Nördlich von Piombino lag früher die alte Etruskerstadt Populonia. Die dortige archäologische Ausgrabungsstätte war das nächste Ziel unseres Familienurlaubs in Piombino und auch die Kinder waren einverstanden, dass wir die Stadt der Etrusker und später der Römer erkundeten. Wir dachten, wir spazieren gemütlich durch ein paar Ruinen. Tatsächlich ist die Besichtigung von Populonia, das zum „Parchi val die Cornia“ gehört, ein intensives Wander – Natur – und Kulturerlebnis.
Von Piombino nach Populonia: Anreise zum Golf von Baratti
Schon die Anreise mit dem Auto nach Populonia hat uns fasziniert. Von Piombino aus erreicht man in etwa einer Viertelstunde den wunderschönen Golf von Baratti. Blaues Meer, uralte Pinien. Man würde am liebsten sofort stehenbleiben und ins Wasser springen. Aber es wird noch besser. Von hier aus geht es links die Abzweigung entlang steil den Berg hinauf. Oben angekommen deuten mehrere große Parkplätze an, dass es etwas Interessantes zu besichtigen gibt. Wir waren in der Nebensaison dort und früh dran und hatten Glück, dass wenig los war.
Populonia Alta: Das mittelalterliche Dorf über dem Meer
Oberhalb des Parkplatzes erstreckt sich das kleine, aber feine Dorf Populonia Alta, umgeben von mittelalterlichen Mauern. Das wäre für sich allein eine Reise wert gewesen. Aber wir waren ja wegen der alten Etruskerstadt da.
Eintritt, Tickets und pArcheoCARD – was kostet der Archäologische Park Baratti?
Das Informationszentrum befand sich wenige hundert Meter unterhalb des Parkplatzes. Dort wurden wir sofort fürsorglich in Empfang genommen und konnten uns gut auf Englisch verständigen. Und hier erlebten wir zunächst einen Dämpfer. Unsere Idee, gemütlich durch ein paar Ruinen zu spazieren und gleichzeitig den Geldbeutel zu schonen, ging nicht auf. Die Dame informierte uns, dass sowohl die Stadt als auch die Nekropole unten in Baratti aus mehrere Stunden dauernden Wanderungen bestanden. Und der Eintritt kostete 50 bis 60 Euro für unsere vierköpfige Familie.
Da mussten wir erst einmal schlucken. Aber die nette Dame erklärte uns, dass wir die Tour auch auf zwei Tage aufteilen konnten. Die pArcheoCARD rentiere sich langfristig, so die Dame, da wir auf alle weiteren Besuche in den archäologischen Parks und im Museum Piombino 50 % Ermäßigung bekämen. Da ich mich bereits im Vorfeld über die Parchi Val di Cornia informiert hatte und das ganze System sehr liebevoll gestaltet und unterstützenswert hielt, kauften wir uns die Tickets.
Unsere wichtigsten Tipps vor dem Besuch der Akropolis von Populonia
Ich muss gleich gestehen, dass wir durch eine lädierte Wade etwas eingeschränkt waren und nicht gut für eine längere Wanderung aufgestellt. Da der Park erst um 10:30 Uhr öffnete, näherte sich die Mittagshitze, und obwohl man die meiste Zeit im Schatten wandert, fordert die Sonne rasch ihren Tribut. Wir haben ein paar Highlights leider verpasst. Deshalb: Viel Wasser mitnehmen, ordentlich Sonnencreme auftragen und mehr Zeit einplanen als wir.
Tag 1: Akropolis Populonia – Römer, Etrusker und Panorama aufs Meer
Populonia: Die einzige Etruskerstadt direkt am Meer

Wir waren zudem so auf das Wandern fokussiert, dass wir das eigentliche Highlight – die römischen Tempelruinen vor dem Informationszentrum und die „Heilige Straße" – gar nicht so genau anschauten. Wir hatten so einen Tunnelblick auf den etruskischen Teil der Stadt, dass wir die Römer zu Unrecht außer Acht gelassen hatten.
Populonia ist nämlich eine außergewöhnliche Stadt der Etrusker, da sie als einzige am Meer lag. Bereits im 7. Jahrhundert vor Christus wurde sie besiedelt, da hier Kupfer verhüttet wurde. Später wurde die Verhüttungsindustrie benötigt, um das Eisen von Elba zu verarbeiten. Auf Elba selbst hatte man sämtliche Bäume verfeuert. Tja, so ist er der Mensch – und das Eisenerz wurde nun nach Populonia verschifft.
Römische Tempelruinen, Heilige Straße und Fischmosaik

ömisches Fischmosaik in den Tempelruinen der Akropolis PopuloniaNach den Etruskern kamen die Römer. Sie erbauten auf der Akropolis, dem oberen Teil der antiken Stadt, wo sich nun das Informationszentrum befindet, mehrere Tempel und Prachthäuser. Zu sehen sind heute die rekonstruierten Grundfeste eines der Tempel, die römische Straße und die eindrucksvollen Überreste einer großen römischen Villa. Auch das Mosaik des Bades ist gut erhalten geblieben. Zugegeben, es ist nicht die eindrucksvollste Ausgrabungsstätte, die wir bisher besichtigt haben. Aber eines hat Populonia, was die anderen nicht zu bieten haben: eine fantastische Aussicht auf das Meer und die wunderschöne toskanische Natur.
Wir freuten uns also richtig auf die Wanderung. Allerdings muss ich auch hier anführen, dass wir das Spannendste bereits gesehen hatten. Von der Dramaturgie her eher nicht so ideal. Deshalb spoilere ich noch nicht, was es auf dem Berg oben noch zu entdecken gibFamilie auf dem Akropolisgelände Populonia mit Blick auf das Meer und den Turmt.
Denn ich empfehle, zunächst all die Bauten rund um das Besucherzentrum zu bewundern: den großen Domus, das römische Wohnhaus, das Nymphäum und die Thermen.
Wanderung durch den etruskischen Wald: Korkeichen, Salamander und Ruinen
Danach beginnt die kleine, aber feine Wanderung den Hügel hinauf. Es geht durch schattige Korkeichen. Es duftet überall frisch nach Natur und selbst unsere Jungs wanderten interessiert durch den Wald. Wir entdeckten jede Menge Salamander und Raupen, die den Wald bevölkerten. Immer wieder zeugten kleine Ruinen von Windmühlen und Hütten von der vergangenen Geschichte.
Aussichtspunkt und etruskische Stadtmauer
Am höchsten Punkt angekommen wurden wir wieder mit mehreren Aussichtspunkten und Blick aufs Meer belohnt. Der interessanteste Punkt der Wanderung war für uns der Weg unterhalb der Stadtmauer. Diese ist relativ gut erhalten und man kann eine Weile oberAussichtspunkt über dem Meer bei Populonia: Frau und Kinder am Schild mit Panoramablickhalb oder unterhalb der Stadtmauer entlangspazieren.
Die Hütte des Königs: Ein etruskisches Herrschaftsritual

Schließlich erreicht man die Hütte des Königs – eine rekonstruierte etruskische Hütte, die man „Haus des Königs" genannt hat. Hier wurden zahlreiche Becher ausgegraben, die für rituelles Trinken verwendet wurden. Einst wurde hier der etruskische Brauch durchgeführt, dass eine alte Hütte symbolisch zerstört wurde, wenn ein neuer Herrscher eingesetzt wurde. Von der echten Hütte sind nur noch die Grundrisse und Pfostenlöcher erhalten.
Danach ging es wieder bergab zum Besucherzentrum. Da wir in der Mittagshitze gelandet waren, waren wir nicht undankbar dafür.
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