Mit den Kindern auf der Röthelmoosalm

Das schöne Röthelmoos mit der Hörndlwand im Hintergrund
Das schöne Röthelmoos mit der Hörndlwand im Hintergrund

Eine schöne Wanderung für Familien ist die Tour vom Weitsee zur Röthelmoosalm mit dem Ziel Dandl-Alm. Die Tour ist nicht allzu steil oder anspruchsvoll und mit etwas Glück können die Kinder, so wie unsere, jede Menge erleben. Und mit etwas Pech werden auch die Eltern, so wie wir, jede Menge mit ihren Kindern erleben..

Ebenso geheimnisvoll wie der Felsen: Der mystische Schwenkmeier Willi
Ebenso geheimnisvoll wie der Felsen: Der mystische Schwenkmeier Willi

Unsere kleine Abenteurerfamilie hatte sich natürlich auch ein Ziel gesetzt. Wir wollten den mystischen Schlupfstein am nördlichen Aufweg zur Hörndlwand erkunden. Ein Zeitungsartikel über den wohlbekannten Bergfex Willi Schwenkmeier, der über seine Abenteuer an diesem Speckstein berichtete, inspirierte uns dazu, diesmal auf die Röthelmoosalm zu wandern, um den geheimnisvollen Fels und seine uralten Inschriften zu besichtigen. 

So viel sei gespoilert: Wie die anderen Wanderer, die ihrerseits den Zeitungsartikel dabei hatten, blieb die Suche erfolglos. Zu versteckt liegt er im Wald. Wir haben dafür andere spannende und geheimnisvolle Zeichen entdeckt. 

Der Aufstieg zur Röthelmoosalm

Geheimnisvolle Monster mit Glupschaugen säumten den Weg zur Röthelmoosalm
Geheimnisvolle Monster mit Glupschaugen säumten den Weg zur Röthelmoosalm

Den Aufstieg zur Röthelmoosalm beginnt man am kleinen Wanderparkplatz zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl ungefähr in der Mitte der Seen. 

Die Wanderung beginnt sehr abwechslungsreich mit einem leicht bis mittleren Anstieg entlang eines malerischen Gebirgsbaches. Die Kinder entdecken hier, ähnlich wie im Ramsauer Zauberwald, immer wieder interessante Merkwürdigkeiten in der Natur. 

Diesmal stießen wir sogar auf ein Geheimnis: Inmitten einer der großen Blätter prangten zwei Monsteraugen! Aufgeregt deuteten die Kinder auf die Pflanze mit den riesigen Glupschaugen! 

Dabei allein blieb es nicht. Überall entlang des Weges entdeckten die Kinder diese Augen in den unterschiedlichsten Farben. Wer auch immer diese Monster- Glupschaugen geklebt hatte - sie haben auch uns eine kurzweilige, spannende Wanderung voller Überraschungen bereitet. Die Kinder, die ansonsten nach zehn Minuten bereits jammerten, dass ihnen die Knie wehtun, waren begeistert auf der Suche nach den Glupschaugen. Hier einige der besten Monster die wir entdeckt haben:


Auch manches Kalb war gehfaul und ließ sich von der Mama tragen...
Auch manches Kalb war gehfaul und ließ sich von der Mama tragen...

Bereits nach nicht einmal einer Dreiviertelstunde haben wir bereits die Röthelmoosalm erreicht. Davor führte uns der Weg noch durch das Weidegebiet einiger Kühe, die uns neugierig den Durchgang versperrten. Die Kinder hatten ein wenig Angst, dass die Kühe sie auffressen wollten. Ließen sich aber gerne aufklären, dass es sich genau umgekehrt verhielt.

Die Röthelmoosalm ist ein langgezogenes hochgelegenes Tal, das bevorzugt von Mountainbikern durchquert wird. Die Natur ist hier oben abwechslungsreich und schön anzuschauen, was Erwachsene erfreut, die Kinder aber zu Tode langweilen kann. Denn der erste Aufstieg weicht hier einem scheinbar endlosen Spaziergang auf ebener Fläche. Hier hatten wir unsere Mühe, die Kinder bei Laune zu halten. Zwar war die Dandl-Alm bald in Sichtweite, aber der Spaziergang durch das weite Moos zieht sich mit Kindern noch eine gefühlte Ewigkeit.

