Piombino mit Kindern – das klingt zunächst unspektakulär. Die meisten kennen die Stadt nur als Hafen für die Fähren nach Elba. Aber genau das war unser Plan: Eine Woche Toskana mit der ganzen Familie, Strandurlaub im Villagio Orizzonte als Basis – und von dort aus alles mitnehmen, was die Toskana zu bieten hat.
Was daraus wurde: San Gimignano bei Sonnenaufgang mit einer schlecht gelaunten Familie im Schlepptau, Napoleon in seinem Elba-Exil, Pisa im Turbodurchlauf – und ein echter Lost Place direkt neben der Ferienanlage. Inzwischen waren wir schon zum zweiten Mal da - hier sind unsere Erfahrungen zusammengefasst:
Warum Piombino die perfekte Toskana-Basis für Familien ist

Piombino kennen die meisten als Hafen der Fähren nach Elba und Sardinien. Weniger bekannt ist, dass es hier auch einige wunderschöne Strände gibt und man einen erholsamen Familienurlaub machen kann.
Unsere Familie ist auf der Suche nach einem Strandurlaub in der Toskana durch Zufall auf Villagio Orizzonte bei Piombino aufmerksam geworden. Der Preis für einen Bungalow war für uns erschwinglich, es gab auf der Anlage zwei Pools und das Meer war erreichbar. Wichtig war für uns zudem, dass es in der Toskana lag, da wir beispielsweise Pisa besichtigen wollten. Letztendlich war Piombino auch noch das ideale Sprungbrett, um auch einen Tagesausflug auf die Insel Elba zu machen. Neben vielen erholsamen Tagen am Strand haben wir auch alle geplanten Ausflüge von Piombino unternehmen können, unter anderem auch einen kurzen Trip nach San Gimignano.

Ein wenig verrückt ist es natürlich schon, von Deutschland aus mit Kind und Kegel für einen Strand- und Badeurlaub so weit nach Süden zu fahren. Gibt es an der Adria doch zahllose näher gelegene Badeorte. Aber wir lieben das Dolce Vita, das es nur im Süden gibt und wollten fernab der Hotelburgen und des Massentourismus Urlaub machen. Dafür mussten wir aber knapp 800 Kilometer einfach zurücklegen.
Zwischenstopp Ronzo-Chienis – das Hotel das uns niemand empfohlen hatte

Um die Reise etwas zu entzerren, planten wir die Hinfahrt auf zwei Etappen. Eigentlich wollten wir zunächst an der Autobahn in Rovereto in einem Hotel übernachten. Das hat uns aber, gelinde gesagt, verarscht und noch auf dem Weg zum Brenner mussten wir über die Booking.com Hotline ein neues Hotelzimmer buchen. Das war nicht ganz einfach, aber bis wir die Raststation Brenner erreicht hatten, wussten wir endlich, wo wir übernachten würden. Das kleine Hotel Martinelli in Ronzo-Chienis. Luftlinie nur wenige Kilometer von der Autobahn entfernt, lag es auf knapp 1200 Metern Höhe. Ab der Autobahn mussten wir also noch eine halbe Stunde fahren. Aber der Umweg lohnte sich. Wir kurvten durch wunderschöne Landschaften und wurden in dem familiengeführten, in der Regel von Bikern und Radlern gebuchten Hotel, sehr herzlich empfangen. Deutsch sprach man hier nicht, aber mit einem Mischmasch aus Englisch und Italienisch bekamen wir alles, was wir wollten.

Im Restaurant des Hotels gab es sogar ein Bällebad und unsere Jüngster genoss die Erholung nach der langen Autofahrt sehr. Das Essen war großartig, auch für Vegetarier wie uns. Wasser gibt es für die Hotelgäste sogar aus eigener Quelle, die gezapft werden kann.
Der Ort Ronzo selbst wirkt ein wenig verschlafen, ist aber in eine wunderschöne Landschaft gebettet. Uns hat vor allem die geheimnisvolle Ruine der Kirche gefallen und, dass es gefühlt überall einen Spielplatz für die Kinder gab.
Am nächsten Morgen stärkten wir uns bei einem sehr leckeren italienischen Frühstück und traten die Weiterfahrt in die Toskana an.
Das Villagio Orizzonte Piombino – Lost Place, Pool und Poolparty

