Urlaub im Landgasthof Schneider in Riedenburg

Als Ferienziel für unseren Urlaub haben wir uns dieses Jahr das Altmühltal ausgesucht. Zwischen Riedenburg und Kelheim gibt es für Familien jede Menge zu erleben und meine Kinder kennen die Gegend bisher nicht. Als Unterkunft bot sich für uns der Landgasthof Schneider in Buch bei Riedenburg an. Der liegt zwar etwas abseits, wiegt dies aber in Sachen Gastfreundschaft und Kulinarik wieder aus.

Natürlich ist ein Urlaub während der Corona-Zeit anders. Wir haben uns bewusst für ein Urlaubsziel zu Hause, also in Bayern entschieden. Der Landgasthof Schneider hat ein sehr kluges Hygienekonzept erarbeitet, das gleichzeitig schützte und dennoch ein Urlaubsgefühl aufkommen ließ. Natürlich bewegten wir uns mit Mundschutz durch das Hotel, nutzten die vorgegebenen Laufrichtungen und am Buffet waren die Speisen verpackt, oder wurden direkt serviert. Ein toller Urlaub wurde es trotzdem.

Spaziergang in Riedenburg

Die Kinder waren vom großen Hotelzimmer so begeistert, dass sie wohl am liebsten den gesamten ersten Tag darin verbracht hätten, aber wir überredeten sie dann doch, die Stadt zu besichtigen. „Ernsthaft?“, rief Leo. Sein aktuelles Lieblingswort.

 

Riedenburg ist ein kleines, idyllisch gelegenes Städtchen an der Altmühl, umrahmt von Hügeln auf denen ganze drei Burgen thronen. Die Altstadt bietet eine kleine Promenade am Fluss und einen gemütlichen Stadtplatz mit mehreren einladenden Lokalen. Die Kinder zog es allerdings hinauf zur Burg. Es gibt Wanderwege zu allen zwei Ruinen und zur noch gänzlich erhaltenen Rosenburg. Bergerfahrene Kinder wie die unseren brauchen keine zwanzig Minuten, um das Ziel zu erreichen. Wir wählten den Weg zur Ruine Falkenstein. Hier hat man eine schöne Aussicht und kann ein wenig zwischen den Felsen klettern. Recht viel ist allerdings nicht mehr übrig. Wir wanderten also weiter zur Rosenburg. Hier gibt es eine Falknerei zu besichtigen. Leider waren wir zu spät dran und es war bereits geschlossen. 

Das Schulerloch

Unseren zweiten Tag in Riedenburg zelebrierten wir so richtig „Urlaub in Deutschland“. Es regnete nämlich. Nein, das ist untertrieben: Es schüttete. Trotzdem hatten wir einen guten Schlechtwetterplan. Zunächst fuhren wir Richtung Kelheim, wo hinter Essing das Schulerloch bereits ausgeschildert ist. Eine Tropfsteinhöhle schien mir das perfekte Ausflugsziel, wenn man keinen Regenschirm dabei hat. Was ich nicht mit einkalkuliert hatte war, dass man vom Parkplatz aus erst einmal 20 Minuten den Berg hinauf wandern musste. Wir hatten trotzdem Glück, das dichte Blattwerk der Bäume hielt den meisten Regen von uns ab.

Die Besichtigung der Höhle ist ein kleines Highlight für Kinder. Die Führungen sind sehr liebevoll und kindgerecht durchgeführt und dauern nur eine halbe Stunde. Die Geschichte des Schulerlochs wird erklärt und man erfährt viel über Stalaktiten und Stalagniten und kann sich unzählige Exemplare im Original anschauen. Je weiter der Weg in die Höhle führt, desto finsterer wird es. Ein raffiniertes Lichtkonzept taucht die Höhle deshalb in faszinierendes Licht. Die Fantasie der Kinder wird angeregt, indem die unterschiedlich gewachsenen Formationen zum Beispiel mit einem Krokodil verglichen werden. Zum Schluss gibt es eine eindrucksvolle Multimedia-Show ,in der die Geschichte des Schulerloches samt Dinosaurier, Steinzeitmenschen und Mammuts gezeigt wird. Vor allem Leo war schwer beeindruckt von den Effekten und fragte immer wieder erstaunt: „Wie geht das?“

 

In der Tropfsteinhöhle hatte es übrigens nicht geregnet. Leider hatte, zurück an der Oberfläche, der Regen noch zugenommen. Kurzerhand rannten wir wieder nach unten zum Parkplatz. Ein wenig nass wurden wir trotzdem.

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Mit dem Schiff von Kelheim zum Kloster Weltenburg

Aufgrund des Regenwetters stand als nächstes eine Schifffahrt auf dem Programm. Aufgrund der Corona-Beschränkungen hatten wir im Vorfeld Online unseren Platz auf dem Schiff gebucht. Da wir zu den wenigen Gästen gehörten, die sich trotz Hundewetter und Corona nach Kelheim gewagt hatten, funktionierte alles ganz unproblematisch.

 

Die Schifffahrt von Kehlheim nach Weltenburg dauert ungefähr 40 Minuten. Den Kindern wurde es drin bald langweilig und sie gingen nach draußen an Deck, wo sie den frischen Fahrtwind genossen. Das letzte Drittel der Fahrt ist landschaftlich ein einmaliges Ereignis, wenn das Schiff den Donaudurchbruch durchquert. Es ist die engste Stelle der Donau in Bayern, der Fluss zwängt sich zwischen zwei Felsen hindurch. 

