Zirkus Corona Tag 86 – Schöne Corona-Zeit im Chiemgau

 

 

Die ersten Ferientage haben wir die schönen Seiten des Chiemgau als Tourismusgegend voller Sehenswürdigkeiten bestens genutzt. Wenn man während einer Zeit wie dieser teils wochenlang an einem einzigen Ort festsitzt, dann hat man schon ein gescheites Glück, wenn dies in einer Gegend wie dem Chiemgau passiert. Die nun angebrochene ruhige, fast schöne Corona-Zeit haben wir zuletzt in Empfing, Siegsdorf und am Frillensee verbracht. 

Eisbaden in Bad Empfing

Das historische Bad Emfinger Gütl
Das historische Bad Emfinger Gütl

Wanderlust ab Haustür, Tourismus Dahoam, wir alle haben während den ersten Corona-Wochen unsere eigene Gegend noch besser kennen- und schätzen gelernt. In diesem Sinne verbrachten wir auch den Pfingstmontag. Am Vormittag fuhren wir runter an die Traun unter an den Strand bei den Schrebergärten. Empfing hieß früher einmal Bad Empfing und ist einer der vielen inspirierenden Orte von Traunstein. Nicht nur, weil es dort unten zauberhaft schön ist, sondern auch wegen seiner faszinierenden Geschichte. Vor über hundert Jahren war Bad Empfing ein mondänes Kurbad, bekannt für seine Heilquellen. Daran erinnert heute leider nichts mehr – außer ein Ortsschild an der Bahnlinie, an dem bis heute „Bad Empfing“ steht.


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Am Traunufer bei den Schrebergärten gibt es einen großen Kiesstrand und eine beliebte Badestelle. Wir hatten vor, dort ein Picknick zu machen. Doch zuvor wollte ich noch meinen Lieblingsort in Traunstein, den Klobenstein besuchen. Da sich Bastian bei der Bergtour zum Hochfelln eine Blase gelaufen hatte, wollte mich nur Leo begleiten. Ausgerechnet mein sonst so gehfauler Leo ist derzeit mein treuer Ausflugsbegleiter.

Wir spazierten an den Streuobstwiesen vorbei Richtung Panzerstraße. „Papa, ich will laufen!“, sagte Leo auf einmal.

„Du willst joggen?“

„Basti hat doch die Hausaufgabe, zu laufen!“, sagte er. Das stimmt. Die Waldkinder haben die Aufgabe, fünfzehn Minuten ohne Pause zu laufen.

„Ich will auch eine Laufaufgabe!“, sagte Leo. Also begannen wir zu laufen. Wir liefen bis zum Klobenstein. Dort haben wir schon die schöne Tradition, dass wir erst gemeinsam auf den Aussichtspunkt hinaufklettern. Danach setzen wir uns noch kurz in die Kapelle.

 

Den Weg zurück wollte Leo wieder laufen. Und er schaffte es, bis zum Empfinger Strand an einem Stück zu rennen. Ja, ich bin schon sehr stolz derzeit auf meine Kinder.

Während die Mama bereits knietief im eisigen Wasser stand, war auch ich durch den kleinen Lauf auf Betriebstemperatur und sprang in die kalte Strömung. Die Badesaison an der Traun ist eröffnet! Auch die Kinder wagten sich in ihren Neoprenanzügen ins Wasser, das so herrlich kalt ist, dass nach einem kurzen Bad der ganze Körper angenehm brennt.

 

Beim Picknick am Ufer waren die Kinder völlig glücklich und zufrieden. Ja, der Empfinger Strand ist schon ein schöner Ort, um den kommenden Corona-Sommer dahoam zu verbringen. 