Ohne Staus erreichten wir die Toskana relativ zügig und machten Mittag einen Zwischenstopp in der erstbesten Stadt, die uns unterkam. Sardice hat eigentlich alles, was man sich von einer toskanischen Stadt erhofft: Einen historischen Stadtkern, einer uralte Stadtmauer und nette Cafés. Dennoch war das Städtchen eher heruntergekommen und ungepflegt. Die Kinder drängten darauf, rasch weiterzufahren.
Auch der erste Eindruck vom Villagio Orizzonte war zunächst ernüchternd. Was man auf den Prospekten nicht sah war eine gigantische Industrieanlage mit zwei riesigen Kaminen direkt hinter der Anlage. Aber ausgerechnet dieses Detail wurde zu einer der Geschichten, die den Urlaub besonders machte. Denn wir erfuhren bald, dass es sich um das ehemalige Elektrizitätswerk von Piombino handelte. Die Anlage ist seit vielen Jahren stillgelegt und ein echter „Lost Place“. Die verfallene Anlage regte die Fantasie an. Und man musste zugeben, dass in der Toskana selbst verfallene Industrieanlagen vor Kornfelder im Sonnenuntergang richtig romantisch wirken. Nachtrag von unserem 2. Besuch 2026: Inzwischen ist die Industrieanlage abgerissen. Der Ausblick ist zwar jetzt schöner. Aber irgendwie fehlen uns die Türme sogar...

