Die wahre Bedeutung von Weihnachten

Alle Jahre wieder, heißt es, soll es an Weihnachten auf unsere Erde wieder nieder kommen. Das Christuskind. Ich glaube, das meistgenutzte deutsche Wort, von dem keiner eine Ahnung hat, was es eigentlich heißt, ist “Weihnachten”. Was bedeutet denn Weihnachten wirklich?

Rein erfahrungstechnisch könnte es genauso gut Wein-Nacht heißen. Geweint wird an Weihnachten nicht selten. Bei den Erwachsenen meist vor Heiligabend, weil die Vorbereitung zu stressig oder danach, weil die Erwartungshaltung eines perfekten Festes zu hoch war. Die Kinder weinen manchmal nach dem Auspacken der Geschenke. Wenn die Enttäuschung, dass das Christkind mehr Liebe als Spielsachen gebracht hat, zu überwältigend war. War das ganze Fest mal wieder eine schöne Bescherung, feiern wir Eltern irgendwann unser ganz persönliches Wein-Nachten und ergeben uns ein, zwei Gläschen italienischen Rotweins. In anderen Ländern umschreibt das Wort die Bedeutung ein wenig klarer. Das englische “Christmas” heißt nichts anderes als Christus-Messe. Das Spanische “Navidad” und auch das Französische “Noel” beziehen sich auf die Geburt, den Geburtstag Christi. Unsere Weih-Nacht hat übrigens eher weniger mit Weihe zu tun. Gut, ich habe einmal mit 20 nach der Christmette so viel Weihrauch inhaliert, dass mir der Heilige Geist erschienen ist. Aber das hatte mit Weihnacht nichts zu tun. “Weih” stammt von “wihen” ab, das althochdeutsch “heiligen” bedeutete. Die Weihnacht ist also nichts anderes als die “Heilige Nacht”, die in unserem schönen Bayern zu einem Heilig-Abend verkürzt wurde. Aus dieser Wortschöpfung entstand der Plural “Weihnachten”, da diese Heilige Nacht gleich mehrere Tage lang gefeiert wird. Und weil die korrekte Mehrzahl “Weihnächte” einfach blöd klingt. Also ist Weihnachten nichts anderes als die mehrere Nächte dauernde Geburtstagsparty des Jesus von Nazareth. Heuer wird er 2025 Jahre alt, das lassen wir als runden Geburtstag gelten. Die eigentliche Feier findet somit korrekterweise in der Christmette statt. Aber so wie die meisten Menschen werde ich ihm nur kurz gratulieren und dann im Kreise meiner Familie feiern. Obwohl ich, glaube ich, sogar auf die Geburtstagsfeier eingeladen wäre. Ob es eine Heilige Nacht wird, oder eher wieder ein Weltfest des Geschenkeaufreissens, das wird sich zeigen. Während sich meine Kinder möglichst teure Geschenke wünschen, erhoffen wir Erwachsenen uns, so viel Klischee darf sein, dieses Jahr einzig Frieden. Die Kinder kriegen heuer vom Christkind, ginge es nach mir, eine Lektion in Bescheidenheit. Wir hoffentlich nicht. Ich wünsche euch jetzt schon Frohe Weihnächte. 

Noch mehr lustige Geschichten über Weihnachten:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0