Radtour zum Spielplatz Siegsdorf

Am Abend war es immer noch so herrlich schön, dass wir uns spontan auf die Räder setzten und wieder zur Traun hinunter radelten. Diesmal aber in die andere Richtung. Ab dem Wochinger Spitz hinunter zu den Triftwiesen Richtung Siegsdorf. Zu dieser Jahreszeit ist es eine herrliche Radtour und man wird von unzähligen Düften, schönen Aussichten und wechselnden Landschaften belohnt. Auch die Kinder radelten brav und so kamen wir ohne große Jammerei in Siegsdorf an. Ein echtes Highlight für Kinder und auch uns Erwachsene ist der dortige Generationenpark. Es gibt einen wirklich tollen Kinderspielplatz, Trimm-Geräte für Erwachsene, eine kleine Kletterwand und auch Zugang zur Traun, wer sich kurz abfrischen will. Was es auch gäbe und weswegen wir eigentlich hierher gefahren wären, war ein Kiosk mit Pizzeria. Leider hatte der noch geschlossen. Also blieben wir nur kurz am Spielplatz und landeten schließlich im abendlichen Gastgarten des Ristorante Il Porcino. Hätte schlimmer sein können.

Zurück nahmen wir den Radweg über Gastag, Traundorf und Lohhäusl, wo es in der Abenddämmerung, vorbei an Feldern und Schafherden, fast noch schöner war, wie an der Traun entlang. Defintiv ein wenig ruhiger, weil der Weg von weniger Radfahrer genutzt wird.

Wanderung von Adlgass zum Frillensee

Am Dienstag stand der nächste Ausflug zu einem der tollen Chiemgauer Tourismuszielen auf dem Programm. Wir trafen uns mit Paula und ihrer Familie in Adlgass bei Inzell. Von dort aus kann man entweder auf die sehr familienfreundliche Bäckeralm wandern. Oder eben zum Frillensee, unser heutiges Ziel. 

Der Rundweg zum Frillensee ist ein beliebtes Ziel für Familien, der Wanderweg ist Kinderwagentauglich und es geht nicht allzu steil bergauf, vermittelt aber trotzdem das Gefühl, dass man auf einer Bergwanderung ist. Um die Kinder bei Laune zu halten, gibt es einen Naturlehrpfad mit regelmäßigen Stationen. Unsere Kinder ließen sich jedenfalls schnell begeistern von den vielen Fragen und Aufgaben, die entlang des Weges aufgebaut waren. Am besten gefiel ihnen aber ein aufgeschütteter Kieshaufen. Dort wären sie am liebsten den ganzen Tag geblieben.

Der Weg zum Frillensee ist recht schattig und deutlich kühler als unten am Parkplatz. Deshalb sollte man sich ausreichend warm anziehen. Bastian, der Meister des Zwiebel-Outfits ist darin schon ein Profi. Belohnt wird man nach der Wanderung durch den Wald aber mit einer grandiosen Aussicht auf den Frillensee und die angrenzenden Berge. Wer Glück hat, ergattert sich einen der Plätze auf dem Bankerl am Frillensee-Steg. Wir hatten Glück. Nur der kleine Felix hatte weniger Glück. Er hatte auf dem Weg einen kleinen Stock gefunden, der für ihn aussah wie ein tolles Messer. Nach dem Konsum einer „Verstärkung“, auch bekannt als Gummibärchen, wurden die Kinder recht übermütig und Felix schmiss sein wertvolles Messer ins Wasser. Erst, als es weg war, wurde er sich des unermesslichen Verlustes bewusst und das Drama zunächst groß. Aber der Wind meinte es gut mit uns. Er ließ das Messer wieder zurück an den Steg treiben, wo wir es retteten. Da war die Welt wieder in Ordnung Ob er es noch heute hat?

Ist mein Handy wasserdicht? Scheint so. Der Frillensee unter Wasser.
Ist mein Handy wasserdicht? Scheint so. Der Frillensee unter Wasser.

Über die Rodelstrecke wanderten wir wieder nach unten. Leider hatte in Adlgass auch dort der Wirt zu. Aber nicht wegen Corona, sondern wegen Ruhetag. Macht nichts, die Kinder hatten so viel Gummibärchen gegessen, dass sie eh keinen Hunger mehr gehabt hatten.

 

So haben also die hoffentlich letzten Corona-Ferien sehr schön begonnen. Habt ihr noch Tipps für mich, wo wir im Chiemgau mit den Kindern unbedingt noch hinwandern müssen?

Die Corona Kurzgeschichten kannst du hier nachlesen: www.chiemgauseiten.de/ein-lieblicher-duft


Alle vorherigen Geschichten aus dem Zirkus Corona hier:

www.chiemgauseiten.de/das-elterntagebuch
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