Der SVK unter Hermann Lindner

SVK Impressionen
SVK Impressionen

Nach nur elf Tagen Sommerpause kehrte nach dem Aufstiegstrubel wieder der Ernst des Fußballs in Kirchanschöring zurück. Der Respekt vor der Autoritätsperson Hermann Lindner war ebenso groß wie die Erwartungshaltung. Bereits seit der Rückrunde der letzten Saison stand fest, dass der Freilassinger Ex-Bundesligaprofi die Geschicke des SVK leiten würde. Als Saisonziel wurde trotz dieses prominenten Namens klar der Klassenerhalt ausgerufen. Auf dem Transfermarkt lockte man mit Armin Kendler und Albert Schönsmaul zwei ehemalige Anschöringer zurück zum SVK.

Gleich zum Bezirksligacomeback gab es eine 2:4 Niederlage beim SV Westerndorf. Als Baustelle erwies sich die Abwehr, die ohne Franz Roider (Karriereende) und Geri Maxlmoser (Fokus auf die Zweite) große Löcher offenbarte. Kurz musste sogar Stürmer Hansi Obermayer als Libero ran.

Nach Startschwierigkeiten legten die Gelb-Schwarzen zunächst eine Serie von fünf Siegen hin und pirschten sich bis auf Rang Zwei der Tabelle hinauf. In der Vorrunde gab es einige Highlights wie das 5:1 gegen Wacker Burghausen 2, Günter Wimmer traf gleich vier Mal gegen seinen Ex-Club. Ein Sensationssieg war, ohne den verletzten Wimmer, der bis dahin zwei Drittel aller SVK Tore erzielt hatte, das 2:0 gegen die damalige Mannschaft der Stunde, den SB Rosenheim.

Der Triumph im ersten Derby gegen Freilassing

SV Kirchanschöring 1998
Das Siegerteam gegen Freilassing

Das absolute Saisonhighlight war im Oktober 98 das erste Derby gegen den ewigen Rivalen des ESV Freilassing. Besonders brisant war das Duell, da neben Trainer Lindner zahlreiche Akteure beider Vereine in den gegnerischen Reihen spielten. Darunter Bernhard Brüderl, dessen Wechsel zum SVK derzeit Gerücht Nummer Eins war.

Bereits im Vorfeld wurde die Begegnung zum Spiel des Jahres hochstilisiert und es sollte ein Triumph des SVK werden: Vor 900 Zuschauern fertigte der SVK die Grenzstädter mit 4:0 ab. Dreifacher Torschütze war einmal mehr Günter Wimmer, für das 4:0 sorgte Captiano Manfred Abfalter.

Der SVK überwinterte auf dem sensationellen zweiten Tabellenplatz. Nach der Winterpause kam es  zu einem Novum, Trainer Lindner legte aufgrund seines Wahlkampfes zum Bürgermeisteramt in Freilassing, das Traineramt nieder. Als Interimscoach agierte Rudi Gaugler. Glück für den SVK, Pech für Lindner: Er verlor die Wahl gegen Helmut Flatscher und konnte sich wieder darauf konzentrieren, mit dem SVK zu gewinnen.

Zu Beginn der Rückrunde standen die Kirchanschöringer unter dem Schock des Unfalltodes ihres Nachwuchstalentes Michael Stockhammer. Sportlich musste man bald den Kampf um Rang zwei verloren geben. Nach Unentschieden gegen Srbija München und der Niederlage gegen Rosenheim, als man nach 2:0 Führung mit 2:4 unterging, war der Traum vom erneuten Aufstieg ausgeträumt. Auch die Freilassinger rächten sich in persona von Bernhard Brüderl, der alle Treffer beim 0:3 erzielte für die Vorrundenschmach. Am Ende landete man auf Rang Vier und die Enttäuschung überwog.

 

Der SVK um die Jahrtausendwende

Eine Mannschaft: Wimmer, Obermayer, Feil, Abfalter
Eine Mannschaft: Wimmer, Obermayer, Feil, Abfalter

Die Milleniumssaison 99/2000 blieb der Kader der Ersten Mannschaft weitgehend unverändert, während es in der A-Klassenmannschaft der Zweiten zu größeren Umbrüchen kam. Mit Sepp Aschauer kam ein Neuzugang, der auf Jahre hinaus den SVK mit prägen sollte. Gleich am ersten Spieltag setzte es eine krachende 0:5 Niederlage beim SC Baldham.

Hermann Lindner arbeitete daran, Kirchanschörings Fußball fit für die Zukunft zu machen und von Libero auf Viererabwehrkette umzustellen. Ein Prozess, der noch für manche chaotische Partie sorgte, aber langfristig den SVK in die einzig richtige Richtung führte. Dementsprechend spektakulär ging die Saison weiter: 5:0 gegen Dorfen, 1:5 bei Srbija München, 6:2 gegen Hausham. Wer Tore genießen wollte, musste den SVK sehen.