Wir brauchten einen Tag, um uns im Villagio Orizzonte zu akklimatisieren, aber ab da fühlten wir uns sehr wohl. Der Pool war gleich neben unserem Bungalow. Dort gab es auch eine Bar und Kleinigkeiten zu Essen. Der Pool bestand aus einem Schwimmerbecken, ein Kinder- und ein Spaßbecken mit einer Rutsche, die so flach war, dass auch meine Jungs Spaß am Rutschen hatten. Überrascht hat uns, dass hier Badekappenpflicht besteht. Diese konnte man aber problemlos im kleinen Bazar nachkaufen. Auf dem Gelände gab es zudem einen Supermarkt und einen sehr sympathischen Fast-Food Kiosk, wo wir einigen Male Pizza und Pommes holten.
Nur mit den Restaurants waren wir nicht zufrieden. Was einzig daran lag, dass wir weder Fleisch noch Fisch essen. Das dortige Restaurant hatte es tatsächlich fertiggebracht, auf der Karte kein einziges Gericht für Vegetarier anzubieten.
Da musste ich Pasta Pomodoro selbst zubereiten.
Die Altstadt von Piombino: Warum sich der zweite Blick auf die Hafenstadt lohnt
Bei unserem ersten Urlaub in Piombino haben wir uns ignoranterweise nur auf das Umland konzentriert. Diesmal wollten wir es besser machen und haben der Altstadt von Piombino selbst einen Besuch abgestattet. Das Ergebnis? Wir waren restlos begeistert von der entspannten Atmosphäre! Historisches Flair, tolle Shoppingmöglichkeiten und richtig gute Kulinarik – hier ist alles da, was man sich für einen perfekten Urlaubstag wünscht. Es hat uns sogar so gut gefallen, dass uns die Kinder überredeten, am letzten Tag gleich noch einmal hinzufahren.
Wo man in Piombiono am besten parken kann
Warum wir bisher nicht in Piombino selbst waren? Die Stadt ist aufgrund des großen Hafens, von dem aus die Fähren nach Elba und Sardinien ablegen, von Industrie umgeben. Mir fehlte schlicht die Fantasie, dass sich dahinter eine so reizvolle Küstenstadt mit viel Charme – ähnlich wie Parga in Griechenland – verbergen könnte. Bei unserem zweiten Toskana-Urlaub war aber klar: Wir wollen die Stadt selbst erkunden.
Der erste Volltreffer war schon die Wahl des Parkplatzes. Wir entschieden uns für den Parcheggio delle Mura. Der Platz hinter dem Castello war leicht zu finden, ist kostenlos und belohnt einen sofort mit einer tollen Aussicht auf das weite Meer.
Piombino ist an sich eine lauschige kleine Stadt, in der alles fußläufig schnell erreichbar ist. Da meine Frau immer noch an den Nachwirkungen ihres Muskelfaserrisses laborierte, waren wir für die kurzen Wege an diesem Tag besonders dankbar.
Piazza Bovio: Die größte Meeresterrasse Europas
Vom Parkplatz aus erreichten wir in wenigen Minuten die Altstadt. Unser erstes Ziel war die Küste, um uns die markante Landzunge anzusehen. Die Piazza Bovio ist die größte natürliche Meeresterrasse Europas und wirklich unglaublich weitläufig. Überall am Geländer sind Bänke aufgestellt – perfekt, um die Abendstimmung zu genießen und aufs Wasser hinauszuschauen. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf das Tyrrheminische Meer, die Nachbarinsel Elba und kann entspannt den Fähren zuschauen, die Richtung Horizont ziehen.
Corso Vittorio Emanuele II - die Fußgängerzone Piombinos
Zurück in der Altstadt reicht es eigentlich schon, einmal gemütlich durch die Hauptgasse, den Corso Vittorio Emanuele II, bergauf zu spazieren. Links und rechts reihen sich zahlreiche Cafés und Ristorantes aneinander – man weiß gar nicht, wo man sich als Erstes hineinsetzen soll.
Hier ist man definitiv nicht allein. Man merkt aber sofort, dass Piombino eine authentische toskanische Stadt geblieben ist. Sie ist keine künstliche Kulisse für Touristen, sondern ein Ort, an dem man das echte Leben der Einheimischen beobachten kann (während diese wiederum uns Urlauber neugierig inspizieren). Wir sind hier auch einigen deutschen Touristen begegnet, wobei man das Gefühl hat, dass die meisten auf ihrem Weg nach Elba oder Sardinien einfach nur einen kurzen Zwischenstopp in der Altstadt einlegen. Sie verpassen definitiv etwas!
Pizza mit Aussicht im "Borgo Antico"
Die kleine, aber feine Fußgängerzone wird von zwei markanten historischen Bauwerken eingerahmt: dem Palazzo Comunale am unteren Ende und dem Il Torrione samt dem Rivellino – der alten Stadtbefestigung – am oberen Ende.
Direkt davor haben wir uns das Ristorante Borgo Antico ausgesucht, wo wir bei beiden Besuchen fantastische Pizzen genossen haben. Das Lokal ist innen liebevoll und modern eingerichtet, aber wir saßen natürlich draußen – hauptsächlich wegen des tollen Blickes auf die historische Stadtbefestigung und das bunte Treiben in der Gasse. Es hat hervorragend geschmeckt und teuer war es obendrein auch nicht.
Shopping-Glück für die ganze Familie in Piombino
Vermutlich kann man in Piombino auch in vielen anderen kleinen Geschäften wunderbar bummeln gehen. Wir sind allerdings gleich auf der anderen Seite des Stadttores im Bekleidungsgeschäft OVS hängen geblieben. Besonders die elegante OVS-Eigenmarke „Piombo“ (was übersetzt passenderweise Blei bedeutet, aber wie für die Stadt gemacht klingt!) hatte es uns angetan. Das Ende vom Lied: Wir haben bei beiden Piombino-Besuchen unser komplettes Urlaubs-Bekleidungsbudget im Laden gelassen und die ganze Familie von oben bis unten neu eingekleidet.
Auf den Spuren eines Genies: Leonardo da Vinci in Piombino
Noch ein kleiner Tipp für alle Historiker und Kulturfreunde: Wer durch die Gassen der Altstadt schlendert, begegnet Schritt auf Tritt der Geschichte – und einem der größten Genies der Menschheit. Anfang des 16. Jahrhunderts reiste kein Geringerer als Leonardo da Vinci im Auftrag von Cesare Borgia nach Piombino. Seine Mission: Die strategisch wichtige Stadt auf der Landzunge uneinnehmbar zu machen.
Leonardo analysierte die Klippen, zeichnete detaillierte Stadtpläne und modernisierte die Verteidigungsanlagen. Seine architektonische Handschrift ist bis heute am Rivellino, dem markanten Rundturm am Stadttor, sichtbar. Ein echtes Highlight für Geschichtsbegeisterte sind zudem die Mura di Leonardo: Teile dieser imposanten Stadtmauer wurden nach seinen visionären Plänen und Berechnungen verstärkt. Es ist ein faszinierender Gedanke, dass man heute entlang dieser mächtigen Steinmauern flaniert, wo vor über 500 Jahren schon Leonardo stand, um die Verteidigung der Stadt zu revolutionieren.
Die Strände von Piombino – Sandstrand, Kiesel und Pinienwald

