Zahnender Mund und schnupfende Nase = schlaflose Eltern

Rot umrandete Augen, zitternde Hände, übermüdete Gedanken, die trotz Kaffee nicht wach werden wollen. Die Mama ist am Frühstückstisch eingeschlafen. In der Kinderküche stapelt sich das Geschirr, in der echten Küche auch. Nur der Kleine zeigt gut gelaunt auf die Tastatur und fordert, den Text mitschreiben zu dürfen.

Was ist denn jetzt schon wieder passiert? Das Chaos ist mal wieder über uns hereingebrochen!

Im Zweifel ist immer das Zahnen schuld – jetzt erst recht! Diesmal könnte aber auch der Samuel mitschuld sein, der hatte letztens Schnupfen. Und auf einmal kommt alles zusammen:

Zu den, trotz seiner fünfzehn Monaten nur zwei vorhandenen Zähnen, gesellen sich gerade vier weitere. Das ist super für Sonntag, da gibt’s nämlich bei der Oma Krustenbaten. Aber scheiße in der Nacht. Wer schon einmal Zahnschmerzen hatte, der kennt das: Am Tag ist man von tausenden Eindrücken abgelenkt, aber in der Stille der Nacht, da zieht es und drückt es und schmerzt es.

Unsere Nacht begann gegen Halb Eins mit einem quietschfidelen, aufrecht im Bett sitzenden Jungen. Meinen Hinweis auf die Uhrzeit ignorierte er strahlend und schaute mich mit einem Blick an, der sagte: „Wann geht endlich das Unterhaltungsprogramm los, Papa?“ Ich schaute auf die Uhr: Noch sechs Stunden, dann muss ich eh in die Arbeit…

Gegen halb zwei wurden wir erneut von einem Kind geweckt. Diesmal aber von einem vor Schmerzen brüllenden. Nach einer kurzen Grundsatzdiskussion, wer mit Aufstehen dran ist, versuchte ich mich in verzweifeltem Elternaktionismus. Wie helfen? Schnuller (drei Meter weggeworfen), Spieluhr (wildes Kopfschütteln), Püppchen (kurzes kuscheln, dann zum Schnuller geworfen). Eine halbe Stunde später saß ich verschlafen am Küchentisch und schaute dem Kleinen zu, wie er eine Banane verputzte. Aber das Kauen betäubte den Schmerz nur kurz und das Wehgeschrei begann von neuem.

Für Nacht Zwei hatten wir vorgesorgt: Gegen das Zahnen: Globuli, Zahnöl an die Backen, Schmerzgel auf die Kauleisten. Gegen den Schnupfen: Thymian-Myrthebalsam für besseres Atmen, Engelwurz unter die Nase, Heilwolle auf die Brust und ab ins Bett. Die Eltern knobelten einen strengen Nachtschichtplan aus. Während Papas Nachtschicht wachte der Kleine nur drei Mal auf, die restliche Nacht schlief er durch. Als wir von Sonnenstrahlen geweckt wurden, sehr ungewöhnlich, war es bereits halb neun. Halb neun!!! Das ist das „Bis Mittag schlafen“ aller Eltern! Es kann also nur noch besser werden…

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