Endstation war das Kloster Weltenburg. Aber was machen beim Kloster Weltenburg, wenn es schüttet und man nicht geplant hat, zwei drei Maß des berühmten hiesigen Dunkelbieres zu trinken? Wir schauten uns die Kirche an, verzehrten unter einem tropfenden Sonnenschirm unsere Brotzeit und beschlossen, noch eine Runde zum ausgeschilderten Römerkastell zu wandern. „Ernsthaft?“, protestierte Leo.

Das Römerkastell stellte sich schließlich als „Klein-Kastell“ aus und wir vier, die die letzten Jahre so viel Römerglump gesehen hatten, dass sie sich von einem Kleinkastell nicht beeindrucken ließen, gingen schulterzuckend wieder nach unten, um das nächste Schiff wieder zurück zu nehmen.

Davor entdeckten wir aber noch den Donaustrand. Der bestand aus myriaden flach geschliffener Kieselsteine. Ideale Steine, um sie im Wasser springen zu lassen. Das machte den Kindern schließlich so viel Spaß, dass wir doch noch eine Weile in Weltenburg blieben.

 

Die Rückfahrt war auch noch ein amüsantes Highlight. Aber nicht wegen der tollen Landschaft, sondern weil der Kapitän Netflix schaute und in seiner Kabine rauchte. Sowas sieht man schließlich heutzutage auch nicht mehr so oft.

Mit dem Rad von Riedenburg nach Essing

Am dritten Tag passte endlich auch das Wetter. Wir liehen uns gleich nach dem Frühstück beim sehr netten Fahrradverleih Wittl Räder aus. Es gab kurze Diskussionen, weil Leo kein „Mädlradl“ haben wollte. Deshalb verzichtete er freiwillig auf ein 7-Gang Rad und nahm lieber das blaue 3-Gang Rad.

 

Unsere Tour führte am Ufer der Altmühl entlang flussabwärts. Nach Essing sind es nur acht Kilometer, die Strecke ist flach und sehr abwechslungsreich. Essing ist ein kleines Dorf, das unfassbar idyllisch zwischen Fluss und steil aufragenden Felswänden gelegen ist. Es ist bekannt für den Künstlerweg, an dem auch der Radweg vorbei führt. Und für den Infanteristen Deifl, der ein bekanntes Tagebuch während der Napoleonischen Kriege geführt hat. Eine kleine Ausstellung im Rathaus erinnert an den Soldaten aus Essing.

Wir parkten unsere Räder am Rathaus und wanderten gute zwanzig Minuten den Berg hinauf zur Burg Randeck. Auch die Burg Randeck ist eine Ruine, allerdings ist einer der Türme komplett erhalten. Den Turm erkletterten die Kinder schließlich. Jedes der Stockwerke ist liebevoll eingerichtet und von oben hat man eine Rundum-Aussicht über das Altmühltal.

Eigentlich wäre es nun weitergegangen bis nach Kelheim. „Ernsthaft?“, fragte Leo und wir entschieden uns, wieder zurück nach Riedenburg zu fahren.

 

In Riedenburg erholten sich die Kinder im Park, wo es einen tollen Spielplatz gibt. Ganz in der Nähe ist auch der Fuchsbau, ein großer Biergarten mit einem Streichelzoo. Zumindest den Streichelzoo wollten sich die Kinder nicht entgehen lassen.

Burg Prunn

Wir waren seit drei Tagen unterwegs und hatten nicht einmal ansatzweise alle Sehenswürdigkeiten angeschaut, die es in Riedenburg und Umgebung zu sehen gibt. Am Ende ließen wir die Kinder entscheiden. Sie wollten zunächst natürlich noch eine Ritterburg anschauen. Die Burg Prunn ist komplett erhalten und gehört zu den beliebtesten Burgen in Deutschland. Zwar gab es wegen der Corona-Beschränkungen keine Führung. Aber die Räume sind sehr gut beschriftet und man kann die Besonderheiten der Burg gut nachlesen. Am meisten freuten sich die Kinder, dass es dort nicht das übliche „Nicht anfassen!“ – Verbot gab, sondern sie teilweise explizit sogar aufgefordert wurden, einen Ritterhelm, oder Stahl-Handschuh anzuziehen und auszuprobieren.

Kristallmuseum Riedenburg

Zum Schluss besichtigten wir noch das Kristallmuseum. Dieses ist zwar relativ klein, dafür gibt es in den wenigen Räumen umso mehr zu sehen und zu lernen. Unter anderem gibt es die größte Bergkristallgruppe der Welt zu bestaunen. Über das Smartphone kann man sich zahllose Filme anschauen, die unzählige Hintergründe aus der Welt der Steine und Mineralien erklären. Des weiteren gibt es im Museum Nachbildungen berühmter Diamanten. Uns Eltern hat aber der Raum mit der Turmalinsammlung gefallen. Turmalin sind außergewöhnliche Kristalle, die es in allen Farben des Regenbogen gibt.

 

Nach vier Tagen in Riedenburg verabschiedeten wir uns von der Familie Schneider, die uns die letzten Tage so liebevoll bewirtet hatte. Dann ging es wieder weiter nach Hause. „Ernsthaft?“, fragte Leo.

Alle vorherigen Geschichten aus dem Zirkus Corona hier:

www.chiemgauseiten.de/das-elterntagebuch
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