Der Strand ist einen knappen Kilometer entfernt. Dort hat man unterschiedliche Strandabschnitte. Es gibt Abschnitte mit Sandstrand, aber auch schönen, feingliedrigen Kieselstrand. Es gibt einen Strand speziell für die Ferienanlage, aber auch freie Strandabschnitte. Uns hat es am besten auf der rechten Seite bei der Mündung des Flusses gefallen. Hier war eine sympathische Strandbar, es gab einen schattigen Pinienwald und man konnte sehr weit in das seichte Wasser gehen, was unsere Kinder recht gut fanden.
Baden und Essen zwischen Carbonifera und Torre Mozza
Bei unserem ersten Piombino-Urlaub sind wir mehrere Male ca. 5 Kilometer nach Osten zum Strand von Carbonifera gefahren. Ich würde nicht sagen, dass Carbonifera schöner ist - aber anders. Die Aussicht ist - vor allem durch den Torre Mozza ein wenig stimmungsvoller. Beim zweiten Piombino-Urlaub sind wir zufällig auf einer Strandparty gelandet. Und sind in der Carbonifera Beach Bar im Ristorante essen gegangen. Und was soll man sagen? Die Kinder fanden, es war das beste Essen aller Zeiten! Ich war ebenfalls begeistert. Der Geldbeutel hat ein wenig darunter gelitten, aber das Preis/Leistungsverhältnis war immer noch sehr gut. Wir haben den Abend sehr genossen.
Poolparty im Villagio Orizzonte – Kinder plantschen mitten in der Nacht

Abends gab es immer wieder Animation, was uns aber nicht so wichtig war. Die Kinder schauten interessiert zu, traten aber stets die Flucht an, wenn Gefahr bestand, dass sie selbst mitmachen mussten. Ein Highlight war die Poolparty am Donnerstagabend. Zu den Klängen von 90er Jahre Musik sprangen selbst unsere Kids begeistert ins Wasser und planschten mitten in der Nacht im Wasser.
Ausflug nach San Gimignano

Unser erster Ausflug war die Erfüllung eines meiner Herzenswünsche. Seit ich ein erstes Mal die Bilder der Türme von San Gimignano gesehen hatte, träumte ich davon, diesen Ort einmal in echt zu sehen.
San Gimignano gehört zu den bekanntesten Postkartenmotiven der Toskana. Zum einen, weil sie, auf einem Hügel über Zypressen, Mohn und Kornfeldern gelegen, zu den typischen Städten der Toskana gehört. Mehr noch aber durch die 15 bis heute erhaltenen Geschlechtertürme, die der Stadt ihr markantes Aussehen zu verdanken hat. Diese eindrucksvolle Skyline hat der Stadt den Beinamen „Manhattan des Mittelalters“ gegeben.
Es ist eine kleine Ironie der Geschichte, dass die Stadt heute ihren Reichtum diesen Türmen zu verdanken hat. Die als Wohntürme sehr unpraktischen Wehrtürme wurden in allen anderen Städten mit Ende des Mittelalters abgebaut. San Gimignano war allerdings zu arm, um den kostspieligen Rückbau vorzunehmen. Rückblickend ein großer Glücksfall für die Stadt.
Natürlich ist San Gimignano immer eine Reise wert. Allerdings ist es von Piombino aus noch knapp 2 Stunden entfernt.
Assassin's Creed, Kornfelder und ein Gruppenfoto zu dritt

