Wie Eltern die Trotzphase ihres Kindes mit Bravour meistern

Die Trotzphase ist wohl die anspruchsvollste Zeit in der Entwicklung eines Kleinkindes. Millionen Eltern stellen sich die Frage: Wie ist ein menschenwürdiges, erfülltes Leben trotz eines zweijährigen Kindes in der Trotzphase weiterhin möglich?

Das Elterntagebuch hat die Antwort auf diese lebensverändernde Frage

 

...natürlich nicht gefunden! Sonst gäbe es längst kein Elterntagebuch mehr und ich wäre als Autor von Ratgeberbüchern reich und berühmt!

Tja, liebe Mamas und Papas: Die Trotzphase wird uns allen nicht erspart bleiben. Sie wird unsere Familien über Wochen, über Monate ins absolute Chaos stürzen. Wir werden Abends weinend oder Wein trinkend verzweifelt auf dem Sofa sitzen und uns fragen, wie das nur weitergehen soll. 

Das einzige was ich Euch anbieten kann ist: Ich berichte Euch, wie gehabt, in ausführlichen Reportagen, wenn bei uns mal wieder die Welt untergegangen ist. Vielleicht spendet dies Trost, um die Trotzphase des eigenen Kindes besser auszuhalten...

Trotzphase = Selbständigkeitsphase

Ja, die letzten Monate habe ich kaum mehr geschrieben, weil sich unser kleiner Baby-Löwe in eine wütende Großwildkatze verwandelt hat. Tobsuchtsanfälle beim Bäcker, weil er die Semmel nicht gleich verputzen durfte, minutenlange Schreikrämpfe, weil er zu Hause statt Nutella nur Honig auf ebenjene Semmel bekommen hat und wildes Um-sich-schlagen, weil der kleine Herr kein Handy zur Selbstnutzung zur Verfügung gestellt bekommt. Unser Alltag.

In der Verzweiflung griff ich sogar wieder zu den Erziehungsratgebern, die bei uns im Schrank herumstehen. Und ja, Herr Dr. van de Rijt, ich hab schon gemerkt, dass mein Kind wächst und grad einen Sprung macht. Ich bin ja nicht blöd. Und ja, Herr Largo, mein Baby ist in die Jahre gekommen und inzwischen ein Kleinkind. Hängengeblieben bin ich ausgerechnet bei Jesper Juul, dessen Bücher ich bisher nur mit einer langen Stange angefasst hatte. Immerhin spricht Jesper Juul in seinem Buch "Das Familienhaus" uns Eltern Mut zu, dass es sich ja gar nicht um eine Trotzphase handelt, sondern um eine "Selbständigkeitsphase". Womit er wohl recht hat, das Kind will ja nur selbständiger werden und wird wütend, wenn es von uns Erwachsenen in seinen Experimentier- und Trainingsversuchen eingeschränkt wird. Aber - ganz ehrlich - egal ob es jetzt Selbständigkeitsphase heißt - wenn das Kind auf dem Rücken liegt, mit dem Füßen strampelt und das inmitten der Leipziger Buchmesse und Dutzende Erziehungsratgeberautoren stirnrunzelnd glotzen, dann fühlt sich das schon sehr nach Trotzphase an!

Was mir in Jesper Juuls Buch ebenfalls einen Heidenschreck eingejagt hat: Er beschreibt, dass man während der Selbständigkeitsphase einen recht guten Vorgeschmack bekommt, wie die Pubertät ablaufen wird: Versucht man dem Kleinkind den Elternwillen aufzuzwängen, wird es auch während der Pubertät ausufernde Kämpfe zwischen Eltern und Jugendlichen geben.

OMG!

Ich sehe also einen fünfzehnjährigen Jungen vor mir, mit löwenmähnenartigen langen Haaren. Neben ihm ein höflicher junger Mann, einen Kopf kleiner als sein kleiner Bruder, der gerade den Führerschein gemacht hat und fragt, ob er sich das Auto ausleihen darf. "Natürlich, Bastiano, Sehr gerne!"

Bastianos Bruder schaut mich stinkig an: "Ey, Alter! Warum kriegt der die Karre und ich krieg nicht mal ein Mofa?" "Weil der Bastiano so eine schöne Pubertät hatte und uns Eltern keinen Kummer bereitet hat!" (Der Löwe zieht eine Grimasse, wischt eine Tasse vom Tisch, die klirrend auf den Boden fällt und zündet sich eine Zigarette an) "Ich will aber ein Mofa! Und wenn ich keins krieg, dann klau ich mir eins!" "Junge, geraucht wird hier nicht!" Der Löwe ascht auf den Parkettboden. "Daddylein, du hast hier gar nix zu melden. Ich rauch wo und wann ich will..." "Sohn! Solange du deine Füße unter meinen Tisch st..." (Der Löwe springt auf und wirft wütend den Stuhl um) "Na und? Was willste machen? Mich rausschmeissen? Das hast Du mir ja schon angedroht, als ich die Schule geschmissen habe! Nö, ich mach was ich will. Sonst schlag ich alles kurz und klein, wie immer!" Er wirft den Aschenbecher gegen das Fenster, das klirrend in tausend Scherben zerspringt. Der Papa murrt resigniert und verzieht sich ängstlich. Der Löwe setzt sich mit verschränkten Armen vor die Playstation 9 und beginnt, Counter Strike zu spielen...

 

Der Papa erwacht aus seinem Alptraum.

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So, nun raus mit der Sprache: Wie verläuft die "Selbständigkeitsphase" bei Euch?

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