Nikileaks - Die geheimen Einträge im goldenen Buch vom Nikolaus

Heute hat es tatsächlich an der Tür geklingelt. Es war bereits finster, Kerzen waren illuminiert, es roch nach Punsch und Glühwein. Wer mochte das sein? Oma und Opa waren ja schon da. Die Kinder stürmten zur Türe. Und tatsächlich: Da draußen stand ein etwa 1,80 Meter großer Mann in einem weißen Gewand, einer großen roten Mütze auf dem Kopf und einem langen weißen Bart. Verdammte Scheiße, es gibt ihn wirklich: DER NIKOLAUS!

Während die Kinder dem heiligen Mann ins Wohnzimmer folgten, bemühten sich Papa und Mama zu verbergen, wie aufgeregt sie waren. Denn natürlich wissen sie, dass der Heilige aus Myra heute keine Zeit hat, um ausgerechnet nach Traunstein zu kommen, um dort Geschenke zu verteilen. Aber vor dem Herrn, der hinter dem Bart versteckt war, hatten die Erwachsenen wohl noch mehr Respekt als die Kinder vor dem Nikolaus. Wer es war, wird natürlich nicht verraten, aber wenn es der Bürgermeister gewesen wäre, hätte es sich wohl ähnlich angefühlt. Während die Eltern also nervös der Prominenz ins Wohnzimmer folgten, hatte der kleine Leonard sofort jegliches Interesse verloren. Sein Sichtfeld sind die 30 Zentimeter überhalb des Bodens: Und dort waren gewöhnliche Schuhe und eine Jeans zu sehen. Sofort hatte er das Interesse verloren und widmete sich wieder der Oma zu.

Der sonst so vorlaute Bastian war immerhin so ehrfürchtig, dass er sowohl "Nikolo Bum Bum" als auch "Heiliger Nikolaus, du braver Mo" tapfer und mit leiser Stimme vorsang. Aber in dem Moment, als der Bischof aus Myra es wagte, ihn in seinem Text aus dem Goldenen Büchlein zu kritisieren, wurde der Bastian sofort schnippisch. Er klärte den Nikolaus darüber auf, dass er immerhin bald Fünf sein wird! Und dass es ihm reicht, wenn er von ihm nur EIN Geschenk bekommt. Also entweder EIN Playmobil Piratenschiff oder EINE Playmobil Ritterburg. Ein Wunder, dass der Nikolaus keinen Kramperl dabei hatte...

Trotz Allem gab es dennoch Geschenke: Ski! Und was am allerbesten war: Der Nikolaus schenkte Bastian auch noch den Sack! Der Kleine konnte es kaum fassen und fragte mehrmals nach, ob er den Sack wirklich behalten dürfe.

Und als die Kinder ins Bett gingen, fanden sie noch einmal eine Überraschung vor: Jemand hatte ihnen Schokonikoläuse und selbstgenähte Schlaf-Schlangen ins Bett gelegt. Wer das wohl war? Bastians Augen begannen zu strahlen: "Der Nikolaus! ...der Bazi!"

 

Dieses Jahr hat die NSA - die "Nikolaus - Spionage - Agentur" einige streng geheime Informationen aus dem goldenen Büchlein abgefangen. Um die Quelle nicht zu verraten, werden die Namen folgender beider Kinder nicht genannt:

Kind 1:

"Kind 1 geht schon seit fast einem Jahr brav in die Kinderkrippe. Dort hört man nur Gutes von ihm, er ist immer brav und fröhlich. 

Daheim kann er aber auch ganz anders sein. Wehe, wenn man ihm beim Spielen stört: Beim Kochen in der Spielküche, oder beim Spielen mit seinen Lieblingsautos, dem Bus und dem „Sanka“, dann kann der Kind 1 auch mal ganz laut werden, brüllen und toben. 

Da er andererseits sehr hilfsbereit ist und seinen Eltern gerne Kaffee macht und die Spülmaschine ausleert, hat er sich letztendlich doch ein Geschenk verdient."  

Kind 2

Ob sich der Kind 2 auch ein Geschenk verdient hat? Der mag es nämlich gar nicht, wenn er etwas aufräumen soll. Er fragt dann meistens "Warum?" Oder schimpft: "Ich kann das nicht", oder trödelt so lange herum, bis die Eltern das meiste aufgeräumt haben. 

Auch in der Frühe liebt er das träumen und trödeln. Da ist er dann gerne wieder ein Baby und will, dass die Eltern ihn anziehen. 

Dabei ist der Kind 2 inzwischen schon so groß und kann eigentlich fast alles selbständig erledigen. 

Ein wenig mehr Bescheidenheit würde ihm auch gut tun. Denn es gibt viele Kinder, die gar kein Spielzeug haben. Und er hat sogar die große Playmobilritterburg, habe ich gehört.

Und er ist ein großer Geschichtenerzähler und hast eine wundervolle Fantasie! Im Kindergarten unterhält er gerne seine Erzieherin, die Erzieherin 1

Gefreut hat mich auch, dass du dieses Jahr das Radfahren gelernt hast!

Und weil ich gehört habe, dass du als nächstes Skifahren lernen möchtest, habe ich dir dazu ein besonderes Geschenk mitgebracht.