Ich glaube, das erste Mal war ich virtuell in San Gimignano, in Assassin's Creed 2. Die Stadt schien mir mit ihren vielen Geschlechtertürmen als die perfekte toskanische Mittelalterstadt. Die Bilder der Stadtansicht vor den Zypressen, den goldenen Kornfeldern und den roten Mohnblüten, hat mich seither nie losgelassen.
Das Problem war, von Piombino aus war San Gimignano 1:45 Stunden entfernt. Die Kinder wollten am Nachmittag an den Pool. Also nötigte ich die Familie, um 6 aufzustehen, um frühzeitig in die schönste Stadt der Toskana zu fahren.
Das taten wir dann auch. Aber die Kinder waren zwiedere Morgenmuffel und niemand versuchte es auch nur, die fantastische Landschaft rund um Volterra zu genießen.
Das Problem bei Städten wie San Gimignano ist, dass man die berühmten Postkartenfotos natürlich nicht in der Stadt machen kann. Ich googlte vorher, von wo aus man das eindrucksvolle San Gimignano Foto machen konnte. Es war die Via Cortennano, östlich der Stadt.

Während ich mit offenem Mund das Auto über die holprige Sandstraße steuerte und die Schönheit der Aussicht bewunderte, wurde hinten geschimpft: "Ernsthaft? Die Stadt ist ja voll hässlich! Ich will diese blöde alte Stadt nicht anschauen!"
Mein so lang erträumter Ausflug wurde weiter boykottiert. Auf dem Gruppenfoto vor der tollen Aussicht sind wir konsequenterweise nur zu dritt zu sehen.
Da mich meine Restfamilie weiter sabotiert, kann ich eigentlich nur berichten, was wir in San Gimignano alles nicht gemacht haben.
Wir haben uns nicht die San Gimignano Card gekauft, haben nicht den Rabatt für den Parkplatz P2 direkt unterhalb der Stadtmauer genutzt und sind auch weder ins Stadtmuseum, noch auf den Aussichtsturm gegangen. Was sehr schade ist, denn mit etwas mehr Zeit hätte das den Kindern sicher sehr gut gefallen. Da wir am Nachmittag noch in den Pool gehen wollten, sind wir recht bald wieder zurück gefahren.
Beim zweiten Piombino Urlaub sind wir übrigens nach Volterra gefahren. Was dort sehenswert war und was mir auf die Nerven ging, könnt Ihr hier nachlesen.
Fähre von Piombino nach Elba – ein Tag in Portoferraio mit Napoleon

Es gibt wohl wenige Urlauber, die in Piombino waren, ohne von dort eine Fähre bestiegen haben. Kurzerhand buchten auch wir über Blu Navy die Überfahrt nach Elba, wo wir uns mit Freunden treffen wollten.
Unser Auto parkten wir auf einem privaten Parkplatz oberhalb des Hafens und waren überrascht, dass sie dort tatsächlich die Autoschlüssel ausgehändigt haben wollten. Als sie uns sofort ansahen, dass wir typische Deutsche waren, machten sie für uns aber eine Ausnahme.
Auch auf der Fähre fielen wir sofort auf: Wir waren die einzigen, die ohne Auto an Bord gingen.
Napoleons Villa in Portoferraio – Exil, Garten und unser kleiner Kaiser

Die berühmteste Sehenswürdigkeit in Portoferraio ist natürlich die Stadtresidenz von Napoleon, in der dieser während seiner Zeit als "Kaiser" von Elba lebte. Das schön gestaltete Museum bot uns einerseits schattigen Schutz vor der Mittagssonne und andererseits lernten wir noch einiges über Napoleons Exil auf Elba.

