Urlaub in Davos mit den Kindern

Wir haben diesen Sommer einige schöne Tage in Davos Urlaub gemacht. Davos ist vielleicht nicht gerade berühmt für Familienurlaub im Sommer, wir hatten trotzdem eine wunderschöne Zeit. Was wir zwischen Zauberberg, Käsefondue, Eichhörnli und jeder Menge Eisenbahnromantik so alles erleben durften, erfahrt ihr hier im Elterntagebuch. 

Schon unsere Anreise über den Flüelapass war ein erstes Highlight. Berge kennen wir von Daheim genügend. Mit dem Auto enfach über ein Gebirge rüberfahren, das gibt es bei uns allerdings nicht. Der Flüelapass liegt auf seiner höchsten Stelle bei über 2300 Meter. An einer schönen Aussichtsstelle hoch über einer Schlucht haben wir ein kleines Picknick gemacht und es genossen, so unerwartet im Hochgebirge gelandet zu sein. Ab dem Flüelapass gibt es übrigens viele Bergwanderungen wie die zum Schwarzhorn hinauf. 

Unser Weg führte uns aber wieder runter auf 1560 Meter. Was immer noch verdammt hoch ist, Davos ist die höchstgelegene Stadt Europas. Die heilende Kraft der Höhenluft machte Davos lange Zeit zu Europas bedeutendsten Kurort. Heute ist es bekannter als Wintersportort, für das World Economic Forum WEF und als Treffpunkt der Reichen und Schönen. Und uns und den Kindern. Untergebracht waren wir im Turmhotel Victoria. Einem sehr sympathischen Hotel in Davos Dorf, nicht weit vom Davoser See entfernt. In Davos kann man natürlich alles zu Fuß erreichen. Man darf aber die Entfernungen zwischen Davos Dorf und Platz nicht unterschätzen. Zum Glück war bei der Übernachtung auch die Davos Card Premium mit dabei. Mit dieser konnten wir zwischen Klosters, Davos und Filsur gratis Bus und Zug fahren und bekamen zahllose Vergünstigungen.  

Vor allem die Kinder freuten sich, dass man innerhalb Davos sogar mit dem Zug hin und her fahren konnte. 

Ausflug zur Schatzalp

Als großer Thomas Mann Fan nötigte ich meine Familie natürlich als erstes, auf die Schatzalp zu fahren. Dort oben wurde Thomas Mann zu seinem Roman "Der Zauberberg" inspiriert. Auch wenn die Jungs keine großen Literaturfans sind, waren sie gleich Feuer und Flamme, weil eine Bahn zur Schatzalp hinauffährt. 

 

Auf der Fahrt hat man eine herrliche Aussicht auf Davos und das Jakobshorn.  

Oben erwartete uns das Hotel Berghof, einst ein Sanatorium in dem sich die Lungenkranken erholten. Der Berghof lässt zahllose Erinnerungen an den Roman aufleben und wirkt, als sei die Zeit stehengeblieben. Die Balkone, die Liegen, der Speisesaal sind bis heute so erhalten, wie es Thomas Mann in seinem Roman beschrieb. 

Auf der Schatzalp kann man wunderbar wandern. Wir wählten natürlich die gut beschildert Wasserfall-Route, da der Wasserfall ebenfalls eine prominente Route im Zauberberg spielte. Da die Kinder während meiner Ausführungen laut gähnten und den Wasserfall als erfahrene Bergwanderer nur so semi spannend fanden, wandern wir wieder zurück ins Tal.  

Bergab empfiehlt es sich, den Thomas Mann Weg zu nehmen, der in 10 Tafeln einige Passagen aus dem Zauberberg zum Besten gibt. Warum unsere Kinder hellauf begeistert waren, hatte aber einen anderen Grund. 

Während des gesamten Weges lauerten Eichhörnchen auf uns. Wir hatten zufällig Nüsse dabei und die Kinder hatten ihre helle Freude daran, die mutigen Eichhörnchen zu füttern. Eines traute sich sogar, Sebastian die Hand zu reichen und der Jubel war groß.  

