, wie die Bayern gestern gespielt haben, wie das Wetter morgen wird und welche Termine der Papa heute hat. Am besten finden die Kinder es allerdings, dass die Alexa bereitwillig Lieder spielt, die der Papa (beziehungsweise die Mama) ihnen freiwillig nie in den CD-Player legen würden. So beginnt bei uns jeder Kinder-Tag mit Jürgen von der Lippes "Guten Morgen liebe Sorgen" und danach kommt entweder "Ding Dong" von EAV in Dauerschleife, oder gerne auch Gerhard Polts "Nikolausi". Woher sie diesen exklusiven Musikgeschmack haben? Ich hülle mich in Schweigen.

Auch sehr beliebt, vor allem, wenn andere Kinder zu Gast sind, ist der Pups-Skill. Alexa hat nämlich für jede Gelegenheit den passenden Furz auf Lager. Das mag für Erwachsenen-Ohren grauenhaft klingen. Die Kinder allerdings haben endlich einen Ansprechpartner, der sich mit Freuden auf ihr Niveau begibt. Danke, Algorithmus!

Was sich eine kurze Zeit - bis die Kinder den Skill entdeckten - als sehr nützlich erwiesen hatte, war die Alexa Einkaufsliste.

Während der Papa im Supermarkt durch die Regale kurvte, das Handy in der Hand, konnte die Mama zu Hause weitere Produkte auf die Einkaufsliste sprechen, die live auf das Handy übertragen wurden. 

Früher standen Produkte wie "Spülmaschinentabs, Butter, Frischkäse, Hafermilch, Mandelmus" auf der Einkaufsliste. 

Eines Einkaufs las ich aber auf einmal Dinge wie "Unterhosen" - das klang ja noch halbwegs realistisch - aber auch "Popocreme". Aha, dachte ich mir und überlegte, wo ich jetzt eine Popocreme herbekam. Als mich die Alexa-Einkaufsliste auch noch aufforderte, ein "Totes Tier" zu kaufen, obwohl wir Eltern seit Monaten kein Fleisch mehr essen, dämmerte mir etwas.

Die Kinder hatten die Alexa gekapert.

Als ich nach Hause kam, hatte ich 133 Artikel auf der Einkaufsliste. Nur einen Teil davon hatte ich tatsächlich gekauft.

Die Kinder saßen in der Küche und kugelten sich vor Lachen:

"Alexa, lies die Einkaufsliste vor!", schrien sie und Alexa antwortete:

"Ich habe 133 Artikel auf der Einkaufsliste. Soll ich dir die ersten fünf vorlesen?"

"Jaaa!" brüllten die Kinder im Chor.

Das was Alexa nun vorlas, war Folgendes:

  • Tesla
  • Wohnmobil
  • Nudeln
  • Haus
  • Bionade

(Ich fasste mich an den Kopf und dachte: Mist, die Nudeln habe ich vergessen!) Alexa: "Soll ich die nächsten fünf Artikel vorlesen?"

Kinder: (Ein Dezibel lauter): "Jaaaaa!"

  • Popo
  • Kacka
  • Weinflaschen hundert sieben prozent
  • Dreck und Ohren
  • Kaputten Tesla

Das mit den Weinflaschen ergab einen Sinn, das musste noch von der Original Einkaufsliste sein.

Alexa: "Soll ich die nächsten fünf Artikel vorlesen?"

Kinder: "Jaaaaaaaa!"

  • Rene schimmel das essen
  • Ganz kaputte Tiger
  • Pupsen
  • Bruce Brot Kacka mit der Mama
  • Kokosmilch

Kokosmilch!!! Dachte ich. Das war es, was ich noch hätte kaufen sollen.

Alexa: "Soll ich die nächsten fünf Artikel vorlesen?"

"Nein!" rief ich.

"Jaaaaaaaa!", schrien die Kinder.

  • Zehn Kilo Bier
  • Zehn hundert Millionen Tausend zwei Flaschen
  • Apfelmus auf dem Kopf mal mit mit Popo
  • Papa miaut
  • Leo pupst

"Soll ich die nächsten fünf Artikel vorlesen?"

"Neeeeeeeein!", schrie der Papa und griff so schnell er konnte nach dem Steckerkabel von Alexa.

"Pups..." wollte die Dame ansetzen, aber noch im Satz ging ihr der Saft aus. Die Kinder schrien empört auf. Ich stellte die Einkäufe auf den Küchentresen. 

"Räumt das auf!", forderte ich sie auf.

"Okay. Wo ist die Popocreme?"

"..."

 

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