Wanderung zur Schnappenkirche mit Kindern

Am Wochenende mussten die Kinder mal wieder dran glauben. Auf dem Wanderprogramm stand eine Wanderung von Staudach-Egerndach zur Schnappenkirche. Warum sollten wir da hinwandern, wollten die Kinder natürlich wissen. Weil es dort oben eine fantastische Aussicht auf das Achental und den Chiemsee gibt. Die Kinder waren nur so halb überzeugt. Wir haben sie trotzdem ins Auto gepackt.

Ab Parkplatz oberhalb Mühlwinkel zur Schnappenkirche wandern

Für Familien mit Kindern gibt es zwei gute Startpunkte, um zur Schnappenkirche zu wandern. Sollte man kleinere Kinder dabei haben, ist ein Start der Wanderung ab Marquarststein zu empfehlen. Da wir beim letzten Mal dort keinen Parkplatz bekommen hatten und auch diesmal schon wieder viel zu spät dran waren, probierten wir es diesmal ab Parkplatz Mühlwinkl in Staudach-Egerndach. Die Wanderung dauert mit 1:45 Stunden ab Mühlwinkl ein wenig länger und es ist im letzten Drittel relativ steil und schwierig zu wandern. Aber unsere zwei Jungs sind inzwischen in genau dem Alter, in dem sie ein wenig Herausforderung brauchen. 

Der Aufstieg von Staudach zur Schnappenkirche auf 1100 Meter

Gleich am Anfang der Wanderung ist links unten ein recht imposanter Wasserfall zu sehen. Leider wird die Sicht von Bäumen etwas verdeckt. Die Kinder fanden ihn trotzdem spannend. Wir hatten übrigens unsere handgeschnitzten Wanderstöcke dabei. Damit konnten auch die etwas eintönigen Passagen durch den Wald gut überbrückt werden, da sie sich rasch in Laserschwerter verwandeln konnten. 

Eine Sonntagswanderung in Turnschuhen ist die Tour ab Mühlwinkl definitv nicht. Im letzten Drittel sind wir vier ziemlich ins Schwitzen gekommen und der Weg über den wurzelbewachsenen Steig war teilweise so steil, dass man auch die Hände verwenden musste. Aber, wie gesagt, das machte den Jungs umso mehr Spaß.

Der schönste Aussichtspunkt im Chiemgau?

Die Aussicht von der Schnappenkirche auf den Chiemsee
Die Aussicht von der Schnappenkirche auf den Chiemsee

Als wir uns nach eineinhalb Stunden durch meist schattigen Weg wunderten, warum wir uns das eigentlich antun, lugte endlich nach einem weiten grünen Bärlauchfeld die Schnappenkirche am Ende des Weges hervor. 

Die erste Reaktion war: Na gut, eine Kirche am Berg. Kennen wir schon. Dann aber tat sich, als wir aus dem Wald heraustraten, die atemberaubende Aussicht auf Chiemgau und Chiemsee hervor.

Und, ja, die sah schon sehr cool aus.

Vor der Schnappenkirche sind, wie übrigens auf dem gesamten Wanderweg, Bankerl aufgestellt. Wer sich einen freien Platz ergatterte, konnte  seine Brotzeit hoch über dem Chiemsee genießen. 

Es gibt ein kleines Gipfelkreuz für das Gipfel-Selfie und natürlich muss man unbedingt einen Blick in das Kircherl hinein werfen.

Die Geschichte der Schnappenkirche

Die Schnappenkirche ist dem Heiligen Wolfgang geweiht. Gebaut wurde sie in den Jahren 1637-1639 nach dem Plan vom Traunsteiner Stadtmaurermeister Wolf König.

An derselben Stelle gab es bereits eine hölzerne Kapelle. Diese erinnerte an den im Jahr 1069 genau an dieser Stelle ermordeten Marquart von Hohenstein. 

Die Kinder interessierten sich für diese gruselig-spannende Geschichte nicht wirklich. Sie sind derzeit in der Star-Wars Phase. 

Rund um die Schnappenkirche

Für Freunde der gepflegten Einkehr in eine Almwirtschaft hätte sich nun noch das Wandern zur Staudacher-Alm angeboten. Sie ist nur eine halbe Stunde von der Schnappenkirche entfernt. 

Wir haben uns dennoch für die Wanderung zurück nach Mühlwinkl entschieden. Runter geht es übrigens, wie bei allen Bergwanderungen, bedeutend schneller. Nach einer knappen Stunde waren wir schon wieder unten beim Parkplatz.

Ja, die Jungs waren happy. Und wir Eltern auch. Wir kommen wieder!

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Kommentare: 1
  • #1

    Alex (Montag, 06 Juni 2022 18:42)

    Habt ihr die kleinen Glücksbringer gesehen, die dort hoffentlich noch an den schmiedeeisernen Gittern im Inneren der Kirche hängen? Ich habe damit angefangen; im Mai 2020. Damals wurde meiner Mutter Krebs diagnostiziert....mir gehört die Sonnenblume aus Plastik, ganz rechts auf Augenhöhe. Ich war damals die Erste- ein Jahr später hingen überall kleine Andenken! Dieses Jahr war ich noch nicht oben, aber Dein Bericht hat mich an meine alljährliche Pilgertour erinnert! Meine Mutter ist übrigens jetzt krebsfrei und gesund....