Zirkus Corona Tag 100 - Schule und Kindergarten starten wieder!

Seit hundert Tagen sind unsere Kinder nicht mehr im Kindergarten und in der Schule gewesen. Am Montag werden in Bayern die Schulen und Kindergärten überwiegend wieder öffnen. Auch unsere Kinder dürfen wieder starten. Seit über drei Monaten sind wir Eltern verantwortlich für die Beschulung und die Betreuung der Kinder auch während der Arbeitszeit. Dies war nur durch einen organisatorischen Kraftakt, Wohlwollen der Arbeitgeber und viel Galgenhumor der Eltern möglich. Ab Montag soll alles wieder leichter werden. Hofften wir. Inzwischen wissen wir, wie die Öffnung der Kindergärten in Schulen in Traunstein geregelt ist. 

Die Ludwig Thoma Grundschule war recht flott. Schon vor dem Beginn der Pfingstferien wurden wir über die wichtigsten organisatorischen Punkte organisiert. Unser Kind, das die zweite Klasse besucht (vor langer Zeit einmal besuchte), wird an ungeraden Tagen wieder am Unterricht teilnehmen dürfen.

Die Schule hat angekündigt, dass die Kinder auf dem Schulweg und im Schulgebäude Masken zu tragen haben und die Abstandsregeln einzuhalten sind. Im Klassenzimmer selbst dürfen die Kinder die Masken abnehmen. Zudem dürfen die Kinder nur in die Schule kommen, wenn sie keine Corona-spezifischen Symptome zeigen. Da unser Kind zur „Gruppe B“ gehört, beginnt für ihn die Schule nun am Montag im zweitätigen Wechsel. Der Unterricht dauert vier Stunden, also bis 11:25 Uhr.

Eine Erleichterung stellt dies leider nicht dar, da unsere Partnerfamilie leider exakt gegenteilige Schulzeiten hat. Dennoch hatten wir genug Vorlaufzeit und werden die Betreuungslücken über Home Office wohl gut schließen können.

Vom Kindergarten wussten wir bei Beginn der Pfingstferien noch gar nichts. Die Sachbearbeiterin im Rathaus war noch im Urlaub und die Kollegin war nicht sprachfähig. Wir hatten zwar die Aussage der Staatsregierung, dass alle Kindergartenkinder ab 15. Juni wieder starten würden, aber unser Kindergarten wollte dazu keine Aussage machen. Um etwas Planungssicherheit zu erlangen, fühlte ich mich gezwungen, die „Systemrelevanz“-Karte zu spielen und unseren Kleinen in der Notbetreuung anzumelden.

In der zweiten Pfingstwoche kam schließlich die lange ersehnte offizielle Mail vom Kindergarten. Auf mehreren Seiten wurde ausführlich beschrieben, wie das Konzept ab 15. Juni aussehen wird.

Allerdings warf das Konzept auch viele Fragen auf. Es war recht schwierig, die Kindergartenverantwortlichen zu erreichen, letztendlich konnten die Fragen alle beantwortet werden. Da ich mein Corona-Elterntagebuch auch deshalb begonnen habe, um den Alltag von uns Eltern und von unseren Kindern zu dokumentieren, möchte ich an dieser Stelle nicht darauf verzichten, den Kindergarten-Alltag ab 15.6. laut Konzept zu beschreiben:

Der Kindergarten weist ausdrücklich darauf hin, dass auch ab 15.6. nur Notbetreuung möglich ist. Grundvoraussetzung, dass das Kind in den Kindergarten gebracht werden kann ist, dass es keine Krankheitssymptome aufweist und auch sonst keinen Kontakt zu infizierten Personen innerhalb der letzten 14 Tage hatte. Kindern mit Krankheitssymptomen jeder Art ist das Betreten der Einrichtung nicht gestattet.

Das Hygienekonzept sieht vor, dass alle Eltern und Besucher Maske tragen. Ein Koordinationsdienst im Eingangsbereich wird am Morgen informieren, in welcher Gruppe unser Kind betreut wird. Aufgrund der Corona-Situation wird es neue Gruppenkonstellationen geben.

Wir Eltern sind angehalten, zunächst mit dem Kind sorgfältig Hände zu waschen. Die Abstandsregel von 1,50 Meter ist einzuhalten.

Die Erzieher/innen werden den Körperkontakt mit den Kindern so gering wie möglich halten. Um dies dennoch zu gewährleisten, werden die Erzieher/innen Mundmasken, Einmalhandschuhe und Einwegschürzen tragen.

Im Gespräch mit der Leitung hat uns der Kindergarten erklärt, dass beim Hygienekonzept auf den Schutz der Mitarbeiter geachtet wurde. Die KiTa ist mit über hundert Kindern, Mitarbeitern und Eltern eine so große Einrichtung, dass der Infektionsschutz so gut wie möglich umgesetzt wird.

Im Gespräch hatte ich das Gefühl, dass man mich beruhigen möchte, keine Angst vor einer Corona-Infektion haben zu müssen. Bei diesem Hygienekonzept habe ich allerdings in der Tat keine Angst mehr vor dem Corona-Virus.

Sie versprachen uns, dass sich das Kind schnell an die neue Situation gewöhne und gut vorbereitet würde auf die spätere Realität in der Schule.

Morgen ist es soweit. Morgen hätte nach über 100 Tagen unser ganz persönlicher „Zirkus Corona“ enden sollen. Aber so wie es ausschaut, wird der Zirkus Corona noch eine Weile weitergehen. Ich werde euch berichten, wie unsere Kinder (und wir Eltern) mit der neuen Situation umgehen.

 

Wie sieht es bei euch aus? Welche Regeln sind in Euren Einrichtungen zu beachten? Ist der Schul/Kindergartenstart eher Erleichterung oder Erschwernis für Euch?


Alle vorherigen Geschichten aus dem Zirkus Corona hier:

www.chiemgauseiten.de/das-elterntagebuch
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