Ein Kindergeburtstag ist halt kein Kindergeburtstag

Schön ist sie, die Feierei. Aber am schönsten ist sie, wenn sie wieder vorbei ist. Diese Weisheit geht nicht erst auf Kasperls Großmutter zurück. So fühle ich mich meinerseits gerade. Erleichtert und überglücklich darf ich Euch verkünden, dass wir seit heute stolzes Mitglied im erlauchten Kreis jener Eltern sind, die eine Jungs-Geburtstagsfeier (ohne Beisein der Eltern) hinter sich gebracht haben. 

Es gab keine nennenswerten Verletzungen, es wurde kaum geweint und nichts ist kaputt gegangen – von einem überschwemmten Rasen abgesehen. Wie wir das geschafft haben? Unser Erfolgsrezept teile ich natürlich sehr gerne mit Euch:

 

Wir haben es natürlich nicht unterlassen, sämtliche möglichen Anfängerfehler zu begehen: Drei Tage lang wurde ununterbrochen gebacken, geputzt, eine Schatzsuche vorbereitet, gebastelt. Folgende Lehren haben wir rückblickend gezogen:

·         Es bringt nichts, vor dem Backen die Küche zu putzen

·         Es bringt nichts, das Wohnzimmer zu putzen

·         Eigentlich bringt das Putzen VOR der Party sowieso gar nichts

·         Wenn man vor lauter Aufgaben nicht mehr weiß, womit beginnen, ist es nicht hilfreich, zuerst einmal die Bierzeltgarnitur weiß zu lackieren

·         Man braucht nicht unbedingt eine Woche in die Vorbereitung einer Schatzsuche investieren, wenn die Jungs diese im Schnelldurchgang innerhalb von zehn Minuten erledigt haben

·         Die Kreidemarkierungen für die Schnitzeljagd sollte man nicht aufzeichnen, solange die Regenwahrscheinlichkeit höher als 20 Prozent liegt

 

·         Wenn den ganzen Tag in regelmäßigen Abständen Süßigkeiten kredenzt werden, sinkt die Zahl der abends verzehrten Wiener Würstel

Aber von vorne: Innerhalb weniger Minuten trudelten die fünf eingeladenen Jungs ein. Keine drei Minuten später bewarfen sich sieben Buben und ein Papa mit Wasserbomben. Zwei weitere Minuten später hatten alle Badehosen an, Spritzpistolen in der Hand und der einzige, der klatschnasse Kleidung trug, war der Papa.

Die Party lief noch KEINE zehn Minuten, da tobten alle im Plantschbecken. Und ein sintflutartiger Regen brach herein. Panikartig retteten die Eltern die liebevolle Piraten-Deko. Den Kindern war es egal, sie waren eh schon nass.

Nach handgestoppten 14 Minuten hatten alle Kinder ein erstes Mal ihre Badesachen und komplette Kleidung durchnässt und tobten tropfend und triefend durch das Wohnzimmer.

Der Kuchen wurde also im Haus serviert und auf die Frage, wer denn alles einen Kaffee möchte, schrien sieben Kinder begeistert „Ich!“ Natürlich gab es keinen Kaffee. Nur Cola.

So schnell der Regen kam, so schnell verzog er sich auch wieder und die Schatzsuche begann. Leider waren die von mir mittags aufwändig angebrachten Markierungen an der Straße komplett weggewaschen worden. Glücklicherweise gab es eine Schatzkarte. Sieben hochmotivierte Kinder fetzten mit Kompass und Schatzkarte bewaffnet durch die Siedlung und kaum hatten wir die erste Aufgaben-Station erreicht, begann es wieder zu regnen. Was ist denn das für ein Wetter???

Nach einer Schatzsuche in absolutem Zeitraffer- Tempo nahmen die Kinder wenig später ihren Schatz entgegen. Und kaum waren alle wieder daheim, brannte die Sonne in Hochsommermanier vom Himmel, als wäre nichts gewesen.

Danach fehlt mir jegliche Erinnerung. Ich sehe Wasserfontänen. Ich spüre einen mit Sand vermischten Wasserstrahl meine Augen halb zerfetzen. Ich sehe Halbwüchsige, die auf einer Sandkastenmuschel im Plantschbecken Schifferl fahren. Ich höre Geschrei und Gekreische und den Schlachtruf „Alle auf den Papa!“ Ich höre die Stimme der Mama, die alle zwei Minuten durchzählt, ob noch alle sieben Kinder im Blickfeld sind. Ich sehe Kinder, die todesmutig die Wasserrutsche runterbrettern und im nächsten Moment in einer Wasserfontäne im Pool verschwinden. Ich sehe ein Plantschbecken dessen Wasser immer weniger wird und einen überschwemmten Rasen. Etwa eine Stunden später, zur Eis-Pause ist es gut zwei Minuten Mal still und übersichtlich. Danach geht die Party unvermittelt weiter.

Während im Garten der Wasser-Wahnsinn tobt, bereitet die Mama liebevoll das Abendessen vor und deckt erneut im Vorgarten und tischt schlaraffenlandaratige Portionen Würstel, Brot und Country Potatoes auf. Kaum sitzen alle Kinder am Tisch, fing es an…

und jetzt alle laut im Chor:

ZU REGNEN!

 

Ich hoffe, die Kinder die da waren hatten trotzdem ihren Spaß. Ich auf alle Fälle. Vielen Dank für die tollen Geschenke!

 

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