Herausragend war auch in dieser Spielzeit wieder das Derby gegen den ESV Freilassing. Taktikfuchs Lindner überraschte die Freilassinger mit gleich drei Sturmspitzen und stellte A-Jugend Stürmertalent Thomas Obermayer an die Seite von Wimmer und Stefan Dürnberger. Kirchanschöring führte zur Halbzeit durch Treffer von Gerhard Feil und Günter Wimmer 2:0. In der zweiten Hälfte. Freilassing war ein ebenbürtiger Gegner, kam noch durch Bernhard Brüderls Foulelfmeter auf 2:1 heran, aber diesmal blieb der SVK wieder Herr im Haus.

Der SVK überwinterte auf Rang 10. Hohe Heimsiege, hohe Auswärtsniederlagen, so ging es auch in der Rückrunde weiter und das Saisonziel, einstelliger Tabellenplatz, wurde verpasst. Immerhin, ein Titel ging abermals nach Kirchanschöring: Günter Wimmer erhielt die Torjägerkanone der Bezirksliga Ost.

Die Rückkehr von Bernhard Brüderl

Die Schlagzeilen machte weiter Günter Wimmer
Die Schlagzeilen machte weiter Günter Wimmer

Die Spielzeit 2000/01 prägte vor allem die Rückkehr von Bernhard Brüderl ins Gelb-Schwarze Trikot. Als weiterer hochkarätiger Neuzugang etablierte sich Uli Habl vom ESV Traunstein rasch beim SVK.

Abermals setzte es einen Fehlstart. Die Vorschusslorbeeren mit denen die Kirchanschöringer in die Saison gestartet waren, wirkten sich lähmend aus. Nach zwei Niederlagen, einem Unentschieden gelang erst am vierten Spieltag der erste Dreier. Passend zum Derby gegen Freilassing nahm der SVK Express wieder Fahrt auf. Zu Hause siegte man 4:2, alle Treffer erzielte, natürlich, Günter Wimmer.

Als klares Saisonziel wurde inzwischen der Aufstieg in die Bezirksoberliga ausgelobt.

Endgültig platzte der Knoten beim 7:0 Kantersieg gegen die bis dahin bärenstarken Nußdorfer. Fünf Günter Wimmer-Treffer, sowie Tore von Gerhard Feil und Hansi Obermayer sorgten für eine schwärmende SVK Fankurve. „So einen Fußball haben wir seit Landesligazeiten nicht mehr gesehen!“ Nach sechs Siegen in Folge bekam der SVK in Aschheim einen 1:4 Denkzettel verpasst. Im Derby gegen Ex-Trainer Franz Gruber, inzwischen beim TSV Bad Reichenhall, kehrte der SVK mit 3:0 wieder zurück in die Erfolgsspur.

Erfolgsgarant war unter anderem die Professionalität Bernhard Brüderls. In Freilassing der uneingeschränkte Star der Mannschaft, musste er sich beim SVK Günter Wimmer, der gerade von der tz als „Bomber von Kirchanschöring“ betitelt wurde, unterordnen. Brüderl arbeitete mannschaftsdienlich und unermüdlich seinem Sturmpartner zu und war an zahllosen der Wimmer-Tore beteiligt. Dennoch war bereits im Herbst nach einigen unnötigen Niederlagen das Meisterschaftsrennen bereits gelaufen.

 

Nach der Winterpause verbissen sich die Anschöringer im guten wie im schlechten auf Platz Vier. Wieder wurde offenkundig, dass ein Wimmer, erneut langfristig verletzt, kaum zu ersetzen war. Auch das Jahr drei in der Bezirksliga blieb hinter den großen Erwartungen zurück.

Der SVK vor einer Zäsur

Die Saison 2000/2001 markierte das Ende der Ära Günter Wimmer. Kaum ein Einzelspieler hatte dem SVK die letzten Jahre derart seinen Stempel aufgesetzt wie er. Auf und neben dem Platz. Der SVK stand vor einer Zäsur. Es wurde viel gelacht in Renates Stüberl in den letzten Jahren, es gab zahllose lustige Aktionen (Bild rechts). 

Eine neue Generation rückte nach, heute als die "Generation Y" bekannt, die sich mit der alten erst finden musste und den Vorstand schier zur Verzweiflung zu bringen schien. Doch, so viel sei schon mal verraten, der Fußball ging auch ohne Günter Wimmer in Anschöring weiter...

Die Anfänge des SVK

Die Sechziger Jahre

Die erste Hälfte der 70er

Der Aufstieg in die Landesliga

Die Achtziger Jahre

 

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