Ausflug zum Moorlehrpfad in die Kendlmühlfilzen

Die Kendlmühlfilzen ist eines der Hochmoore rund um den Chiemsee und besonders für Familien mit Kindern eine Reise wert. Ein schöner kleiner und lehrreicher Spaziergang ist die Wanderung durch den Moorlehrpfad gegenüber des Torf- und Salzmuseums, direkt an der Straße zwischen Grassau und Rottau gelegen. Während unsere Großen im Fußballcamp verweilten, starteten Nina von Stattyoga und ich mit unseren Kleinen eine Exkursion ins Hochmoor:

Der Naturlehrpfad ist leicht zu finden: Man parkt einfach direkt am dortigen Torf- und Salzmuseum. Wer sich, wie wir, fragt, warum es dort ein Salzmuseum gibt, hier gleich des Rätsels Lösung: Die alte Soleleitung in die Saline Rosenheim führte hier vorbei und das Museum war einmal eine Pumpstation.

Den Hochsommertag wollten wir aber nicht im schön schattigen Museum verbringen, sondern starteten direkt ins Moor. 

Der Spaziergang ist relativ kurz, dafür bietet er alle paar Minuten Rätsel- und Schautafeln und jede Menge zum Entdecken. Also ideal für Kinder.

Gleich zu Beginn führt der Weg an einer Pferdekoppel vorbei und schon nach wenigen Metern erreichen wir einen kleinen Teich, in dessen Mitte eine richtige Insel samt wackeliger Holzbrücke und kleiner Piratenburg steht. Hier haben wir uns ein wenig Zeit genommen und die Tiere im Wasser beobachtet. Neben unzähligen Libellen und Wasserläufern hatten wir auch das Glück, eine echte Wasserschlange durch das Nass schlängeln zu sehen. Das heißt, wir Erwachsene. Die Kinder waren stinksauer, weil sie dieses Großereignis verpasst hatten. 

Als Entschädigung wollte Loni Brotzeit machen: "Ich habe so Hunger!". Da waren wir vielleicht sechs Minuten unterwegs...

Weiter geht es in den Wald, wo aus Ästen ein kleines Tipi aufgebaut ist. Levins durchaus berechtigte Frage, wo denn die dazugehörigen Indianer seien, ließ uns die gesamte Wanderung nicht mehr los. Die typische Eltern-Antwort: "Die sind nicht da. Die sind in Urlaub", wollte er nicht so recht gelten lassen.

Nach dem Waldstück erreicht man schließlich das Moor der Kendlmühlfilzen. Bretterbohlen führen ins Moor hinein und man hat eine schöne Aussicht auf die Heide auf der einen Seite und die Chiemgauer Alpen auf der anderen. Am Wegrand sind sogenannte "Wolkenschaukeln" aufgestellt. Das sind keine wilden Schaukeln mit denen man sich hoch in die Wolken hochschaukeln kann, sondern, im Gegenteil, hölzerne Hängematten zum ruhigen Verweilen. Sie laden dazu ein, einmal still nach oben zu schauen und die Wolken zu beobachten. Unsere Kinder haben sie ignoriert und sind weiter zu den nächsten Schautafeln gerannt.

Wer auch immer sich die Drehtafeln- mit den Moor-Quizfragen ausgedacht hat, muss einen sehr speziellen "Humoor" gehabt haben. Viele der Wort-Witze haben mit Alkohol zu tun. Aber klar, wie soll man auch anders die "Rausch-Beere" umschreiben? Den Kindern war es wurst, sie hatten einen Spaß beim Rätseln. 

Im Moor gibt es noch einige holzgeschnitzte Zwergerl zu entdecken, die sich zwischen den Gräsern versteckt haben. Die Kinder waren allerdings sehr enttäuscht, dass es nur Holzzwerge waren. Sie hatten schon echte Zwerge erwartet, wenn schon die Indianer im Urlaub waren.

Am Ende führt der Moorlehrpfad noch einmal durch den Wald. Wer die Augen aufmacht, findet neben einem kleinen Tipi (wieder ohne Indianer!) noch ein Insektenhotel. Das war jedenfalls bewohnt. Im Insektenreich ist noch keine Urlaubszeit gewesen.

Nach der Wanderung bietet es sich an, noch ins Torf- und Salzmuseum zu gehen. Unsere Kinder waren allerdings nach dem "Gewaltmarsch" von sicher einem ganzen Kilometer so erschöpft, dass sie sich ganz dringend bei einem Eis im Museumscafe von den Strapazen erholen mussten. 

Mehr Ausflüge im Chiemgau: www.chiemgauseiten.de/chiemgau

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