Zwischenfazit nach 19 Monaten Sprachentwicklung

Über eineinhalb Jahre ist unser kleiner Held nun schon alt. Da muss er doch schon einiges können! Raus mit der Sprache, liebe Eltern, was kann Euer Bub denn, was unsrer nicht kann? Bleiben wir heute wieder beim Thema Sprache. Denn geplappert wird inzwischen viel.

Es heißt ja gemeinhin, dass das Gebrabbel der Kleinkinder in erster Linie die Eltern verstehen. „Ubla.“ „Dschnj!“ „Agag!“ Beide Eltern schauen sich an, zucken die Schultern. Also bei uns klappt das nicht…

Schon am Morgen werden wir, vorausgesetzt, er ist ausgeschlafen, von einem wahren Redeschwall begrüßt. Hier eine kleine Aufzählung jener Vokabeln, die klar identifizierbar sind, sich regelmäßig wiederholen, also sicher in den Sprachschatz des Nachwuchslyrikers aufgenommen sind:

Lieblingswort ist nicht mehr „Käzä“, nein, Kerzen sind definitiv out, seitdem der Christbaum entsorgt worden ist. Neues Lieblingswort: „Bubba“ (Übersetzung: Butter.) Bubba wird in der Regel während der Essenszeiten, verstärkt beim Frühstück verwendet. Meist dann, wenn auf dem Teller des Kindes Müsli liegt. Bubba wird vehement eingefordert. Und wenn die Bubba nicht sofort auf einem Gebäckstück landet, ist das Geschrei groß.

Ein schwieriges, aber zuletzt verstärkt benutztes Wort ist „Bljle“. Da das aufgeregte Deuten des Zeigefingers unseres jungen Schülers auf eine Lesehilfe weist, kann davon ausgegangen werden, dass das Kind uns erfreut auf die Existenz einer Brille hinweisen möchte.

Das meistbenutzte Adjektiv ist „laa“ und gleichzeitig ein erster Hinweis darauf, dass die Eltern zu Tisch sehr bayerisch sprechen bzw. der Junge sich bereits jetzt bewusst zu seiner bayerischen Herkunft bekennt. „Laa“ löste das bisher gebräuchliche hochdeutsche „Aus“ ab. Um die Bedeutung von „laa“ zu verstärken, schwenkt „Sir“ Bastian zusätzlich ein – leeres – Glas durch die Luft, oder stülpt den (hoffentlich leeren) Teller um. Ab und an wird das „laa“ noch dramatisiert, in dem er beide Hände erschüttert zur Stirnschläfe führt und mit erschüttertem Gesichtsausdruck den Kopf schüttelt.

In der zu beschreibenden Fauna und Flora kann er „Wuh“, „Atze“, „Igerigi“ und „Ume“ klar unterscheiden. Ebenfalls sehr zu loben sind die bereits stark ausgeprägten Höflichkeitsformen des jungen Herren: Er hat es sich angewöhnt, in Wartezimmern, beim Einkaufen, auf der Straße, fremden Passanten seine beiden Begleiter vorzustellen. Er schaut die Passanten ernst an, deutet auf mich: „Papa!“ Deutet auf die Mutter: „Mama!“ Dieses Ritual wird auch zu Hause fortgeführt und er stellt, für den Fall, dass sie ihn vergessen haben sollte, der Mama auch mal den Papa vor.

Oma und Opa heißen übrigens beide „Boba“. Sind sie da, kann die Vorstellungsrunde recht lange dauern…

Seine allerersten Worte könnt Ihr übrigens hier nachlesen.

 

So, liebe Mamas und Papas, wie schaut's bei Euch aus? Was können Eure Kleinen denn schon so alles?

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Kommentare: 1
  • #1

    Rebel (Freitag, 31 Januar 2014 19:45)

    "Peta lesan!!!" Unsere Lieblingsworte nach Weihnachten.
    Geschichten von Struwwelpeter und seinen unzähligen unartigen Gefährten mussten mehrmals täglich angelesen werden. Aber bitte nicht zu lang, denn Simon kann ja schon ganz stolz und vorsichtig umblättern!
    Oder auch gut, die Frage nach seinem Namen. Um die Weihnachtszeit nannte er sich "Momo", es folgte "Mimi" und heute behauptet er, er hieße "Mimo"!! :))