Highlight ist aber der wirklich fantastisch schöne Garten auf der Rückseite der Napoleon-Residenz. Der Garten ist mit vielen Blumen, schattigen Bäumen und Skulpturen romantisch angelegt und die Aussicht auf das Meer und die Nord-Westseite der Stadt ist einfach einmalig.
Portoferraio – Festungsbar, Aperol Sprizz und der beste Geheimtipp der Stadt

Portoferraio hat eine sehenswerte Altstadt und sehr kurze Wege. Alle Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß in kurzer Zeit erreichbar. Bei einem Altstadt-Spaziergang haben wir die tolle Atmosphäre der Stadt auf uns wirken lassen.
Zu Mittag haben wir in der Trattoria C'era una volta recht gut gegessen. Das beste Eis gab es - laut unseren Kindern - in der Gelateria Zero Gradi.

Auf der Suche nach einem kühlen Getränk und einer tollen Aussicht sind wir auf gut Glück Richtung Festung hinaufgewandert. Dort hatten wir riesiges Glück: Hier gibt es nicht nur ein Museum, sondern auf dem Dach des Museums auch eine Bar mit der besten Aussicht auf Altstadt und Meer. Und das Allerbeste war: Wir waren alleine dort oben. Kann es sein, dass die Bar noch ein Geheimtipp ist?

Vielleicht lag es auch daran, dass wir einen wirklich heißen Tag erwischt hatten und scheinbar keine Touristen Lust hatten, den Spaziergang hinauf zur Burg zu machen. Wir waren jedenfalls sehr happy und haben die Aussicht und den Aperol Sprizz sehr genossen.
Als wir wieder in der Fähre nach Piombiono saßen, waren alle sehr erschöpft, aber glücklich.
Pisa mit Kindern – einmal hin, einmal fotografiert, wieder weg

Nach einer Woche Piombino und zahlreichen verschiedenen Stränden in denen wir gebadet hatten, war es wieder Zeit, nach Hause aufzubrechen.
Wir haben unsere Reiseroute so organisiert, dass wir noch einen weiteren der berühmtesten Orte der Toskana besuchen konnten: Pisa.

Den schiefen Turm von PIsa zu besichtigen hat Vor- und Nachteile. Der größte Nachteil: Wir waren nicht die einzigen Menschen, die auf diese großartige Idee kamen. Der Vorteil: Sin die Kinder nicht zu erpicht auf Kultur, reicht eine gute Stunde. Diese Stunde bedeutet mit Kindern maximal Stress, dafür kann man zu Hause die legendären Fotos mit dem natürlich äußerst eindrucksvollen Platz und Turm herzeigen.

Unser Plan war perfekt durchgetaktet: Wir haben am relativ preiswerten öffentlichen Parkplatz direkt neben dem Platz geparkt. Sind über die Straße, mit Scheuklappen vorbei an den tausenden Souvenirständen und haben uns mit den anderen Touristen über den Platz gezwängt. Einmal herum, jeden Winkel fotografiert. Dann bekamen die Kinder noch ein sündhaft teures Eis und noch bevor sich irgendwer beschweren konnte, dass es zu heiß, oder zu öde sei, waren wir schon wieder auf der Autobahn nach Deutschland. Aber: Wir sind da gewesen, in Pisa!
Fazit nach 8 Tagen in der Toskana

