So waren unsere superschönen Fäkalwochen

Manchmal kommt alles zusammen. Hat man schon die Bescherung, dann richtig. Zuletzt lief es ziemlich bescheiden, obwohl wir eigentlich ein großartiges Ereignis zu feiern hatten. Um dies alles richtig zu erklären, müsste ich nun einige Worte benutzen, die ich im Elterntagebuch auf Anraten meiner Frau ursprünglich vermeiden wollte. Ich werde sie im folgenden Text so gut es geht umschreiben und nur hier ganz kurz aufführen, um Missverständnissen vorzubeugen: Scheiße, Kacke, Gaggi, Stuhlgang, Kot, Fäkalien. 

Freude und Leid mit unserer Fäkalpumpe
Freude und Leid mit unserer Fäkalpumpe

 Aber von Anfang an: Mit dem Start der Sommerferien machte unser Kleinster erstmals Anstalten, sein Geschäft selbständig zu verrichten. Und ich spreche nicht von der Pinkelecke im Garten, sondern die explizitere Notdurft. Als sich der kleine Held ein erstes Mal selbstbewusst auf die Schüssel setzte und der Natur freien Lauf ließ, veranstalteten wir Eltern Jubeltänze und feierten ausgelassen die neue Ära der windelfreien Freiheit. Leider verfrüht. Denn so leicht ging es auch wieder nicht. Einige der ersten Ladungen landeten nicht am Bestimmungsort, sondern an den lustigsten Örtlichkeiten, wo sie den Eltern die meiste Freude bereiten. Das überlasse ich ausnahmsweise mal Eurer Phantasie. Auch der Traum, ohne Windeln ein Vermögen einzusparen, zerplatzte umgehend: Denn einerseits stieg der Klopapierverbrauch immens. Und andererseits gab es noch einen kleinen Vorfall, der die Windel-Ersparnisse auf Monate wieder egalisierte: Das Klo war plötzlich verstopft und die Firma Sanitär Fellner musste gerufen werden. Die Ursache wurde schnell festgestellt: Wo war eigentlich der WC- Stein samt Halterung abgeblieben?

Wer den WC - Stein in der Toilette versenkt hatte? Ob ein Zusammenhang zwischen den ersten autonomen Klogängen des Youngsters und dem mysteriösen Verschwinden des WC- Steins besteht, konnte nie geklärt werden. Klar war nur, das Gestell hatte es nicht in die Kläranlage geschafft, sondern verstopfte das Rohr.

Der Firma Fellner gelang es zwar, den Abfluss wieder in Gang zu bringen. Sorgenvoll wurde aber die Hebeanlage im Keller, auch "Fäkalpumpe" genannt, begutachtet. Dort war die Halterung bislang noch nicht angekommen.

Und tatsächlich: Wenige Tage nachdem alles recht flüssig lief, streikte die Pumpe. Noch ein Tipp von Mann zu Mann: Wenn die Fäkalpumpe nicht mehr pumpt wie sie soll - den Fachmann holen! Nicht selber reparieren wollen! Das kann in die Hose gehen. Ein falscher Handgriff und es ist die Dacke am kampfen. Fakt ist aber, dass so eine defekte Fäkalpumpe ein rechter Sch…dreck ist. Das Runterspülen des WC-Steines war wirklich ein Griff in die Kloschüssel. Die Pumpe konnte sich nicht recht entscheiden, ob sie die ganze Zeit pumpen sollte oder gar nicht. Die Idee, die Pumpe über Nacht auszuschalten war auch eher besch… Am nächsten Morgen war sie übergelaufen und es begann im Haus schon leicht zu müffeln.

Ein Lob geht an dieser Stelle, an der die Geschichte deutlich und unerwartet sogar noch mehr an Niveau verloren hat, an die Firma Fellner: Die schickte ihren Meister noch vor 8.00 Uhr zu uns nach Hause. Der schraubte mit wenigen Handgriffen die Pumpe auf – und ratet mal, was er dort drinnen vorfand: Richtig, den zerbeulten Rest eines WC-Stein- Behälters. Positiver Nebeneffekt: Er reinigte die Pumpe gleich mit und seitdem läuft unsere Kanalisation wieder wie geschmiert.

Alles wäre nun also angerichtet gewesen, die Fäkalfeierwochen der windelfreien Kinder fortzusetzen. Doch wie immer hatte unser Jüngster diesbezüglich seinen eigenen Kopf. Mehr davon demnächst im Teil 2 : ) 

Hier geht's zum zweiten Teil

Ach ja, eine Nachlese zu den ersten Töpfchenabenteuer unseres Großen gibt es hier:

Die wunderbare Welt des Töpfchens

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Inge (Freitag, 08 September 2017 06:19)

    Sowas kann passieren. Es nervt halt und man möchte keine weiteren Vorkommnisse. Doch das Leben hört nicht auf für Überraschungen zu sorgen, besonders wenn man Kinder hat. So bringen sie Leben in die Bude und sind ein Segen, wenngleich man manchmal daran zweifelt.
    Habt einen schönen Tag.