Auf der Feldlahnalm mit den Kindern

Auf der Suche nach einer einfachen aber abwechslungsreichen Bergwanderung für Familien und Kindern im Chiemgau sind wir über die Feldlahnalm gestolpert. Die Ansprüche unserer Kinder sind bekanntlich hoch. Sie wünschen sich eine Alm mit vielen Tieren, einer gescheiten Hollersaftschorle und was gescheitem zum Essen. Und was soll ich sagen? Unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen!

Ein Wasserfall schöner als der andere: Die Hammererbachklamm
Ein Wasserfall schöner als der andere: Die Hammererbachklamm

Der Treffpunkt zu dieser wirklich schönen Wanderung ist der Wandererparkplatz Hammererberg im Ortsteil Brem von Oberwössen. Es gibt ausreichend Parkmöglichkeiten, da wir allerdings nicht die einzige Familie sind, die die Feldlahnalm für sich entdeckt haben, schadet es nicht, wenn man zeitig aufbricht.

 

Es gibt eine für Kindergartenkinder geeignete Wanderung über die Forststraße. Forststraßenwanderungen sind für unsere Jungs (inzwischen 5 und 8) längst zu langweilig, deshalb haben wir logischerweise den Weg entlang der Hammererbachklamm genommen. 

Tolle Gesteinsformationen gibt es entlang des Weges zu bewundern.
Tolle Gesteinsformationen gibt es entlang des Weges zu bewundern.

Bei uns laufen Bergwanderungen meistens so ab, dass spätestens beim ersten Anstieg ein Kind entgeistert lamentiert „Mir ist so langweilig!“ Die abwechslungsreiche Tour entlang des Gebirgsbaches mit unzähligen Wasserfällen begeisterte die vier Jungs unserer beiden Wanderfamilien heute derart, dass sie hochmotiviert teilweise bergauf rannten.

 

Auch für Eltern mit einem Blick für Naturschönheit bietet die Hammererbachklamm so einiges. Es ist eine dieser Bergwanderungen bei denen man anfangs noch alle zwei Minuten stehenbleibt, um ein Foto zu machen, weil die Landschaft so unfassbar schön ist. Das helle Morgenlicht, das sich durch die Wipfel brach, tat heute sein übriges dazu. Kurz gesagt: Alle Wanderer waren hellauf begeistert.

Obwohl die Wanderung auf 1 ½ Stunden ausgeschrieben ist, hatten wir nur gute 50 Minuten gebraucht. Die Feldlahnalm an sich übertraf schließlich all unsere Erwartungen. Neben der Bäckeralm und der Hefteralm war es die mit Abstand kinderfreundlichste Chiemgauer Bergalm, die wir bisher erwandert haben. Schon von der Weite sahen wir die Esel und Ziegen, für die die Feldlahnalm bekannt ist. Vor der Alm lud ein großer Sandkasten inklusive ausreichend Spielgerät die kleineren Kinder zum Spielen ein. Unsere Jungs hatten ihrerseits nur Augen für einen alten Oldtimer-Traktor, der im Biergarten der Alm aufgestellt war. Sie saßen so ziemlich die ganze Zeit zu viert auf dem Trekker, sprachen ab, wer gerade den Traktorschein machen musste und wer fahren durfte. Und reagierten mit den unterschiedlichsten Posen, als der fotografierende Papa rief: „Posiert mal alle, wie Bauern!“

Hoch im Kurs stand der Traktor am Kinderspielplatz.
Hoch im Kurs stand der Traktor am Kinderspielplatz.
Schmankerl auf der Feldlahnalm
Schmankerl auf der Feldlahnalm

Das kritische Gourmet-Publikum begutachtete gegen Mittag die Speisekarte und fand über Käse- und Speckbrot über Pfannenkuchensuppe und Käsepressknödel alles vor, was zu einem richtigen Almbesuch dazu gehört. Für die Kinder gab es natürlich auch Wiener Würstel.

Manchmal schmeckt es so gut, dass man sich am liebsten direkt in den Trog legt.
Manchmal schmeckt es so gut, dass man sich am liebsten direkt in den Trog legt.

Gerade, als wir alle zufrieden und glücklich seufzend vor den leeren Tellern am Tisch standen und dachten, schöner kann es jetzt nicht mehr werden, spazierte eine Gruppe Ziegen vorbei. Die Kinder schrien begeistert auf und begleiteten die Ziegen eine Weile glückselig über das Gelände.

Die Kinder versuchten uns noch zu überreden, wir sollten doch einfach noch drei Stunden ratschen, damit sie noch länger auf der Alm bleiben konnten. Aber irgendwann war es dann doch Zeit, wieder runter zu gehen. Obwohl wir es schon noch eine Weile ausgehalten hätten.

 

Fasziniert hatte uns auch eine Gruppe Reiter – ja, Pferde waren auch hier oben – die hier einige Tage auf der Alm übernachtet hatten. Jeden Tag hatten sie verschiedene Ausritte in den Bergen unternommen und ritten nun wieder hinunter ins Tal.

Auf dem Rückweg rätselten wir noch einmal, welcher der schönste Wasserfall war.
Auf dem Rückweg rätselten wir noch einmal, welcher der schönste Wasserfall war.

Die letzten Bergwanderungen waren geprägt davon, dass mindestens eines der Kinder heulend streikte und androhte, sich tragen lassen zu wollen. Heute sahen wir die meiste Zeit die Kinder gar nicht mehr, weil sie stets voraus rannten.

Kurz vor dem Parkplatz wanderten wir am Wössener Treibholzrechen vorbei. Einige Jungs standen oben und sprangen in das kühle, erfrischende Nass. Da ärgerten wir uns, dass wir keine Badesachen dabei hatten.

 

Die Kinder staunten nicht schlecht, als sich die Mama davon nicht abhielten ließ, trotzdem ins eiskalte Wasser zu springen. Natürlich in voller Kleidungsmontur. Tja, nach so einer schönen Bergwanderung kann es schon einmal passieren, dass die Eltern verrücktere Dinge tun wie die Kinder…


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