Für einen Badeurlaub 800 Kilometer in die Toskana zu fahren, ist natürlich schon ein wenig wahnsinnig. Wem Kultur und abwechslungsreiche Landschaft wichtig ist, dem kann dieser Urlaub gleichsam sehr wohl empfohlen werden. Allerdings würden wir nächstes Mal eher 14 Tage in die Toskana fahren, weil unser Programm dann doch recht dicht und nicht ganz unstressig war.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis vom Villagio Orizzonte war für uns perfekt und es war das ideale Sprungbrett für viele wunderschöne Ausflüge!
Deshalb haben wir 2026 daraus gelernt. Diesmal waren wir 9 Tage im Villagio Orizzonte und haben einen wirklich sehr entspannten Toskana-Urlaub erlebt!
Häufige Fragen zu Piombino mit Kindern
Lohnt sich Piombino mit Kindern als Toskana-Urlaubsbasis?
Ja – wenn man weiß was man will. Piombino selbst ist kein klassisches Urlaubsziel, sondern ein Sprungbrett. Von hier aus sind Elba per Fähre, San Gimignano, Pisa und die toskanische Hügellandschaft alle in Tagesausflug-Distanz. Das Villagio Orizzonte liegt ruhig, hat zwei Pools und eigene Strandabschnitte. Wem Kultur und Abwechslung wichtig sind, wird bestens bedient. Wer nur Strand will, ist an der Adria günstiger und kürzer unterwegs. Wir sind 800 Kilometer gefahren – und würden es wieder tun.
Wie ist das Villagio Orizzonte in Piombino für Familien?
Das Preis-Leistungs-Verhältnis war für uns perfekt. Pool direkt neben dem Bungalow, Kinderbereich mit flacher Rutsche, Supermarkt auf dem Gelände und ein sympathischer Fast-Food-Kiosk für Pizza und Pommes. Der Strand ist einen knappen Kilometer entfernt – am schönsten fanden wir den Abschnitt rechts bei der Flussmündung mit Strandbar, Pinienwald und seichtem Wasser. Was uns gefehlt hat: ein vegetarisches Restaurant. Das einzige vor Ort hatte kein einziges Gericht ohne Fleisch auf der Karte. Da musste ich Pasta Pomodoro selbst zubereiten. Ein Highlight war die Poolparty am Donnerstagabend – die Kinder sind um Mitternacht noch im Wasser gewesen.
Wie kommt man von Piombino nach Elba – und lohnt sich der Ausflug?
Mit der Fähre von Blu Navy – die Überfahrt nach Portoferraio dauert etwa eine Stunde und ist unkompliziert zu buchen. Auto einfach auf dem Parkplatz oberhalb des Hafens lassen. Lohnt es sich? Unbedingt. Portoferraio hat eine wunderschöne Altstadt, Napoleons Villa mit fantastischem Garten und – als echter Geheimtipp – eine Bar auf dem Dach der Festung mit der besten Aussicht der ganzen Stadt. Als wir dort ankamen, waren wir die einzigen Gäste. Zwei Aperol Sprizz später war die Aussicht noch schöner.
Lohnt sich San Gimignano als Tagesausflug von Piombino?
Für Kulturbegeisterte: absolut. Für Kinder: mit Einschränkungen. Von Piombino aus sind es fast zwei Stunden – das bedeutet früh aufstehen, was bei unseren Kindern für schlechte Laune sorgte. Dafür ist San Gimignano am frühen Morgen noch ruhig und die berühmte Silhouette der Geschlechtertürme vor den toskanischen Kornfeldern ist wirklich atemberaubend. Tipp: Das Foto von der Via Cortennano östlich der Stadt machen, nicht aus der Stadt heraus. Und die San Gimignano Card kaufen, wenn man mehr als eine Stunde hat – wir hatten sie nicht und haben es bereut.
Was ist das stillgelegte Kraftwerk neben dem Villagio Orizzonte?
Das ehemalige Elektrizitätswerk von Piombino – seit Jahren stillgelegt und ein echter Lost Place. Zwei riesige Kamine direkt hinter der Ferienanlage, die auf den Prospektfotos natürlich nicht zu sehen sind. Wir waren zunächst ernüchtert. Aber dann wurde die verfallene Anlage vor dem toskanischen Sonnenuntergang zu einer der unerwartetsten Geschichten des Urlaubs. In der Toskana wirken selbst Industrieruinen irgendwie romantisch.
Lohnt sich Pisa als Stopp auf der Heimreise?
Ja – aber mit realistischen Erwartungen. Der schiefe Turm ist beeindruckend, der Platz davor ist voll, heiß und teuer. Mit Kindern reicht eine Stunde völlig aus: einmal um den Platz, die obligatorischen Fotos gemacht, ein überteueres Eis gekauft und weiter. Wir haben am öffentlichen Parkplatz direkt neben dem Platz geparkt – der war relativ günstig und man ist in zwei Minuten am Turm. Mehr braucht es nicht. Aber dagewesen zu sein lohnt sich. Unser Sohn interessierte sich übrigens mehr für ein anderes schief stehendes Gebäude daneben. Kinder halt.

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