Der Minecraft-Kindergeburtstag mit Schnitzeljagd

Unser erster großer Kindergeburtstag seit Corona stand ganz unter dem Zeichen Minecraft. 9 Jahre ist unser Kind geworden und mehr als ein Fünftel seines Lebens hat er während einer Pandemie verbracht. Grund genug, ihm nicht nur zu erlauben, unfassbare 4 (!) Kinder aus anderen Haushalten einzuladen, sondern ihm auch jeden Wunsch bezüglich Motto-Party zu erfüllen. Und was wünschte er sich? Eine Minecraft-Party!

Ein Minecraft-Kindergeburtstag an sich ist schon eine komplexe Angelegenheit. Kombiniert mit der Corona-Situation wird es noch ein wenig komplizierter. Dank neuer Lockerungen und da er und seine Schulkameraden ohnehin regelmäßig getestet werden, konnten wir nach eineinhalb Jahren endlich wieder einen halbwegs normalen Kindergeburtstag veranstalten. Umso motivierter waren die Kinder. Und auch wir Eltern!

Die Mama stürzte sich schon Tage vorher in einen wahren Bastel-Wahn. Sie bastelte die Geburtstags-Einladungen in Form von grünen-Creeper-Würfeln und backte einen grün glasierten Creeper-Schokokuchen. Die Rezepte und Tipps holte sie sich aus Pinterest, wo noch sehr viel zusätzliche Tipps für eine Minecraft-Party zu finden sind.

Denn die Leser/innen des Elterntagebuchs wollen bekanntlich weniger Basteltipps, sondern ungeschönte Tatsachenberichte, wie die so schön geplante Geburtstagsfeier dann tatsächlich gelaufen ist.

Also, der Geburtstag begann um 5:30 Uhr. Die Kinder waren (beide!) schon um 4 Uhr wach. Das Geburtstagskind war extra am Vorabend schon um 18:00 Uhr ins Bett gegangen. Ja, selbst Kinder, die vor Sieben noch trotz offener Augen im Dornröschenschlaf zu sein scheinen, können früh Morgens hellwach sein!

 

Die Gäste kamen aber erst am Nachmittag um 15:00 Uhr. Wie jede Geburtstagsfeier begann die Feier mit einem Geschenke-Aufreiss-Fest und der bangen Frage der Eltern ob der Geschenke-Berge, wie sich heutige Kinder jemals wieder auf Weihnachten freuen können. Außer sie kriegen mindestens einen Tesla oder Mondflug geschenkt.

Die Minecraft-Schnitzeljagd

Wie konnte man nur glauben, dass Kinder was anderes craften als WAFFEN?
Wie konnte man nur glauben, dass Kinder was anderes craften als WAFFEN?

Wie immer interessierten sich die Kinder kaum für den Geburtstagskuchen und wollten gleich auf die Schnitzeljagd gehen. Nennen wir es etwas realistischer: Crafting-Spaziergang. Zur Original Minecraft-Musik, die aus der Jukebox erklang, spazierten wir aus der Siedlung heraus in den nächsten Wald. Dort hatten die Kinder die Aufgabe, einen Stock und einen Stein zu finden. Damit sollten sie an der nächsten Station etwas craften. Da es relativ schwierig ist, eine echte Axt zu craften, halfen wir etwas nach und teilten als nächstes im Gegenzug für den gesammelten Stein Plastilin aus. Eigentlich war die Idee, dass die Kinder aus dem Plastilin Werkzeuge crafteten. Aber die fantasiereichen Jungs crafteten das Plastilin an den gesammelten Stock und bauten sich Schwerter und Äxte.

Als Belohnung bekamen sie für jede vorgezeigte Waffe Nahrung, sprich Schokobons. Sowohl in Mincecraft, wie im echten Leben darf man nicht verhungern.

Erfahrene Eltern werden jetzt hellhörig: Bewaffnete Kinder mit Schokolade füttern und den Zuckereinschuss provozieren? Ja sind wir denn wahnsinnig????!!

Ja, sind wir. Natürlich begannen sofort wilde Fechtkämpfe und das Geschrei wurde immer lauter und da half auch die beruhigende Minecraft-Musik nichts mehr.

Schnell eilten wir mit der Kampftruppe weiter zur nächsten Station. Dort mussten die Jungs noch ein Minecraft-Quiz beantworten und bekamen als Belohnung eine kleine Schatzkiste mit Lego-Minecraft-Figuren darin.

Wer jetzt dachte, dass sich die Kinder selig darüber freuten, der kennt Kinder nicht. Da es sich um unterschiedliche Figuren handelte, war die Enttäuschung groß, wenn man keinen Wasser-Zombie bekommen hatte und versuchte, die Legofigur mit Waffengewalt einzutauschen. Die Eltern-Diplomatie lief auf Hochtouren, bevor noch einer zu Weinen begann.

Die große Lego-Decke, die wir im Garten ausgebreitet hatten, war in der Folge eher uninteressant, weil lieber den restlichen Geburtstag über mit den neuen Waffen gekämpft wurde. Wie kann es sein, dass jede Motto-Party, egal ob Star Wars oder Minecraft, immer in Fechtkämpfen ausartet?

 

So oder so, um Ende spielten wir noch einmal ganz klassisch „Reise nach Jerusalem“ und nach drei Stunden Party waren alle Kinder letztendlich doch zufrieden und die Eltern so erschöpft, dass sie sich den verdienten Feierabend-Aperol gönnten.

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