Obwohl ich noch viel über Thomas Mann und den Zauberberg zu erzählen gehabt hätte, drehte sich auf dem Rückweg alles nur noch um Eichhörnchen. 

Mit den Kindern unterwegs in der Räthischen Eisenbahn

Unsere Jungs sind große Eisenbahnfans. Die Begeisterung war natürlich groß, dass man mit der Davos Gästecard auch gratis Zugfahren kann. Bei jeder Gelegenheit sind wir also mit der Räthischen Eisenbahn hin und her gefahren. Natürlich auch die kürzeste Distanz in Davos, zwischen Dorf und Platz. Aber auch zum Abendessen ins nahe gelegene Klosters. Eine Zugfahrt mit der Räthischen Eisenbahn kann man aber nicht mit Fahrten der heimischen Eisenbahn vergleichen. Durch die Schmalspurtechnik gelingt es der Bahn durch spektakuläre Trassen über Kurven, Tunnel und Viadukt die Bergdörfer miteinander zu verbinden. 

Auch die Fahrt zwischen Davos und Klosters bot eindrucksvolle Aussichtspunkte auf den Davoser See und spektakuläre Schluchten. Immer wieder rieben wir uns beim Blick aus dem Fenster die Augen und konnten kaum fassen, wie schön der Postkartenkitsch war, der an uns vorbeizog. 

 

Ein Highlight, das Eisenbahnfreunde in Davos auf keinen Fall verpassen dürfen ist die Nostalgiefahrt mit einem historischen Zug, dem "Krokodil". 

Zweimal täglich fährt das Krokodil Vormittags und Nachmittags ab Davos Platz nach Filsur. Da auch hier die Fahrt in die Davos Gäste Card inkludiert ist, sind wir natürlich einmal mitgefahren. 

 

Die Kinder waren erst von der alten Lok und den Historischen Waggons begeistert. Während der Fahrt hatten sie aber dann doch einige Verbesserungsvorschläge wie die modernen Monitore, die sie in der Räthischen Bahn bereits liebgewonnen hatten. 

Das Landwasser Viadukt

Da es auch keine Lautsprecher für Durchsagen gibt, wussten wir auch Anfangs nicht, wann die Sehenswürdigkeiten kamen. Es war aber auch nicht schwer herauszufinden, weil die Nostalgiebahn bei jedem Highlight die Geschwindigkeit drosselte und im langsamen Tempo auch den begriffsstutzigsten Touristen noch die Möglichkeit bot, ein Foto zu schießen. Zu den Highlights gehörten die Fahrt durch einen Tunnel mit einem Wasserfall und natürlich die spektakulären Viadukte rund um Filsur.

 

Wer sich das berühmteste davon, das Landwasser Viadukt, aus der Nähe anschauen wollte, konnte dies ab Filsur tun. Man hatte die Möglichkeit, dorthin zu wandern. Oder man nahm, so wie wir, die dortige Tschutschu-Bahn. Da wir einen ruhigen Tag erwischt hatten, hatten wir zur Freude der Kinder, die gesamte Tschutschu-Bahn für uns allein. 

In angenehmen Tempo und mit touristischen Hinweisen vom Band fuhr uns die Kinderbahn durch Filsur hindurch hinunter zum Landwasser Bach. Dort hatten wir am Viadukt eine halbe Stunde Aufenthalt. 

Es ist ein recht netter Platz dort. Es gibt einen Kiosk und mehrere Picknicktische, sowie eine Feuerstelle. Das Viadukt ist äußerst eindrucksvoll, besonders wenn es von einem der Züge überquert wird. Wir haben am Ufer ein kleines Picknick gemacht und die Kinder hatten ihren Spaß an einer Holzspaltmaschine, wo sie Feuerholz für die Lagerfeuerstelle machten. 

 

Schließlich ging es wieder zurück zum Bahnhof von wo wir mit dem nächsten Zug wieder zurück nach Davos fuhren. 