Dort werden die Kinder aber reichlich belohnt: Es gibt Apfel-Holunder-Schorle, es gibt Kaninchen und sogar eine Lego-Duplo Eisenbahn, die meine Kinder natürlich gleich begeistert aufbauten. 

Nur ich, der erschöpfte Papa, leistete sich gleich einen fatalen elterntagebuchtauglichen Schnitzer: Mit dem klaren Auftrag der Mama, eine Brotzeitplatte zu bestellen, entdeckte er unter den Speisen: "Kas - Speck - Pressknödel mit Salat und Dips". Begeistert bestellte ich mir die vermeintliche Käse- Speck - Brotzeitplatte mit den Pressknödel. "Was sind denn Pressknödel?", fragte mich die Mama bereits misstrauisch. Hinzu kam, dass die Sennerin uns vergessen hatte und wir eine Dreiviertelstunde auf die Brotzeitplatte warten mussten, die sich - Ihr habt es längst erraten - als stinknormale Kaspressknödel herausstellten. Die waren in Nullkommanix aufgefuttert und es musste noch eine Portion Kaiserschmarrn nachgeordert werden.

Die beiden gut gelaunten Sennerinnen ließen sich noch kurz von den Gruselgeschichten schocken, dass zur Sommersonnwend Kapuzenmanderl hier oben um den Schlupfstein getanzt hätten. Sie hatten aber glücklicherweise weder von den Umtrieben der Neodruiden, noch vom Schwenkmeier Willi etwas mitbekommen.

Nach zwei Stunden auf der Alm, wo in der Tag für genügend Kurzweil für die Kinder gesorgt ist, machten wir uns auf den Rückweg. Und verloren unsere gute Laune noch schneller als man "Kas - Speck - Pressknödel" sagen kann:  

Unser Kleinster begann bereits nach zehn Minuten Rückweg zu streiken. Er wollte getragen werden. Nur mit viel Zuspruch und "Berg-Benzin" (Schokokekse) ließ er sich den Weg entlang der Röthelmoosalm locken. Als wir das Waldstück erreicht hatten, kam uns ein Papa, den wir bereits vorher getroffen hatten, mit dem Auto entgegen. Sie hatten einen Notfall!!!

Was denn passiert sei? Sein Kind hatte sich geweigert, weiter zu gehen, deshalb musste er das Auto holen...

Ich warf einen Blick auf Loni. Er grinste mich vielsagend an.

Noch einige Minute lang sangen wir fröhlich "Wer will fleißige Handwerker sehn..." dann, begann auch für uns der Eltern - Supergau. 

Während ein Kind plötzlich Bauchweh bekommen hatte und bald getragen werden musste, kam bald auch das zweite Kind auf den Plan: "Ich kann nicht mehr! Meine Knie tun weh! Aua! Auaa! Auaaaaaa!"

Bald stellte sich heraus, dass die Phantomschmerzen daher rührten, dass das Kind Steine in den Schuhen hatte. In den Winterschuhen wohlgemerkt. Was es nicht in den Schuhen hatte, waren Socken. Die Mama warf dem Papa einen bösen Blick zu. "Keine Ahnung, er hat sich heute selber angezogen!"....

Letztendlich kam es, wie es kommen musste: Weil wir keine Eltern sein wollten, die illegal mit dem Auto Forststraßen entlang fahren, nur weil die Kinder streiken, schleppten wir tapfer unsere Kinder inklusive drei Rucksäcken den jetzt nicht mehr so idyllischen Weg, den Gebirgsbach entlang, hinunter. 

Und wieder haben wir die Erfahrung gemacht: Während für uns Erwachsene früher der Rückweg wesentlich flotter vonstatten ging als der Aufstieg, ist es mit Kindern genau umgekehrt. Da half auch das Berg-Benzin nichts mehr. Den hatten sich Papa und Mama am Ende redlich selbst verdient.

Die Rätsel des Specksteines und der Glupschaugen konnten wir leider ebenfalls nicht lösen. Wer da Hinweise für uns hat - schreibt gerne einen Kommentar rein! Danke!

Ach ja, trotz des Erlebnisses ließen wir uns nicht abschrecken und sind am nächsten Tag gleich nochmal auf den Berg marschiert. Davon berichte ich beim nächsten Mal!

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