Die TOP 3 der allerbesten Kuscheltiere

Kuscheltiere sind ein Segen. Sie sorgen für glückliche Kinder und regelmäßige Schlafzeiten. Am meisten profitieren davon allerdings die Eltern, denn, ähnlich wie Zigaretten, machen Kuscheltiere hochgradig süchtig. Und spätestens im Schulalter werden die Kinder Probleme mit ihrer sozialen Akzeptanz haben, wenn sie bis dahin nicht entwöhnt wurden. Ich habe mir sagen lassen, dass ca. zwei Drittel aller Abiturienten, teils heimlich, teils offen, ihr Kuscheltier als Talisman bei der Prüfung benutzen.

Noch ist unser Nachwuchs im Kleinkindalter. Und, da wir ihm das Zigarettenrauchen streng verboten haben, tolerieren wir es, dass er ein hochgradiger Kuscheltier-Junkie ist. Die eifrigen Leser dieses Elterntagebuches wissen bereits Alles von seinem Kuscheltier Nummer Eins, dem Alana Püppchen, das es, Gottlob, derzeit wieder beim dm zu kaufen gibt. Zahlreiche Püppchen-Care-Pakete haben uns, unter anderem aus Augsburg, erreicht. Sebastian kuschelt tagsüber mit meist zwei Püppchen gleichzeitig. Nachts liegen bis zu fünf in seinem Bett. Eine klare Hackordnung gibt es auch: Das Original, inzwischen fünf Mal geflickte, ist und bleibt Püppchen Nummer Eins, die bunten folgen, gleichberechtigt, dahinter.

Doch, was tun, wenn kein Püppchen zur Verfügung steht? Im Supermarkt machten wir letztens die überraschende Entdeckung, dass Kinder auch gerne mit Joghurt kuscheln. (Berchtesgadener Land, Bio!). Der Kleine war den gesamten Einkauf über entspannt und fröhlich. Erst, als man ihm an der Kasse den Joghurt aus der Hand reißen musste, gab es altersgerechtes Trotzphasen-Gezeter. Als es an der Kasse einmal „piep“ machte, und die Kassiererin ihm den Joghurt wieder zurückgab, wurde entspannt weiter gekuschelt.

Das Entdecken von Platz Drei der allerbesten Kuscheltiere, hat mich diese Woche sämtliche, noch vorhandenen Rest-Nerven gekostet. Es ist 21:45 Uhr. Das Kind ist brav ins Bett gegangen, die Mama auf einer Tupperparty, der Papa passt auf. Plötzlich beginnt leises Wimmern im Kinderzimmer, das zu empörten „Baba!“-Rufen anschwillt und letztendlich in dramatischem Tremolo endet. Sämtliche sechs in unserem Besitz befindlichen „Bubbis“ helfen nichts. Auch das Erkältungsnotprogramm bleibt wirkungslos. Das Kind schreit und brüllt, als hätte der FC Bayern gerade in letzter Sekunde die Champions League verspielt. Kinderlieder aus Papas Mund verhallen ohne Effekt. Die Nacht schreitet voran. Nach einer Dreiviertelstunde ist die Eltern-Trickkiste leer und der Papa gibt auf. Bevor die Nachbarn endgültig die Polizei, oder, schlimmer, das Jugendamt verständigen, nimmt er den brüllenden Balg aus dem Bettchen. Sofort deutet der kreischende Knabe in Richtung Wohnzimmer. Der Papa folgt dem ausgestreckten Zeigefinger. Der Weg führt weiter zur Couch. „Itzen! Itzen!“. Der Vater setzt den Sohn hin. Mit leuchtenden Augen greift der sich die Fernbedienung. Und verstummt. Er schaltete minutenlang den Fernseher ein. Aus. Ein. Aus. Ein. Aus. Dann reibt er sich die Augen. Der Papa reagiert sofort und trägt das Kind, die Fernbedienung fest in dessen Händen gekrallt, zurück ins Bettchen.

Als später die Mama heimkommt, schaut sie den Vater streng an: „Unser Kind liegt mit weit aufgerissenen Augen im Bett und drückt auf der Fernbedienung herum!“

 

Der Vater seufzt: „Das ist eine lange Geschichte. Immerhin, er schreit nicht mehr…“ 

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