Spaziergang um den Davoser See

Eine schöne Wanderung für zwischendurch ist besonders für Familien mit Kindern der Spaziergang um den Davoser See. Er dauert nicht sonderlich lange, etwa eine gute Stunde. Er bietet viele wunderschöne landschaftliche Ausblicke. Für die Kinder gibt es Stellen, an denen sie Eichhörnchen füttern können und am Ende gibt es einige Einkehrmöglichkeiten. Kurz gesagt, auch wenn man nicht mehr viel Zeit hat, ist der Rundweg um den Davoser See unbedingt empfehlenswert.

Es ist ziemlich egal, ob man den Weg rechts oder links um den See nimmt. Einziger Unterschied ist, dass die rechte, also die südliche Seeseite etwas bewaldeter und somit schattiger ist. Diesen Weg haben wir genommen. Zu Beginn führte unser Weg entlang des Landwasser-Baches. Spätestens ab der Stillistraße sollte man links abbiegen, hier gibt es einen Verbindungsweg zum See. Zudem hat man einen schönen Ausblick auf das architektonisch gleichsam eindrucksvolle wie merkwürdige Hotel Intercontinental Davos, das von den Davosern so genannte "Goldene Ei".

Im Teilstück durch den Wald werden euch gleich die neugierigen Eichhörnchen auffallen. Sie sind, so haben wir spaßeshalber festgestellt, zwar nicht so intelligent wie die am Thomas-Mann-Weg, aber natürlich haben auch sie Hunger und wollen gefüttert werden. Deshalb solltet ihr Nüsse, oder idealerweise auch Obst dabei haben. Das bekommen sie nämlich nicht so oft von den Wanderern. 

Nach der Hälfte des Spaziergangs erreicht man einen großen Picknickplatz. Wer möchte, kann hier auch baden gehen. 

Am Ende des Rundwegs könnt ihr entweder in Bachis Strandbar noch (für Schweizer Verhältnisse) günstig einkehren. Oder, so haben wir es gemacht, gleich auf der kleinen Alm im" Oberst von Sprecher Haus" mit herrlichem Ausblick auf den See. So streng und militärisch wie es sich anhört, geht es dort aber nicht zu. Kinder sind willkommen, am Kiosk gibt es Selbstbedienung und für die Kinder gibt es Hotdogs, Eis und Kuchen. 

Im Kirchner-Museum mit Kindern

Zu guter Letzt noch ein Tipp, was man vielleicht nicht unbedingt machen sollte: So eindrucksvoll das Museum mit den Bildern von Ernst Ludwig Kirchner ist, es ist für Kinder nur bedingt ein idealer Ort.

Unser Jüngster ist an sich ein kunstinteressierter Sechsjähriger, der eigentlich ständig malt und sich auch für Kunstausstellungen (Hundertwasser) sehr interessiert. Vielleicht wäre es auch ein inspirierender Museumsbesuch gewesen. Wenn wir nicht schon den ganzen Tag über unterwegs gewesen wären.

Denn im Museum gibt es natürlich regeln, wie mir die sehr freundliche Dame an der Kasse eingebläut hatte:

- Kein Laufen

- Kein Anfassen der Bilder

- Sonst wird es für den Papa teuer.

Ihr kennt vielleicht unseren Leo. Was er nämlich richtig, richtig gut kann, ist das Gegenteil von dem zu tun, was die Eltern sagen.

Wir waren keine dreißig Sekunden im Museum, als er wie ein aufgedrehter Derwisch von Bild zu Bild gerannt ist und sich bereits mit ausgestreckten Fingern auf eines der Gemälde gestürzt hatte. Ich konnte ihn in letzter Sekunde davon abhalten. 

Nach einer ernsten Unterredung von Mann zu Mann nickte der Sohnemann und versicherte, er habe verstanden. Also rannte er nicht mehr durch das Museum. Dafür ging er so schnell er konnte. Er hätte vermutlich bei den Olympischen Spielen eine Medaille fürs Schnellgehen bekommen. Außerdem fasste er ab jetzt keine Gemälde an. Dafür alle Skulpturen von Ernst Ludwig Kirchner.

Als wir einen eigenen Museumswärter zur Seite gestellt bekommen haben, beschloss ich, den Besuch im Museum zu beenden. 

Schön wars trotzdem!

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